Zuerst werden die beiden Stäbchen parallel über die Öffnung des Gefäßes gelegt, und zwar so, dass sie auf dem Rand aufliegen und nicht hineinrutschen können. Der Abstand zwischen ihnen sollte etwa der doppelten Dochtstärke entsprechen. Liegen sie zu weit auseinander, kann der Docht seitlich ausweichen; liegen sie zu eng, wird er zusammengedrückt und die Kapillarwirkung leidet. Bei runden Öffnungen empfiehlt es sich, die Stäbchen leicht versetzt aufzulegen, damit sie nicht wegrollen.
Nach dem Freilegen muss der Untergrund vollständig trocknen. Das dauert je nach Material und Umgebung unterschiedlich lang und lässt sich nicht durch schnelleres Auftragen neuer Schichten abkürzen. Wird feucht eingeschlossen, kehrt der Hohlraum innerhalb kurzer Zeit zurück. Danach wird schichtweise aufgebaut, wobei jede Lage vor der nächsten abbinden muss. Bei sehr tiefen Hohlräumen ist ein Füllmaterial nötig, das sich mit dem Untergrund verbindet und nicht nur die Öffnung verschließt. Ein häufiger Fehler ist, den Hohlraum in einem einzigen Arbeitsgang zuzuschmieren. Das Material schwindet beim Trocknen, reißt auf und bildet neue Blasen an den Rändern.
Ein weiterer typischer Fehler ist die Verwechslung von Schmelzpunkt und Erweichungstemperatur. Amorphe Kunststoffe wie PVC oder Polystyrol haben keinen scharfen Schmelzpunkt, sondern einen Bereich, in dem sie allmählich weich werden. Wer hier mit einer festen Temperaturangabe arbeitet, liegt schnell daneben. Entsprechend vorsichtig sollten Sie bei Heißluft oder Infrarotstrahlung sein: Die Oberfläche kann bereits kleben, während der Kern noch fest ist. Messen Sie die tatsächliche Bauteiltemperatur, nicht die Lufttemperatur.
Wie das Gummiband den Docht hält, ohne ihn zu ersticken Das Gummiband wird nun um beide Stäbchen und den dazwischenliegenden Docht gewickelt. Entscheidend ist die Spannung: Gerade so fest, dass der Docht nicht mehr verrutscht, aber noch sichtbar rund bleibt. Ein zu stramm gezogenes Band presst die Fasern platt, der Brennstoff steigt langsamer auf und die Flamme wird kleiner. Ein zu lockeres Band lässt den Docht durchrutschen, sobald Gießwasser oder Wachs ihn berührt. Zwei bis drei Windungen reichen aus; wer unsicher ist, prüft die Spannung, indem er vorsichtig am unteren Dochtende zieht – bewegt sich nichts, sitzt das Band richtig.
Ein häufiger Fehler ist der Griff zu Staubsauger oder Fusselrolle. Der Sauger zieht bei zu starker Leistung die Fasern auseinander und kann dünne Stoffe verformen. Die Kleberolle hinterlässt Rückstände, die neuen Staub zusätzlich binden. Auch der Versuch, Wachsreste mit einem heißen Bügeleisen auszuschmelzen, gehört nicht an den Mantel: Die Hitze verschmilzt das Wachs mit der Faser und hinterlässt einen glänzenden, kaum entfernbaren Fleck. Wer trotzdem bügeln möchte, legt ein saugfähiges Tuch dazwischen und arbeitet nur mit niedriger Temperatur.
Kleine Blasen lassen sich meist an der Oberfläche öffnen und lokal versiegeln. Man sticht sie mit einem sauberen Werkzeug an, lässt die eingeschlossene Luft entweichen und trägt anschließend eine dünne Schicht desselben Materials auf. Wichtig ist, vorher zu prüfen, ob die Blase nur oberflächlich sitzt oder bereits einen Hohlraum nach unten bildet. Drückt man leicht darauf und die Umgebung gibt nach, ist die Blase größer als sie aussieht. Typischer Fehler: einfach überstreichen. Das hält kurzfristig, weil die Blase optisch verschwindet, aber die Ursache bleibt und die Stelle bricht später wieder auf.
Nach dem Gießen bleibt die Stäbchen-Gummiband-Konstruktion so lange an Ort und Stelle, bis das Medium fest geworden ist oder der Docht sich vollgesogen hat. Erst dann werden Gummiband und Stäbchen entfernt. Wer sie zu früh abnimmt, riskiert, dass der Docht zurücksinkt oder seitlich kippt – besonders bei heißem Wachs, das beim Abkühlen schrumpft und den Docht mitzieht. Ein letzter Blick gilt dem Gummiband selbst: Naturkautschuk wird bei Wärme weich und dehnt sich, daher sollte es nach dem Abkühlen zügig entfernt werden, damit keine Rückstände am Docht haften bleiben.
In der Praxis geht es selten um Reinformen. Verbundwerkstoffe kombinieren beides: Eine weiche Matrix hält harte Fasern zusammen. Der Schmelzpunkt der Matrix bestimmt, wann das Bauteil versagt – nicht der der Fasern. Wer bei der Reparatur eines solchen Teils nur auf die sichtbare harte Komponente achtet, zerstört die Matrix. Prüfen Sie deshalb immer die niedrigste Schmelztemperatur im Verbund. Sie ist der limitierende Faktor. Dasselbe gilt für Lötverbindungen: Das Lot muss früher schmelzen als die zu verbindenden Metalle, sonst lösen sich diese auf.
Ein Docht, der beim Gießen verrutscht, brennt ungleichmäßig, rußt oder geht ganz aus. Die Ursache liegt selten am Docht selbst, sondern an fehlender Fixierung im Gefäß. Zwei dünne Stäbchen und ein Gummiband genügen, um die Dochtmitte während des gesamten Gießvorgangs in Position zu halten. Das Prinzip ist simpel: Die Stäbchen bilden eine Brücke über der Gefäßöffnung, das Gummiband presst den Docht zwischen ihnen fest, ohne ihn zu quetschen.