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Warum hängen Wassertriebe am Apfelbaum und was tun?

Nach dem Abfall bleibt ein kurzer Stummel stehen. Dieser Rest wird im dritten Schnitt entfernt, und zwar dicht am Stamm, aber ohne die Asthalsfalte zu verletzen. Diese leichte Verdickung am Übergang zum Stamm ist kein Hindernis, sondern das natürliche Überwallungsgewebe. Wer hier bündig ins Stammholz schneidet, öffnet eine große Wunde, die nur langsam zuwächst. Der richtige Ansatz liegt knapp außerhalb der Falte, sodass ein flacher, ovaler Schnitt entsteht.

Die Schnur zeigt nur die Richtung, nicht den Schnitt Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die Schnur ersetze das Auge. Sie tut das nicht. Sie dient als Führungslinie für die Oberkante und, wenn man eine zweite Schnur tiefer spannt, als Begrenzung der Seitenfläche. Beim Schneiden hält man die Heckenschere flach und parallel zur Schnur, ohne sie zu berühren. Wer die Schnur mit dem Blatt antippt, verschiebt sie und schneidet danach schief weiter. Besser ist es, die Schnur leicht versetzt zu spannen, sodass ein kleiner Abstand zum Blatt bleibt.

Ein häufiger Fehler ist der Schnitt in die bereits ausgebildeten neuen Triebe. Wer zu spät schneidet, entfernt genau die Knospen, die im nächsten Jahr blühen sollen. Ein weiterer Fehler: das Auslichten von innen mit der Motorsäge oder einer stumpfen Schere. Dadurch entstehen ausgefranste Schnittstellen, die Krankheitserregern wie Pilzen Tür und Tor öffnen. Deshalb sollte das Werkzeug desinfiziert und scharf sein. Auch das Mulchen mit Rasenschnitt direkt unter dem Strauch kann Fäulnis begünstigen, wenn der Schnitt nicht sauber ausgeführt wurde.

Woran man die kritische Zone erken

Die Ursache liegt meist im Schnitt selbst. Wer zu viel Holz auf einmal entfernt oder einen alten, lange ungeschnittenen Baum radikal auslichtet, nimmt dem Baum viele Knospen. Die Wurzeln bleiben aber intakt und versorgen weiterhin die verbliebene Krone. Der Baum reagiert mit verstärktem Austrieb, um die verlorene Blattmasse schnell zu ersetzen. Auch ein zu kräftiger Rückschnitt einzelner starker Äste oder eine Überdüngung mit Stickstoff fördern diese senkrechten Schosse. Selbst ohne Schnitt können Wassertriebe auftreten, wenn ein Ast durch Wind oder Fruchtlast bricht und der Baum die Wunde mit neuem Holz überwallt.

Typische Fehler sind ein zu später Schnitt, bei dem die Triebe schon verholzt sind, und das Abschneiden direkt über einem Auge, was wiederum neuen Austrieb provoziert. Wer alle Wassertriebe auf einmal entfernt, riskiert eine erneute starke Reaktion. Besser ist es, über zwei Jahre verteilt vorzugehen und pro Jahr nur einen Teil zu entfernen. Ebenso falsch ist es, Wassertriebe mit Dünger auszugleichen: Stickstoff verstärkt das Problem. Wer den Baum mäßig hält, ihn regelmäßig, aber zurückhaltend schneidet und die Triebe rechtzeitig im Sommer entfernt oder herunterbindet, bekommt eine ruhigere Krone und mehr Früchte.

Bevor irgendetwas verstellt wird, muss der Aufstellort stimmen. Eine Waage auf weichem Untergrund, neben einer Heizung oder in Zugluft liefert unbrauchbare Werte. Die Libelle – sofern vorhanden – wird über die Stellfüße justiert, bis die Blase mittig sitzt. Bei Balkenwaagen kontrolliert man zuerst, ob die Schneiden sauber in den Pfannen sitzen und ob die Arretierung vollständig gelöst ist. Ein häufiger Fehler: Man dreht an der Justierschraube, während der Balken noch arretiert ist. Das verstellt die Nullage dauerhaft und führt zu Drift.

Wassertriebe am Apfelbaum sind lange, senkrecht nach oben wachsende Jungtriebe, die bevorzugt aus schlafenden Augen an starken Astpartien oder nach einem kräftigen Rückschnitt austreiben. Sie wachsen oft schneller als die übrigen Triebe, bleiben weich und tragen in den ersten Jahren keine Blüten. Viele Gartenbesitzer erschrecken, wenn nach einem Winter mit starkem Schnitt plötzlich ein ganzer Kranz solcher Triebe aus dem Holz schießt. Das ist keine Krankheit, sondern eine Reaktion des Baumes auf ein Ungleichgewicht zwischen Wurzelmasse und Kronenvolumen.

Es gibt zwei sinnvolle Wege im Umgang mit Wassertrieben. Der erste ist das Entfernen: Man schneidet sie im Sommer, etwa Ende Juni bis Juli, direkt am Ansatz ab. Zu diesem Zeitpunkt sind sie noch weich und die Wunde heilt schnell. Ein Rückschnitt im Winter regt dagegen oft zu noch mehr Austrieb an, weil der Baum dann wieder mit verstärktem Wachstum antwortet. Der zweite Weg ist das Umleiten: Einen kräftigen Wassertrieb, der an einer guten Stelle steht, bindet man waagerecht oder leicht abwärts und lässt ihn als neuen Fruchtast heranwachsen. Durch das Herunterbinden verliert er seine Spitzenstellung und bildet eher Blütenknospen.

Was mit Wassertrieben im Laufe der Zeit geschieht Wassertriebe bleiben nicht dauerhaft nutzlos. In den ersten zwei bis drei Jahren sind sie weich, unreif und anfällig für Frost und Mehltau. Mit der Zeit verholzen sie, verdicken sich und können zu tragenden Ästen werden, wenn man sie in die richtige Richtung lenkt. Allerdings geschieht das nicht von allein: Ein senkrecht stehender Trieb bleibt meist dominant und unterdrückt das Wachstum der Nachbartriebe. Wird er nicht korrigiert, entsteht eine dichte, unübersichtliche Krone, in der Licht und Luft fehlen. Genau dort siedeln sich dann Schorf und andere Pilzkrankheiten an.

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