Warum setzt sich Kalk am Überlauf fest und was hilft wirklich?

Manche Duschköpfe haben einen beweglichen Gelenkkopf oder eine integrierte Umschaltung. Prüfen Sie vor dem Einweichen, ob sich solche Teile bewegen lassen und ob Wasser austritt, sobald der Beutel sitzt. Tritt während der Einwirkzeit Flüssigkeit an der Verbindung zum Schlauch aus, ist die Dichtung porös und sollte ersetzt werden. Das ist kein Grund, den ganzen Kopf abzuschrauben, sondern ein Hinweis darauf, dass die Wartung fällig war.

Nach dem Entkalken wird der Perlator in umgekehrter Reihenfolge zusammengesetzt und wieder auf den Wasserhahn geschraubt. Dabei nicht zu fest anziehen, denn das Gewinde aus Kunststoff bricht leicht. Erst danach das Wasser aufdrehen und den Strahl prüfen. Spritzt das Wasser weiterhin seitlich, sitzt meist eine Dichtung falsch oder ein Sieb ist verkehrt eingelegt. In seltenen Fällen ist der Perlator selbst verschlissen und muss ersetzt werden. Eine regelmäßige Reinigung alle sechs Monate verhindert, dass sich Kalk überhaupt so stark festsetzt.

Kalk im Leitungswasser ist chemisch betrachtet Calciumcarbonat. Es entsteht, wenn hartes Wasser mit gelöstem Calcium und Hydrogencarbonat durch Erwärmen oder Druckveränderungen ausfällt. Dieser Kalk setzt sich nicht nur in Rohren und an Armaturen ab, sondern verändert auch den Geschmack des Wassers. Viele Menschen beschreiben hartes Wasser als „kalkig”, „kreidig” oder „trocken”. Der Grund liegt nicht in einem giftigen Stoff, sondern in der Verschiebung des pH-Werts und der Ionenbalance. Calcium- und Magnesiumionen binden einen Teil der Aromastoffe, die sonst für einen frischen, weichen Geschmack sorgen. Gleichzeitig kann sich der Geschmack von Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln verstärken, weil Kalk deren Abbau verzögert.

Der wirksamste Weg ist eine Säure, die den Kalk in lösliche Salze umwandelt. Bewährt hat sich ein Bad aus warmem Wasser und Zitronensäure im Verhältnis von etwa einem Esslöffel Pulver auf einen halben Liter Wasser. Alternativ funktioniert Essigessenz, verdünnt mit der gleichen Menge Wasser. Füllen Sie die Mischung in einen stabilen Beutel, stülpen Sie ihn über den Duschkopf und befestigen Sie ihn mit einem Gummiband so, dass alle Düsen vollständig eintauchen. Achten Sie darauf, dass der Beutel nicht überläuft und die Flüssigkeit nicht auf empfindliche Armaturen daneben tropft.

Ein verkalkter Duschkopf fällt zuerst durch einen schwächeren Strahl auf, später durch ungleichmäßig spritzende Düsen. Viele greifen dann zum Schraubenschlüssel oder versuchen, den Kopf mit Gewalt abzudrehen. Das ist fast immer unnötig und beschädigt häufig die Chromschicht oder die Dichtung. Kalk lässt sich chemisch lösen, und zwar ohne dass irgendeine Schraube gelockert werden muss.

Die Reinigung des Geräts ist ebenfalls entscheidend. Behälter und Deckel sollten regelmäßig mit warmem Wasser und mildem Spülmittel gereinigt werden. Aggressive Reiniger oder Scheuermittel beschädigen die Kunststoffteile und können die Dichtungen angreifen. Ein weiterer häufiger Fehler: den Filter im Kühlschrank aufbewahren, obwohl er für den Betrieb bei Raumtemperatur ausgelegt ist. Kaltes Wasser fließt langsamer durch die Kartusche, was die Filterleistung verändert. Besser ist es, das Gerät an einem kühlen, aber nicht zu kalten Ort zu platzieren und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Kalk am Überlauf des Waschbeckens entsteht, weil dort ständig Wasser entlangläuft, aber kaum Spülung oder Bewegung herrscht. Das Wasser verdunstet langsam, die gelösten Mineralien bleiben zurück und kristallisieren zu einer harten, weißlich-grauen Kruste. Besonders schnell geht das in Regionen mit hartem Wasser. Der Überlauf ist dabei kein Schmuckelement, sondern eine Sicherheitsöffnung: Er verhindert, dass das Becken überläuft, wenn der Abfluss verstopft ist oder der Wasserhahn offen bleibt. Deshalb darf man ihn nicht einfach mit Silikon verschließen oder dauerhaft zukleben, nur weil er optisch stört.

Wie lange einweichen und was dabei schiefgeht Die Einwirkzeit liegt je nach Kalkmenge zwischen zwei und zwölf Stunden. Über Nacht ist praktisch, weil man in der Zeit ohnehin nicht duscht. Der häufigste Fehler ist Ungeduld: Wer nach zwanzig Minuten nachsieht und dann mit einer Nadel in den Düsen stochert, verkratzt die Öffnungen und drückt Kalk tiefer hinein. Ebenso problematisch ist eine zu hohe Säurekonzentration. Reine Essigessenz ohne Wasser greift bei manchen Kunststoffdüsen das Material an und lässt es spröde werden. Bleiben Sie deshalb immer bei der verdünnten Mischung.

Ob der Kalk wirklich stört, hängt vom eigenen Empfinden ab. Wer viel Leitungswasser trinkt, sollte die Wasserhärte beim Versorger erfragen oder mit einem Teststreifen messen. Liegt der Wert über 14 °dH und schmeckt das Wasser unangenehm, lohnt sich ein Filter oder eine Mischung mit weichem Wasser. Wer unter 8 °dH liegt, braucht meist nichts zu tun. Ein letzter Hinweis: Kalk ist gesundheitlich unbedenklich. Der Geschmack ist das einzige Problem, und das lässt sich mit einfachen Mitteln lösen.