Efeu, der einen Baumstamm emporwächst, sieht zunächst harmlos aus. Tatsächlich haftet er mit Haftwurzeln an der Rinde, ohne den Baum direkt zu schädigen. Problematisch wird es erst, wenn der Bewuchs den Stammfuß dicht umschließt und den Wurzelbereich des Baumes überdeckt. Dann konkurriert der Efeu um Wasser und Nährstoffe, und die Rinde bleibt unter der grünen Decke dauerhaft feucht. Wer den Efeu am Stamm reduzieren will, sollte nicht wahllos an der Ranke ziehen, sondern gezielt den unteren Bereich freilegen.
Typische Fehler sind das Stehenlassen zu vieler Augen aus Angst, die Rebe zu schwächen. Eine gesunde Rebe verträgt einen kräftigen Rückschnitt problemlos und dankt ihn mit größeren Beeren. Ein weiterer Fehler ist der Schnitt in alte, verholzte Zonen, aus denen kaum noch Triebe austreiben. Man sollte immer auf junges, einjähriges Holz setzen. Ebenso problematisch ist das Gießen direkt nach dem Schnitt im Winter, denn Staunässe fördert Fäulnis an den Wunden.
Johannisbeeren sind Sträucher, die an mehrjährigen Ruten tragen. Die besten Beeren wachsen an ein- und zweijährigem Holz. Ältere Ruten ab dem vierten Jahr verzweigen sich stark, bilden immer weniger Knospen und liegen irgendwann flach über dem Boden. Wer sie stehen lässt, erntet nach und nach nur noch kleine, saure Früchte an den Randtrieben. Der Schnitt ist also kein Formschnitt, sondern eine Verjüngungskur. Ohne ihn verkahlt der Strauch von innen, und genau dort, wo Licht und Luft fehlen, setzen Pilzkrankheiten an.
Häckseln richtig ansetz
Nach dem Schnitt bleibt der Strauch luftig und lichtdurchlässig. Das ist die beste Vorbeugung gegen Mehltau und Blattfallkrankheit. Gieße und dünge nicht sofort nach, sondern warte, bis der Austrieb sichtbar beginnt. Wer den Schnitt jedes Jahr im Spätwinter wiederholt, hält den Strauch über viele Jahre fruchtbar. Bleibt er aus, wandert die Ernte nach oben in die Spitzen, die Qualität sinkt, und irgendwann lohnt sich der Aufwand nicht mehr. Der jährliche Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist die zuverlässigste Pflegemaßnahme, die du einem Johannisbeerstrauch geben kannst.
Ein häufiger Fehler ist der Schnitt in der Hauptwachstumsphase im Frühjahr. Dann reagiert Efeu mit starkem Neuaustrieb und bildet schnell Ersatzranken. Besser ist der späte Sommer oder der Herbst, wenn das Wachstum nachlässt. Ein zweiter Fehler: Mulch oder Rindenstücke direkt an den Stamm legen. Das hält die Feuchtigkeit und fördert neue Haftwurzeln. Lasst den Stammfuß einige Wochen offen und kontrolliert ihn regelmäßig. Treibt etwas nach, entfernt es sofort mit den Fingern, solange es noch weich ist. So bleibt der Wurzelbereich dauerhaft frei, ohne dass der Baum Schaden nimmt.
Pro Jahr bleiben etwa sechs bis acht kräftige Ruten stehen, verteilt auf alle Altersstufen: zwei bis drei einjährige, zwei bis drei zweijährige und zwei ältere. Der Rest wird am Ansatz entfernt. Die jungen Triebe, die aus dem Boden kommen, sind dein Nachwuchs — sie tragen im nächsten Jahr die Haupternte. Lass nicht mehr als nötig davon stehen, sonst wächst der Strauch zu dicht und die Beeren bleiben klein. Zum Schluss kürzt du die Spitzen der verbliebenen jungen Triebe leicht ein, damit sie sich verzweigen und mehr Fruchtholz bilden.
Ein häufiger Fehler ist das Schneiden bei praller Mittagssonne. Hitze und grelles Licht verzerren die Sicht auf die Schnur, und die Schnittlinie wirkt wellig, obwohl sie gerade ist. Besser sind die frühen Morgenstunden oder ein bedeckter Tag. Ein weiterer Fehler: die Schnur nach jedem Schnitt neu spannen, weil sie sich gelockert hat. Wer die Stäbe fest genug setzt und eine Schnur mit geringer Dehnung verwendet, muss nicht nachjustieren. Löst sich die Schnur dennoch, deutet das auf zu weiche Stäbe oder zu lockeren Boden hin – dann helfen breitere Stäbe oder ein tieferes Einschlagen.
Zum Schluss wird die Hecke von oben nach unten kontrolliert. Eine gerade Kante erkennt man nicht nur an der Oberfläche, sondern auch daran, dass die Seitenflächen senkrecht verlaufen und keine Dellen aufweisen. Wer die Schnüre erst nach dem Schneiden entfernt, kann die Kanten noch korrigieren. Die Stäbe werden zum Schluss gezogen, die Schnur aufgerollt und für den nächsten Schnitt aufbewahrt. Auf diese Weise bleibt die Hecke über Jahre in Form, ohne dass sich Wellen einschleichen.
Im Sommer folgt der zweite Eingriff. Sobald die neuen Triebe etwa handlang über den letzten Draht hinausgewachsen sind, werden sie entspitzt. Man entfernt die Spitze samt einigen Blättern, damit die Kraft in die Blütenstände geht. Gleichzeitig alle Seitentriebe ohne Traubenansatz auf zwei Blätter kürzen. Wer das unterlässt, bekommt eine grüne Wand, aber keine nennenswerte Ernte. Das Laub muss licht und luftig bleiben, sonst breiten sich Pilzkrankheiten aus.
Der richtige Zeitpunkt liegt im Spätwinter, Ende Februar bis Anfang März, solange die Rebe noch vollkommen ruht. Schneidet man im Herbst, kann Frost die offenen Wunden schädigen. Schneidet man zu spät, blutet die Rebe stark und verliert Saft, der für den Austrieb fehlt. Ein trüber, frostfreier Tag ist ideal. Werkzeug vorher desinfizieren, denn Reben reagieren empfindlich auf Pilzsporen, die an ungeputzten Scheren haften.