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Wollläuse oder Schmierläuse? Weiße Watte richtig deuten

Vorbeugend hilft vor allem ein trockener, luftiger Standort. Zu hohe Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit warmen Temperaturen begünstigt die Vermehrung. Gießen Sie nicht über die Blätter, sondern direkt auf die Erde, und lüften Sie regelmäßig. Düngen Sie zurückhaltend: Ein Überangebot an Stickstoff macht das Gewebe weich und attraktiv für Schädlinge. Neue Pflanzen sollten grundsätzlich zwei Wochen getrennt stehen, bevor sie zu den übrigen gestellt werden. So bleibt weiße Watte in den Blattachseln eine Ausnahme – nicht die Regel.

Ist der Ballen heraus, folgt der wichtigste Moment: prüfen. Lege ihn auf eine Unterlage und sieh dir die Wurzeln genau an. Gesunde Wurzeln sind hell, fest und verzweigt. Braune, matschige oder übelriechende Stellen müssen weg. Schneide sie mit einer sauberen Schere bis ins gesunde Gewebe zurück. Verfilzte Wurzeln, die im Kreis wachsen, lassen sich mit den Fingern vorsichtig auseinanderziehen. Bei starkem Wurzelfilz hilft ein senkrechter Schnitt an vier Seiten, jeweils etwa einen Zentimeter tief.

Für Topfpflanzen gilt: Kaffeesatz nur in kleinen Mengen und nie auf trockene Erde. Vorher gießen, damit die Wurzeln nicht verbrennen. Wer Schimmel entdeckt, entfernt die oberste Schicht sofort und lässt die Erde abtrocknen. Im Garten kann Kaffeesatz zwischen Stauden oder unter Sträuchern ausgebracht werden, aber nicht in einer dicken Schicht. Richtig eingesetzt ist er ein brauchbarer Rohstoff. Falsch angewendet schadet er Boden und Pflanze mehr, als viele glauben.

Warum die falsche Erde mehr Schaden anrichtet als zu wenig Wasser Normale Blumenerde speichert Wasser zu lange. Für den Bogenhanf ist eine Mischung aus zwei Teilen mineralischem Substrat und einem Teil Kompost sinnvoll. Perlit, Bims oder grober Sand lockern das Ganze auf, sodass die Feuchtigkeit schnell abzieht. Ein Topf mit einem Abzugsloch ist Pflicht. Ohne Loch sammelt sich das Wasser am Boden, auch wenn oben alles trocken aussieht. Umtopfen ist nur nötig, wenn die Wurzeln den Topf sprengen oder die Erde völlig verdichtet ist. Ein zu großer Topf schadet mehr als ein zu enger, weil die überschüssige Erde lange feucht bleibt.

Der Standort sollte hell sein, direkte Mittagssonne im Sommer aber vermeiden. Ein Platz ein bis zwei Meter vom Südfenster entfernt passt gut. Auch ein Nordfenster funktioniert, dann wächst die Pflanze langsamer. Temperaturen zwischen 18 und 27 Grad sind ideal, unter 10 Grad stellt sie das Wachstum ein. Zugluft und Heizkörper in unmittelbarer Nähe verträgt sie schlecht. Gedüngt wird sparsam: einmal im Monat während der Wachstumsphase mit einem flüssigen Volldünger in halber Konzentration reicht völlig. Wer zu viel düngt, bekommt weiche, überlange Blätter, die leicht umknicken.

Ein häufiger Fehler ist zu kurzes Behandeln. Wollläuse legen ihre Eier in Wachsflocken ab, die viele Kontaktmittel abweisen. Wiederholen Sie jede Behandlung nach sieben bis zehn Tagen mindestens dreimal, auch wenn nichts mehr zu sehen ist. Ebenso falsch: die Pflanze nach dem Abwischen sofort wieder in die Wohnzimmergruppe stellen. Erst wenn vier Wochen lang keine neue Watte auftaucht, ist der Befall erloschen.

Typische Fehler sind handelsübliche Blattglanzsprays, Spülmittelzusätze und Mikrofaserlappen. Sprays enthalten Öle oder Tenside, die sich in die Wachsschicht einlagern und sie dauerhaft durchlässig machen. Spülmittel entzieht der Cuticula Fette und lässt die Oberfläche matt und rau zurück. Mikrofaser wirkt wie feines Schleifpapier, auch wenn sie trocken verwendet wird. Ebenso falsch ist es, Kalk mit Essig oder Zitronensäure entfernen zu wollen. Diese Säuren greifen das Wachs an, noch bevor sie den Kalk lösen. Bei stark kalkhaltigem Wasser entsteht so ein Schaden, der Monate sichtbar bleibt.

Typische Fehler sind häufiges Gießen aus Fürsorge, das Untersetzen in einen Übertopf ohne Abfluss und das Besprühen der Blätter. Der Bogenhanf braucht keine hohe Luftfeuchtigkeit; Wasser in den Blattachseln führt zu Fäulnis. Braune Blattspitzen deuten meist auf zu trockene Luft oder unregelmäßiges Gießen hin, gelbe, matschige Blätter dagegen fast immer auf Staunässe. Sind die Wurzeln bereits verfault, hilft nur noch das Herausnehmen, Abtrennen der weichen Stellen und Neupflanzen in frisches, trockenes Substrat. Danach zwei Wochen nicht gießen.

Das wichtigste Werkzeug ist kein Dünger, sondern die Hand. Bevor du gießt, steckst du den Finger zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sie sich dort noch feucht an, wartest du. In der Wachstumsphase von April bis September reicht es meist, alle zwei bis drei Wochen zu gießen. Im Winter, wenn die Pflanze kaum wächst, genügt alle vier bis sechs Wochen ein Schluck Wasser. Gieße dabei so, dass die Erde vollständig durchnässt wird und überschüssiges Wasser aus dem Topf abfließen kann. Staunässe ist der einzige Fehler, den der Bogenhanf kaum verzeiht: Die Wurzeln und der Blattansatz faulen, und das fällt oft erst auf, wenn die Blätter weich und gelb werden.

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