Bevor du irgendetwas bearbeitest, stell den Schrank komplett frei. Ziehe ihn mindestens einen halben Meter von der Wand weg, damit du die gesamte Fläche dahinter einsehen kannst. Prüfe nicht nur den sichtbaren schwarzen Belag, sondern auch die Rückwand des Schranks selbst, die Tapete und die Fußleiste. Schimmel riecht oft, bevor man ihn sieht – ein muffiger, modriger Geruch ist ein sicheres Zeichen, dass sich Sporen auch in Bereichen ausgebreitet haben, die du auf den ersten Blick für sauber hältst. Fotografiere den Befund, bevor du anfängst zu putzen: Das hilft später, wenn du gegenüber Vermieter oder Versicherung nachweisen musst, wie umfangreich der Befall war.
Am Ende zählt nicht das Werkzeug, sondern die Reihenfolge: erst prüfen, dann ansetzen, dann dosiert lösen. Wer diese Reihenfolge einhält, öffnet die meisten Hohlräume mit dem, was ohnehin in einer Schublade liegt. Wer sie überspringt, repariert anschließend eine gebrochene Blende.
Für die Reinigung reicht ein nebelfeuchtes Tuch. Aggressive Allzweckreiniger, Scheuermittel und Dampfgreifer greifen die Schutzschicht an. Bei geölten Treppen genügt Seifenwasser mit einem Schuss Essig, bei lackierten Flächen ein milder Neutralreiniger. Trocknen Sie nasse Stellen sofort ab, besonders im Bereich der ersten und letzten Stufe, wo Feuchtigkeit aus dem Eingang oder vom Obergeschoss eindringt.
Bei Sofas und Sesseln zählt der Bezug mehr als die Form. Flechtgewebe aus synthetischen Fasern ist robust, lässt sich feucht abwischen und nimmt Gerüche kaum an. Leinen und Baumwolle sind angenehm, aber empfindlich – hier hilft nur ein abnehmbarer, waschbarer Überzug. Wer Katzen hat, sollte auf grob gewebte Stoffe verzichten: Deren Fäden laden zum Krallenschärfen ein. Besser sind dicht gewebte, glatte Oberflächen. Für Hunde wiederum ist ein erhöhter Liegeplatz sinnvoll, damit sie nicht permanent auf dem Sofa liegen und Haare hinterlassen.
Ein Hohlraum hinter einer Wand, unter dem Boden oder in einem Möbelstück lässt sich oft ohne Spezialwerkzeug öffnen. Entscheidend ist, dass man zuerst den Aufbau versteht. Meist handelt es sich um eine dünne Platte, eine Blende oder eine eingeschobene Rückwand. Bevor irgendetwas gehebelt wird, klopft man die Fläche vorsichtig ab. Ein hohler Klang verrät, wo die Platte nur gesteckt oder mit wenigen Schrauben fixiert ist. Ein dumpfer Klang deutet auf eine massive Unterkonstruktion hin. Wer das ignoriert, zerbricht schnell eine Sichtblende, die sich mit einem gezielten Griff lösen ließe.
Arbeite beim Entfernen mit Handschuhen, einer Atemschutzmaske mit Feinstaubfilter und einer Schutzbrille. Befeuchte die befallenen Stellen vor dem Reinigen leicht mit einem Zerstäuber – trockene Sporen wirbeln sonst auf und verteilen sich im Raum. Löse den Schimmel mit einem üblichen Reinigungsmittel für Schimmelflächen oder mit einer verdünnten Alkohollösung, wische in einem Zug ab und wirf das Tuch sofort in einen geschlossenen Beutel. Verwende keinen Essigessenz auf porösen Oberflächen, weil sie den Untergrund aufweichen kann, und mische niemals chlorhaltige Mittel mit anderen Reinigern. Nach der Behandlung lässt du die Fläche vollständig trocknen und behandelst sie anschließend mit einer geeigneten Grundierung, die das Nachwachsen hemmt.
Für die meisten Fälle reichen ein flacher Schraubendreher, ein stumpfes Messer, ein dünner Draht oder ein Kunststoffkeil. Metallwerkzeuge hinterlassen Kratzer, deshalb legt man ein Stück Pappe oder Klebeband zwischen Werkzeug und Oberfläche. Zuerst sucht man nach sichtbaren Schrauben, Clips oder kleinen Vertiefungen. Oft sind sie mit einer Abdeckkappe versteckt, die sich mit dem Fingernagel abhebeln lässt. Ist keine Schraube zu finden, wird die Platte meist von Clips gehalten. Man setzt das Werkzeug an einer Ecke an, nicht in der Mitte. Die Mitte gibt bei Druck nach und bricht aus.
Feuchtigkeit messen, bevor du handelst Bevor du irgendetwas saniert, miss die Feuchtigkeit. Ein einfaches Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchte im Raum; sie sollte dauerhaft unter etwa 60 Prozent bleiben. Mit einem Feuchtemessgerät für Baustoffe prüfst du zusätzlich die Wand. Liegen die Werte deutlich über dem Normalbereich, ist nicht der Schrank das Problem, sondern die Wand. Kalte Außenwandecken, undichte Fenster oder eine fehlende Dämmung sind dann die eigentlichen Auslöser.
Erst die Ursache, dann die Chemie Behandle den Schimmel nie, ohne vorher die Ursache zu kennen. Typische Auslöser sind eine falsch platzierte Möbelwand an einer Außenwand mit unzureichender Dämmung, ein undichtes Regenrohr direkt hinter der Fassade, eine fehlende Dampfsperre im Mauerwerk oder schlicht zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. Auch ein zu dicht an die Wand gestellter Schrank ohne Luftspalt ist eine häufige Ursache – die Hinterlüftung fehlt schlicht. Wenn du nur oberflächlich entfernst, kommt der Befall in der nächsten kalten Jahreszeit wieder. Bei größeren Flächen, bei denen der Putz bereits kreidet oder sich die Tapete löst, ist es sinnvoll, einen Fachbetrieb für Bautrocknung oder einen Sachverständigen hinzuzuziehen. Bei kleinem Befall auf intaktem Untergrund kannst du selbst tätig werden.