Wenn Sie in einer Mietwohnung oder im eigenen Haus wohnen und überlegen, Rollladen nachzurüsten, stehen Sie vor drei zentralen Fragen: Was kostet das, wie aufwendig ist die Montage und was dürfen Sie rechtlich überhaupt tun. Die Antworten hängen stark von Ihrer Wohnsituation ab. Ein Eigentümer hat freie Hand, ein Mieter braucht in der Regel die Zustimmung des Vermieters. Grundsätzlich gilt: Je besser Sie vorbereitet sind, desto vermeidbarer sind spätere Probleme.
Bevor Sie bohren, sollten Sie unbedingt einen Leitungssucher verwenden, um Strom- und Wasserleitungen in der Wand zu vermeiden. Ein Treffer in ein Kabel kann nicht nur den Bohrer zerstören, sondern auch zu einem Stromschlag führen. Bohren Sie mit einem Bohrer, der zum Wandmaterial passt: Für Beton benötigen Sie einen Steinbohrer, für Gipskarton ein spezielles Modell ohne Schlag. Verwenden Sie passende Dübel und Schrauben, die das Gewicht des Schranks samt Inhalt tragen können. Ein Unterschrank, der nur mit zwei dünnen Schrauben befestigt ist, fällt früher oder später von der Wand – das ist einer der häufigsten Fehler.
Richtig lüften, ohne die Wärme zu verlier
Wer einen Eckschrank in eine Nische einbaut, steht oft vor einem Problem: Die Wände sind nicht lotrecht, der Boden nicht eben. Eine Abweichung von wenigen Millimetern pro Meter führt dazu, dass der Schrank kippt, die Türen klemmen oder an der Wand klaffen hässliche Spalten. Bevor Sie überhaupt mit der Montage beginnen, sollten Sie die Nische daher exakt ausmessen – und zwar nicht nur an einer Stelle, sondern an mehreren: oben, in der Mitte und unten. Nehmen Sie eine Wasserwaage und prüfen Sie sowohl die Vertikalität der Wände als auch die Winkel zwischen den Wänden. Notieren Sie die größten Abweichungen. Nur so wissen Sie, wie viel Ausgleich Sie später benötigen.
Die Kosten für eine Nachrüstung setzen sich aus Material, Arbeitszeit und eventuellen Nebenarbeiten zusammen. Wenn Sie handwerklich geschickt sind, können Sie bei der Montage sparen. Übliche Systeme sind Vorbau-Rollläden, die außen vor dem Fenster angebracht werden, oder Innen-Rollläden, die in die Laibung passen. Vorbau-Modelle sind meist teurer, bieten aber besseren Schall- und Wärmeschutz. Innen-Rollläden sind günstiger und einfacher zu installieren, haben aber geringere Dämmwirkung. Ein typischer Fehler ist, sich nur am Stückpreis zu orientieren – übersehen Sie nicht die Kosten für Zubehör wie Führungsschienen, Gurtwickler oder Motorsteuerung.
Bei der Montage sollten Sie unbedingt die Statik und die Bausubstanz prüfen. Eine schwere Außenanlage muss fest im Mauerwerk verankert werden; bei Wärmedämmverbundsystemen sind spezielle Dübel erforderlich. Messen Sie Fensterbreite und -höhe exakt, denn Rollläden gibt es in genormten Größen, aber nicht jede Norm passt zu jedem Fenster. Ein häufiger Fehler ist das Vernachlässigen der Laibungstiefe – wenn die Wand zu schmal ist, passt der Kasten nicht. Planen Sie außerdem einen Stromanschluss, wenn Sie einen Motor verwenden möchten. Bei einer reinen Gurtlösung entfällt das, aber der Gurt muss sauber geführt werden, um später nicht zu verklemmen.
Welche Klappenart passt zu Ihrem Alltag? Die Wahl der Klappe entscheidet über den Komfort. Eine nach oben aufklappbare Sitzfläche bietet schnellen Zugriff auf den gesamten Innenraum, ist aber unpraktisch, wenn Sie häufig nur ein Paar Schuhe herausholen möchten – dann müssen Sie alles anheben, was auf der Bank liegt. Eine Frontklappe oder eine Schublade erlaubt den Zugriff, ohne die Sitzfläche zu leeren. Achten Sie bei Klappen auf Gasdruckfedern: Sie verhindern, dass der Deckel unkontrolliert zufällt und Ihre Finger einklemmt. Bei Schubladen sollten die Auszüge voll belastbar sein und eine Selbsteinzugsfunktion haben, damit die Schublade auch bei unvollständigem Schließen leise und sicher einrastet.
Zum Schluss befestigen Sie die Sockelblende oder die Füße, falls der Unterschrank auf einem Sockel steht. Prüfen Sie, ob der Schrank fest an der Wand sitzt, indem Sie vorsichtig an der oberen Kante ziehen. Ein leichter Widerstand ist normal, aber wenn der Schrank nachgibt, müssen Sie längere Schrauben oder zusätzliche Dübel verwenden. Denken Sie daran, dass die Belastung später durch Geschirr und Vorräte deutlich höher ist als im leeren Zustand. Ein stabiler Sitz ist deshalb keine Frage der Optik, sondern der Sicherheit.
Nach der Montage sollten Sie die Türen einstellen: Lösen Sie die Schrauben an den Scharnieren leicht, um die Tür in der Höhe, Tiefe und im Spalt zu justieren. Schließen Sie die Tür und prüfen Sie den Abstand zur Nachbartür – er sollte überall gleich sein. Öffnen und schließen Sie jede Tür mehrmals, um ein leichtgängiges Gleiten zu gewährleisten. Wenn eine Tür schleift, liegt das oft daran, dass der Schrank nicht vollständig rechtwinklig montiert wurde – kontrollieren Sie die Diagonale des Korpus mit dem Zollstock. Bei einer Differenz von mehr als fünf Millimetern sollten Sie die Befestigung lösen und neu ausrichten.