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Wenn der Teigling beim Einschießen kippt, verliert der Boden die Form

Typische Fehler beim Umstieg: zu wenig Wasser, zu kurze Gehzeit, zu viel Hefe als Ausgleich. Mehr Hefe beschleunigt die Gärung, aber der Teig reißt trotzdem, weil das Klebergerüst fehlt. Besser ist eine Mischung aus 550 und Vollkorn im Verhältnis zwei zu eins oder eins zu eins. So bleibt das Brot saftig, geht ordentlich auf und liefert trotzdem Ballaststoffe. Sauerteig hilft bei Vollkorn mehr als Hefe, weil er die Schalenteile aufschließt und den Geschmack runder macht.

Für den Alltag reicht eine einfache Regel: helle Gebäcke mit 550, kräftige Brote mit 1050 oder einer Mischung, Vollkorn für Geschmack und Sättigung. Die Typenzahl ist kein Gütesiegel, sondern eine Gebrauchsanweisung. Wer sie liest, muss weniger probieren und backt gleichmäßiger.

Ein typischer Fehler ist auch der zu lange Aufenthalt auf dem Schieber. Wer den Teigling auflegt, dann noch einmal nachjustiert, ihn dreht oder zurechtrückt, verliert Zeit. In diesen Sekunden beginnt der Teig bereits zu flocken, die Oberfläche trocknet an, der Teigling verliert Haftung. Besser ist: Teigling auflegen, kurz warten, einschießen. Wer unsicher ist, übt mit einem Stück Teig ohne Belag, bis die Bewegung sitzt.

Ein Dampfgarer kann hartes Brot nicht in jedem Fall retten. Ist das Brot bereits schimmlig oder riecht es muffig, hilft keine Methode. Auch bei Brot, das länger als drei Tage offen lag, ist der Effekt gering: Die Stärke ist bereits so stark umkristallisiert, dass Feuchtigkeit allein sie nicht mehr weich bekommt. In solchen Fällen ist es sinnvoller, das Brot zu rösten oder als Grundlage für Suppeneinlagen zu verwenden. Für frisch aufgebackenes Brot vom Vortag ist der Dampfgarer dagegen eine zuverlässige Methode.

Nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten sollte der Dampf entweichen. Die restliche Backzeit ohne Dampf sorgt für eine knusprige Kruste. Wer den Dampf zu lange hält, bekommt eine ledrige Oberfläche. Also: Wasserform nach der ersten Phase herausnehmen oder leer werden lassen. Bei kleinen Backwaren wie Brötchen reichen fünf Minuten Dampf. Bei großen Broten sind zehn bis zwölf Minuten optimal. Wer unsicher ist, kann nach der Hälfte der Backzeit die Ofentür kurz öffnen, um Restdampf abzulassen – das schadet nicht, solange der Ofen danach wieder geschlossen bleibt.

Die Zahl auf der Mehlpackung gibt den Mineralstoffgehalt an, nicht die Qualität. Sie beschreibt, wie viel Asche nach dem Verbrennen von 100 Gramm Mehl übrig bleibt, gemessen in Milligramm. Typ 550 enthält also rund 550 Milligramm Mineralstoffe pro 100 Gramm, Typ 1050 etwa 1050 Milligramm. Je höher die Zahl, desto mehr Schalenteile des Korns stecken im Mehl. Vollkornmehl trägt keine Typenzahl, weil das ganze Korn vermahlen wird.

Zunächst muss zwischen zwei Zuständen unterschieden werden. Ein leicht säuerlicher, an reifen Käse oder Joghurt erinnernder Geruch gehört zu einem gesunden Sauerteig. Stechend, spitz und chemisch wird es erst, wenn die Kultur mehrere Tage ohne Fütterung stand und sich Alkohol gebildet hat, den die Hefen nicht mehr abbauen konnten. Auch eine zu warme Umgebung über 30 Grad beschleunigt diesen Prozess. Wer den Ansatz dann noch mit heißem Wasser auffrischt, verschärft das Problem, weil die Stärke im Mehl schneller vergärt, als die Milchsäurebakterien gegensteuern können.

Nach der Ruhephase kommen Salz, Hefe oder Sauerteig dazu. Salz erst jetzt einarbeiten, weil es die Wasseraufnahme der Proteine hemmt und die Autolyse verzögert. Das Kneten fällt danach kürzer aus, oft genügen fünf bis acht Minuten, bis der Teig glatt ist. Ein häufiger Fehler ist, die Autolyse mit zu wenig Wasser durchzuführen. Zähmehle brauchen mehr Flüssigkeit als schwache Mehle. Wer zu sparsam dosiert, bekommt einen festen Teig, der trotz Autolyse reißt. Ein weiterer Fehler: die Autolyse über Nacht im Kühlschrank. Das funktioniert bei manchen Mehlen, kann aber bei empfindlichen Sorten das Klebergerüst schwächen, weil Enzyme zu lange arbeiten.

Auch die Temperatur spielt eine Rolle. Ein kalter Teigling aus dem Kühlschrank ist steif und reißt beim Einschießen eher. Ein zu warmer Teigling ist weich und fließt. Ideal ist eine Teigtemperatur, bei der sich der Teigling noch fest anfühlt, aber nicht bretthart ist. Wer direkt aus der Kühlung backt, sollte den Teigling vorher kurz akklimatisieren lassen. Das gilt besonders für Teige mit langer Stockgare.

Husband and wife making pancakes at home. Loving couple having fun while cookingDer Schieber entscheidet in der ersten Sekunde Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, ist die Bewegung des Schiebers. Wer den Teigling mit einem Ruck einschießt, erzeugt eine Trägheitskraft, die den Teigling nach vorne zieht. Er rutscht über die Lippe und kippt. Richtig ist eine flache, gleichmäßige Vorwärtsbewegung, bei der der Schieber fast waagerecht bleibt. Der Teigling darf nicht fallen, er muss gleiten. Ein kurzer, trockener Mehlstaub auf dem Schieber hilft, aber zu viel Mehl verbrennt und lässt den Teigling kleben.

Beim Kneten gilt: Vollkornteig braucht länger, aber nicht zu lange. Zehn bis fünfzehn Minuten reichen, danach eine Stunde ruhen lassen. Der Teig fühlt sich klebrig an, das ist normal. Wer ihn mit Mehl bestäubt, bis er nicht mehr klebt, verbaut die Wasseraufnahme und erhält ein trockenes Brot. Besser ist eine geölte Arbeitsfläche und ein Teigschaber. Beim Backen braucht Vollkorn etwas mehr Hitze am Anfang, damit die Kruste nicht zu weich bleibt, danach weniger, damit der Kern durchgart.

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