Ein Home Office entwickelt sich schnell zu einem Raum, in dem drei Dinge gleichzeitig aus dem Ruder laufen: Kabel hängen kreuz und quer, der Schall hallt zwischen glatten Wänden, und die Grenze zwischen Arbeit und Wohnen verschwimmt. Wandpaneele lösen diese Probleme nicht automatisch, aber sie geben eine Struktur vor, an der man sich entlangarbeiten kann. Entscheidend ist, dass man zuerst den Ist-Zustand aufnimmt: Welche Wand ist wirklich frei? Wo verlaufen Steckdosen, Lichtschalter und Heizung? Wer blind zur Bohrmaschine greift, bohrt früher oder später in ein Kabel oder setzt ein Paneel über eine Dose, die er noch braucht.
Alte Bausubstanz bringt Farbprobleme mit sich, die in Neubauten kaum auftreten. Nikotin, Ruß, Wasserränder und Fett hinterlassen Rückstände, die in der Wand sitzen und nicht einfach an der Oberfläche kleben. Wer diese Stellen nur mit einem Anstrich überdeckt, sieht sie nach wenigen Wochen wieder. Schuld ist meist die Migration: Lösemittel und Wasser aus der neuen Farbe lösen alte Ablagerungen an und ziehen sie an die Oberfläche. Deshalb entscheidet nicht die Deckkraft der Farbe allein, sondern die Vorbehandlung.
Häufige Fehler: das Bett in die Laufroute zwischen Tür und Schrank stellen, den Heizkörper mit einem Kopfteil verdecken oder das Bett direkt an eine Außenwand mit schlechter Dämmung schieben. Auch ein Spiegel gegenüber dem Bett stört viele Menschen, weil er Licht und Bewegung reflektiert. Prüfen, ob die Tür sich noch vollständig öffnen lässt, ob der Heizkörper entlüftet werden kann und ob man bequem an die Steckdosen gelangt.
Die Bezugslinie bestimmt das Ergebn
Vor dem Zusammenbau alle Teile trocken zusammenstecken und die Bohrungen für Scharniere und Topfbänder exakt anzeichnen. Ein häufiger Fehler ist, den Korpus zuerst zu verleimen und dann festzustellen, dass die Türen nicht schließen. Die Montage an der Wand erfolgt mit Schwerlastdübeln, deren Abstand zur Oberkante mindestens 10 cm betragen sollte. Bei Fliesen muss vor dem Bohren geprüft werden, ob die Wand dahinter tragfähig ist. Eine Wasserwaage ist Pflicht, sonst hängt der Schrank schief und die Türen schleifen.
Für schwerere Bilder reichen einfache Haken oft nicht. Dübel und Schrauben müssen zum Untergrund passen. In Altbauten trifft man auf Ziegel, Lehm, Gips oder alte Holzbalken. Ein Bohrer mit Schlagwerk kann den Putz zerstören, ein normaler Bohrer im Ziegel dagegen verlaufen. Wer unsicher ist, bohrt erst mit kleinem Durchmesser vor und prüft, wo der Bohrer greift. Bei Holzbalken niemals ohne Vorbohren arbeiten, sonst reißt das Holz.
Zum Schluss alle Bohrlöcher und Fugen mit Silikon abdichten, aber nur außen. Eine durchgehende Versiegelung verhindert, dass Feuchtigkeit entweicht. Nach zwei bis drei Wochen die Scharniere nachziehen, weil sich das Holz an die Raumluft angepasst hat. Ein selbst gebauter Schrank hält länger, wenn die Oberfläche regelmäßig mit einem feuchten Tuch und mildem Reiniger abgewischt wird, nicht mit aggressiven Spray.
Die Breite bestimmt die Konstruktion. Bis 45 cm reicht eine durchgehende Deckplatte und ein Boden, verbunden mit zwei Seitenteilen. Bei 60 bis 90 cm sind ein Mittelboden und eine zusätzliche Querstrebe nötig, damit der Korpus nicht durchhängt. Wer Schubladen einbaut, plant die Höhe der Auszüge vor der Montage: Unter 15 cm Schubladenhöhe wird es mit Griffen und Inhalt schnell eng.
Nach dem Aufhängen die Türen einstellen: Scharniere lassen sich in drei Richtungen justieren. Ein typischer Fehler ist, den Schrank direkt an die Dusche oder über die Waschmaschine zu setzen, ohne Spritzwasserschutz. Bei 30 cm Breite empfiehlt sich eine zusätzliche Fixierung an der Unterseite, damit der Korpus nicht kippt. Wer die Rückwand weglässt, spart Gewicht, muss aber die Wand dahinter streichen oder verfliesen, weil sie sichtbar bleibt.
Ein Badezimmerschrank in schmalen Breiten zwischen 30 und 90 cm ist selten als Fertigmöbel in brauchbarer Qualität zu bekommen. Wer selbst baut, bestimmt Tiefe, Höhe, Fachaufteilung und Anschlagseite der Türen genau nach dem Grundriss. Entscheidend ist die Vorplanung: Zuerst die Wand ausmessen, an der der Schrank hängen soll, und prüfen, wo Wasserleitungen, Abflussrohre oder Steckdosen verlaufen. Diese Bereiche bleiben entweder ausgespart oder werden als Revisionsöffnung eingeplant. Bei 30 cm Breite passt oft nur ein schmales Regal mit einer Tür, bei 60 bis 90 cm lassen sich zwei Türen oder eine Tür plus offene Fächer unterbringen.
Korpus und Material: Was sich für Feuchträume bewirkt Für den Korpus eignet sich Sperrholz oder eine Feuchtraum-Spanplatte mit beidseitiger Beschichtung. Massivholz arbeitet zu stark, wenn die Luftfeuchtigkeit schwankt. Die Schnittkanten müssen mit einem feuchtigkeitsfesten Kantenband oder einer Versiegelung geschützt werden, sonst quillt die Platte auf. Für Türen bieten sich beschichtete Platten oder lackiertes MDF an. Scharniere sollten aus Edelstahl oder verzinktem Stahl sein, normale Baubeschläge rosten im Badezimmer innerhalb weniger Monate. Die Rückwand wird nicht verleimt, sondern nur eingeschoben oder mit Schrauben befestigt, damit der Korpus bei Feuchtigkeit arbeiten kann.