Bei sichtbaren Schimmelflecken reicht Abwischen nicht aus. Die Sporen sitzen tief in porösen Oberflächen. Alkoholhaltige Reiniger töten zwar oberflächliche Sporen, erreichen aber nicht das Innere von Gipskarton oder Putz. Ist die Fläche größer als ein Handteller oder riecht es muffig, muss der betroffene Bereich geöffnet und getrocknet werden. Ein Bautrockner mit Feuchtigkeitsmessung zeigt, wann das Mauerwerk wirklich trocken ist. Erst dann kann neu gestrichen oder verputzt werden.
Neben Kondensation gibt es drei weitere typische Quellen. Undichte Regenrinnen oder Fallrohre führen Wasser direkt in die Wand, oft unbemerkt über Jahre. Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich zeigt sich als waagerechter Streifen im unteren Mauerbereich, meist mit abplatzendem Putz und Salzausblühungen. Und schließlich können Rohrleitungen in der Wand undicht sein; dann ist die Stelle meist klar begrenzt und wandert nicht. Bei aufsteigender Feuchtigkeit reicht Anstrich nicht, hier muss eine horizontale Sperre eingebaut werden, was fachliche Planung erfordert.
Vor dem zweiten Guss wird die Oberfläche mit einem Zahnstocher oder einem dünnen Holzstab leicht aufgeraut. Das verbessert die Haftung zwischen alter und neuer Wachsschicht. Der Docht bleibt während des gesamten Vorgangs gespannt und mittig fixiert, sonst zieht ihn das nachlaufende Wachs zur Seite. Gieße das Wachs in einem dünnen Strahl und in mehreren kleinen Portionen nach, nicht in einem Schwung. So vermeidest du Lufteinschlüsse und verhinderst, dass die heiße Wachsmasse den bereits erstarrten Rand wieder aufschmilzt.
Nach dem zweiten Guss muss die Kerze erneut vollständig durchkühlen, bevor sie aus der Form genommen wird. Je nach Wachsmischung und Formgröße dauert das mehrere Stunden. Wer zu früh entformt, reißt die frisch verschlossene Oberfläche wieder auf und schafft genau die Einfallstellen, die der zweite Guss beseitigen sollte. Erst wenn die Oberfläche gleichmäßig matt und ohne Ringe rund um den Docht ist, sitzt der Guss.
Die Kerze wird nicht komplett eingetaucht, sondern nur an der verbogenen Stelle ins Wasser gehalten. Bei einer leichten Biegung genügen 30 bis 60 Sekunden. Das Wachs fühlt sich danach elastisch an, ähnlich wie weicher Kunststoff. Wer zu lange wartet, bekommt eine weiche, labbrige Kerze, die beim Richten leicht abknickt oder Fingerabdrücke annimmt. Deshalb gilt: lieber kurz eintauchen, herausnehmen, prüfen und bei Bedarf wiederholen. Der gesamte Vorgang braucht Geduld, nicht Kraft.
Zum Auffrischen reicht es nicht, ein paar Tropfen ätherisches Öl auf die Oberfläche zu geben. Das Öl verdunstet dort in wenigen Tagen. Besser ist es, die Mischung in ein Glas zu geben, einige Tropfen Öl oder eine Mischung aus Öl und etwas Wasser zuzugeben, das Glas zu verschließen und zwei Tage zu schütteln. Danach wieder offen aufstellen. Wer direkt auf die Schalen tropft, sollte auf säurehaltige Öle wie Zitrone achten: Sie können Holz dunkel fleckig machen. Für eine länger anhaltende Wirkung alle paar Wochen nur die oberste Schicht entnehmen, mit frischem Öl benetzen und nach dem Trocknen zurückgeben.
Fünftens spielt das Rührwerk eine Rolle. Wird das Wachs zu stark oder zu lange gerührt, schlägt Luft ein. Besonders bei automatischen Anlagen mit hoher Umwälzung ist das ein typischer Fehler. Besser ist eine ruhige, langsame Durchmischung kurz vor dem Guss. Wer diese fünf Punkte kontrolliert, hält den Wachsspiegel stabil und erkennt, dass ein fallender Spiegel kein Zufall ist, sondern eine klare Ursache hat.
Ein häufiger Fehler ist zu heißes Nachgießen. Wachs, das deutlich über der Gießtemperatur liegt, schmilzt die bestehende Oberfläche auf, vermischt sich mit ihr und erzeugt nach dem Abkühlen neue Spannungen. Arbeite mit derselben Temperatur wie beim ersten Guss oder leicht darunter. Ein weiterer Fehler ist das Nachgießen in einem Zug bis zum Formrand. Besser ist es, die Mulde knapp über dem Rand zu füllen und den Überstand nach dem Abkühlen mit einem sauberen Messer abzuziehen. So bekommt die Kerze eine ebene, leicht gewölbte Oberfläche.
Der erste Guss nach dem Befüllen der Form ist der kritischste Moment im Wachsausschmelzverfahren. Der Wachsspiegel im Gießtrichter oder Steigrohr sinkt scheinbar grundlos ab, obwohl die Parameter zuvor stimmten. Wer das Verhalten kennt, kann es gezielt steuern, statt später Ausschuss zu sortieren.
Wer nach dem ersten Guss sofort aufhängt oder verpackt, produziert Kerzen mit sichtbaren Kratern, instabiler Oberfläche und manchmal einem Hohlraum direkt am Docht. Beim Abbrennen führt genau dieser Hohlraum zu Problemen: Die Flamme bekommt ungleichmäßig Wachs, der Docht beginnt zu rußen, und die Kerze brennt einseitig ab. Ein zweiter Guss ist deshalb kein Schönheitskorrekt, sondern die technische Voraussetzung für eine saubere Brenncharakteristik.
Die häufigste Ursache ist eingeschlossene Luft im Wachs selbst. Beim Schmelzen im offenen Behälter lösen sich Gase im flüssigen Wachs. Kühlt die Charge ab, steigt die Löslichkeit, und beim ersten Kontakt mit der kalten Formwand schlägt sich Gas nieder. Der Spiegel fällt dann nicht, weil Wachs fehlt, sondern weil sich das Volumen im Gießsystem durch Blasenbildung und anschließendes Kollabieren verändert. Abhilfe: Wachs vor dem Guss langsam auf Gusstemperatur bringen, nicht überhitzen, und die Oberfläche vor dem Abgießen kurz stehen lassen, damit Blasen aufsteigen können.