Lüften ist kein Dauerzustand, sondern ein Zeitfenster Stoßlüften wirkt besser als ein gekipptes Fenster über Stunden. Zwei bis drei Mal täglich für fünf bis zehn Minuten alle Fenster gleichzeitig öffnen schafft einen schnellen Luftaustausch, ohne dass die Wände auskühlen. Im Winter reichen fünf Minuten, im Sommer bei schwüler Außenluft kann Stoßlüften sogar Feuchtigkeit hereintragen. Dann hilft nur lüften, wenn die Außenluft trockener ist als die Innenluft. Wer den ganzen Tag ein Fenster kippt, kühlt die Laibung aus, dort schlägt sich Kondenswasser nieder, und der Schimmel beginnt genau an dieser Stelle.
Wie Möbel und Ordnung den Kopf mitpräg
Im Altbau sind Wände selten gerade und Böden selten eben. Prüfe vor dem Kleben, ob die Leiste satt anliegt. Spalten von mehr als zwei Millimetern verschwinden auch mit Acryl nicht sauber. Bei krummen Wänden hilft es, die Leiste vorzubiegen oder in kurzen Abschnitten zu arbeiten. Auf unebenen Böden kann eine dünne Unterlegscheibe aus Kunststoff unter der Leiste den Höhenunterschied ausgleichen. Klebe niemals über eine sichtbare Lücke hinweg — sie kommt nach dem Trocknen zurück.
Wer morgens gerädert aufwacht, obwohl er acht Stunden im Bett lag, sucht den Fehler oft beim Stress oder beim Kaffee am Abend. Dabei liegt die Ursache häufig direkt am Fenster: Licht von Straßenlaternen, Autoscheinwerfern, dem beleuchteten Display oder der Leuchtdiode des Rauchmelders unterbricht den Schlafzyklus, ohne dass man richtig wach wird. Der Körper braucht Dunkelheit, damit die Zirbeldrüse Melatonin bildet. Schon geringe Helligkeit reicht, um diesen Prozess zu stören.
Die kritischen Stellen sind der Übergang von der Laibung zur Wandfläche und zur Fensterbank. Hier wird ein Gewebestreifen in die noch frische Mörtel- oder Spachtelschicht eingelegt, um Spannungen zu verteilen. Der Anschluss an den Fensterrahmen selbst darf nicht starr mit Mörtel verfüllt werden, wenn mit Bewegungen zu rechnen ist. Ein elastischer Anschluss mit komprimierbarem Dichtband und anschließender Versiegelung verhindert, dass Risse entstehen oder Feuchtigkeit in die Fuge läuft. Gerade bei Altbaufenstern mit Holzrahmen ist dieser Punkt häufig die Ursache für spätere Schäden.
Möbel sollten mit etwas Abstand zur Außenwand stehen, damit Luft zirkulieren kann. Vorhänge dürfen die Fensterlaibung nicht dauerhaft verdecken, sonst bleibt Feuchtigkeit dort stehen. Schimmel an Silikonfugen und Fensterrahmen lässt sich mit handelsüblichem Alkoholreiniger entfernen, solange er oberflächlich bleibt. Wer schwarze Flecken auf Tapeten oder in Ecken entdeckt, sollte die Ursache prüfen und nicht nur überstreichen. Tritt Schimmel immer wieder an derselben Stelle auf, ist ein Bauschaden oder eine undichte Stelle wahrscheinlich, und dann hilft nur eine fachliche Untersuchung.
Luftentfeuchter mit Granulat oder elektrischem Betrieb helfen in Räumen, in denen Lüften nicht ausreicht, etwa im Keller oder in innenliegenden Bädern. Elektrische Geräte sollten eine Abschaltautomatik haben und regelmäßig entleert werden, sonst steht das Wasser wieder im Raum. Granulatbehälter müssen rechtzeitig ausgetauscht werden, bevor sie gesättigt sind. Pflanzen in großer Zahl erhöhen die Luftfeuchtigkeit durch Verdunstung, ebenso Aquarien ohne Abdeckung. Wer viele Pflanzen hält, sollte häufiger lüften und die Töpfe nicht übermäßig gießen.
Prüfen lässt sich das ohne Hilfsmittel. Legen Sie sich in der Seitenlage hin, so wie Sie einschlafen. Der Nacken, die Wirbelsäule und das Becken sollten eine möglichst gerade Linie bilden. Eine zweite Person kann von hinten schauen, ob der Rücken durchhängt oder überspannt wird. Ein einfacher Test für die Rückenlage: Stecken Sie die flache Hand unter das Kreuzbein. Passt sie mit leichtem Kontakt durch, ist der Härtegrad meist passend. Verschwindet sie ohne Widerstand, ist die Matratze zu weich. Kommt sie kaum durch, ist sie zu hart.
Beim Kochen gehört der Deckel auf den Topf, beim Duschen die Badezimmertür zu und das Fenster auf. Nach dem Duschen noch einige Minuten nachlüften, bis die Spiegel klar sind. Wer die Wäsche in der Wohnung trocknet, sollte das in einem Raum mit Fenster und möglichst mit Unterstützung durch einen Ventilator tun. Ein Trockner mit Wärmepumpe entzieht der Luft das Wasser und gibt es als Kondensat in einen Behälter, statt es in den Raum abzugeben.
Hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen entsteht selten durch ein einzelnes Ereignis. Meist summieren sich Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und die Feuchtigkeit, die Menschen beim Atmen und Schwitzen abgeben. In einer durchschnittlichen Wohnung kommen so mehrere Liter Wasser pro Tag zusammen. Wer diese Menge nicht aktiv nach draußen befördert, bekommt früher oder später muffige Gerüche, beschlagene Fenster und Schimmel an kalten Außenwänden. Die gute Nachricht: Mit Verhaltensänderungen und einfachen Hilfsmitteln lässt sich die Feuchtigkeit deutlich senken, ohne dass Wände aufgestemmt werden müssen.