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Warum reißt der Teig beim Rundwirken immer wieder auf?

Die praktische Vorgehensweise ist einfach. Das Brot wird in Scheiben oder als ganzes Stück in den Garraum gelegt, ohne es abzudecken. Bei 100 Grad Celsius und einer Garzeit von drei bis fünf Minuten wird die Oberfläche durch den Dampf befeuchtet. Ein ganzer Laib benötigt etwa acht bis zehn Minuten. Wichtig ist, das Brot danach kurz ausdampfen zu lassen, damit überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann. Wer das Brot direkt aus dem Dampfgarer isst, verbrennt sich leicht am heißen Dampf und hat zudem eine labbrige Kruste.

Am Ende zählt nicht die höchste Hydration, sondern ein Teig, der reif, straff und gleichmäßig geformt in den Ofen kommt. Wer Gare, Falten und Dampf kontrolliert, bekommt eine offene Krume mit glänzenden Poren – auch bei moderater Wassermenge.

Geschnittenes Brot lässt sich portionieren und scheibenweise entnehmen. Damit die Scheiben nicht zusammenkleben, legt man sie nebeneinander auf ein Brett, schiebt das Brett kurz in den Gefrierschrank und packt die angefrorenen Scheiben danach in einen Beutel. So kann man später genau so viele Scheiben entnehmen, wie man braucht. Zum Auftauen reicht es, die Scheiben bei Zimmertemperatur etwa 20 bis 30 Minuten liegen zu lassen, oder man toastet sie direkt aus dem Gefrierzustand. Ein häufiger Fehler ist, das Brot im Kühlschrank aufzutauen: Dort wird es durch die Feuchtigkeit schnell labberig.

Brot einfrieren ist die einfachste Methode, um Brot länger frisch zu halten. Entscheidend sind zwei Dinge: das Brot muss vollständig abgekühlt sein, und es muss luftdicht verpackt werden. Warmes Brot in den Gefrierbeutel zu geben, führt zu Kondenswasser und damit zu matschiger Kruste. Ein frisch gebackenes Brot also erst mehrere Stunden auf einem Gitter auskühlen lassen, bevor es in den Gefrierschrank kommt.

Nicht jedes Brot eignet sich für den Dampfgarer. Brote mit einer dicken, harten Kruste brauchen länger, während weiche Milchbrötchen oder Toastbrot bereits nach zwei Minuten weich sind. Vollkornbrot mit dichten Kernen speichert Feuchtigkeit anders und kann nach dem Dämpfen schwer im Magen liegen. Wer empfindlich reagiert, sollte auf diese Methode verzichten. Für den täglichen Gebrauch ist der Dampfgarer eine schnelle Lösung, aber kein Ersatz für frisches Brot. Wer Brot regelmäßig auf diese Weise aufbackt, sollte es innerhalb weniger Stunden verzehren, da es schnell wieder austrocknet.

Ein weiterer typischer Fehler ist die falsche Platzierung. Wird das Brot direkt auf den Boden des Garraums gelegt, kann es am Gitter kleben oder durch Kondenswasser aufweichen. Besser ist es, das Brot auf einen gelochten Dampfgar-Einsatz zu legen. Auch die Wahl des Programms spielt eine Rolle. Ein reines Dampfprogramm eignet sich besser als ein Kombiprogramm mit Heißluft, weil letzteres die Oberfläche austrocknet. Bei hartem Brot kann ein kurzes Einweichen in Wasser vor dem Dämpfen helfen, aber Vorsicht: Zu viel Wasser macht das Brot matschig.

A close up of a wall with a painting on itWarum die Kruste leidet und was dagegen hilft Der Dampf macht die Kruste weich, was bei manchen Brotsorten unerwünscht ist. Ein Bauernbrot oder Sauerteigbrot verliert dadurch seinen Charakter. Hier hilft ein kurzes Nachbacken bei hoher Hitze, etwa im Backofen bei 200 Grad für zwei bis drei Minuten. Alternativ kann das Brot nach dem Dämpfen kurz unter den Grill gelegt werden. Wer diesen Schritt weglässt, erhält ein weiches, aber geschmacklich flaches Ergebnis. Ein häufiger Fehler ist es, das Brot zu lange im Dampfgarer zu lassen. Nach etwa zehn Minuten beginnt die Krume zu verkleistern und wird matschig.

Das erste und deutlichste Warnsignal ist der Geruch. Ein Teig, der noch im optimalen Fenster liegt, riecht angenehm nach Getreide, leicht nach Joghurt oder rohem Obst. Kippt die Führung, wird der Geruch stechend, nach Essig, Aceton oder sogar nach Klebstoff. Riecht der Teig beim Öffnen der Schüssel scharf und beißend, ist das kein Zeichen von „viel Geschmack”, sondern von Überreife. Spätestens jetzt sollte der Teig geformt und gebacken werden, nicht noch weiter reifen.

Ein Dampfgarer kann altes Brot tatsächlich wieder weich machen, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Entscheidend ist, wie hart das Brot ist und wie lange es dem Dampf ausgesetzt wird. Frisches Brot, das nur leicht trocken ist, wird nach wenigen Minuten im Dampf wieder geschmeidig. Brot, das bereits mehrere Tage alt und durchgehärtet ist, lässt sich zwar äußerlich aufweichen, die Krume bleibt jedoch oft klumpig. Wer das versteht, vermeidet falsche Erwartungen und nutzt den Dampfgarer gezielt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Dampfgarer hilft, indem er Feuchtigkeit zuführt und die Kruste weich macht. Das funktioniert gut bei leicht trockenem Brot und bei Brötchen. Bei stark ausgehärtetem Brot stößt die Methode an ihre Grenzen. Wer die Garzeit kurz hält, das Brot nicht abdeckt und es nach dem Dämpfen kurz nachbackt, erzielt das beste Ergebnis. Wer diese Regeln ignoriert, bekommt labbriges Brot mit weicher Kruste, das niemand gerne isst.

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