Im Verdachtsfall hilft nur ausspülen. Den Topf mehrmals mit klarem, zimmerwarmem Wasser durchspülen, bis das Wasser unten klar austritt, und danach zwei bis drei Wochen gar nicht düngen. Bei stark geschädigten Wurzeln muss die Pflanze aus dem Topf, die alte Erde wird abgeschüttelt, faulige Wurzeln werden entfernt und in frisches Substrat umgetopft. Danach nicht sofort düngen, sondern erst, wenn neues Wachstum sichtbar ist.
Für leichten Staub genügt ein weicher, trockener Pinsel mit langen Haaren, wie er zum Auftragen von Make-up oder zum Abstauben von Elektronik verwendet wird. Man streicht nicht über die Blattfläche, sondern wedelt den Staub mit den Spitzen seitlich weg. Druck auf die Blattmitte ist tabu, weil Sukkulentenblätter leicht knicken und die Epidermis dabei einreißt. Bei empfindlichen Arten hält man das Blatt mit zwei Fingern am Rand fest, nicht flach auf der Oberseite.
Wie viel Dünger tatsächlich nötig ist Die Dosierung auf der Packung ist ein Ausgangswert, kein Gesetz. Bei flüssigem Dünger gilt: lieber schwächer ansetzen als angegeben, dafür regelmäßig. Eine halbe Dosis alle zwei Wochen ist fast immer besser als die volle Dosis in kurzen Abständen. Bei Langzeitdünger in Form von Kügelchen oder Stäbchen wird nur einmal pro Wachstumsperiode eingearbeitet; Nachlegen führt fast zwangsläufig zur Überdüngung. Vor dem Düngen immer gießen, damit die Wurzeln nicht direkt mit der konzentrierten Lösung in Berührung kommen.
Praktisch geht man so vor: Zuerst die Tropfen mit einem sauberen, feuchten Tuch abwischen, damit sich kein Nährboden für Rußtaupilze oder Schimmel bildet. Danach den Topf anheben – fühlt er sich schwer an, obwohl die oberste Erdschicht trocken ist, wartet man mit dem nächsten Gießen. Das Substrat sollte zwischen zwei Wassergaben fast vollständig abtrocknen. Ein Umtopfen in eine Mischung aus Rindeneinlage, Perlite und grober Blumenerde verbessert die Drainage. Tontöpfe mit Abzugsloch und eine Schicht Blähton am Boden verhindern, dass Wasser im Untersetzer stehen bleibt. Steht die Monstera in einem Übertopf ohne Abfluss, gießt man künftig im Waschbecken, lässt abtropfen und setzt sie erst dann zurück.
Überdüngung erkennt man nicht am Dünger, sondern an der Pflanze. Typisch sind welke, schlaffe Blätter, obwohl die Erde feucht ist, braune oder schwarze Blattspitzen, die sich vom Rand nach innen ausbreiten, und ein weißlicher Krustenbelag auf der Erdoberfläche oder am Topfrand. Bei manchen Pflanzen welken die Triebe plötzlich, bei anderen stoppt das Wachstum, obwohl Licht und Temperatur stimmen. Ein sicheres Zeichen ist auch, wenn nach dem Düngen innerhalb weniger Tage die Blätter abfallen.
Ein häufiger Fehler ist das Düngen direkt nach dem Umtopfen. Frische Erde enthält meist vorgedüngte Nährstoffe, die für mehrere Wochen reichen. Ein zweiter Fehler ist Dünger nach Gefühl ohne Messbecher oder Dosierhilfe. Ein dritter: Düngen bei kranker Pflanze, Schädlingsbefall oder Staunässe, weil die Wurzeln dann keine Nährstoffe aufnehmen können und die Salze zusätzlich schaden. Wer diese drei Punkte vermeidet, hat das Wichtigste bereits richtig gemacht.
Vor dem Austopfen sollte die Erde im Topf leicht feucht sein, nicht nass und nicht staubtrocken. Feuchte Erde hält den Ballen zusammen, trockene Erde bröselt beim Herausnehmen auseinander und reißt Wurzeln mit. Zwei bis drei Stunden vorher mäßig gießen reicht. Dann den Topf seitlich auf den Boden klopfen oder mit der flachen Hand mehrfach gegen die Wand schlagen, damit sich der Ballen von der Innenwand löst. Bei hartnäckigen Kunststofftöpfen hilft leichtes Drücken und Rollen. Die Pflanze nie am Stängel oder Stamm aus dem Topf ziehen – das ist der häufigste Fehler. Stattdessen den Topf umdrehen, den Stamm zwischen zwei Fingern führen und den Topf vorsichtig abheben oder abstreifen.
Beim Gießen gilt: lieber seltener, dafür durchdringend. Die Erde sollte zwischen zwei Wassergaben oberflächlich abtrocknen. Staunässe ist der häufigste Fehler – sie führt zu fauligen Wurzeln, die sich zunächst durch gelbe, schlaffe Blätter bemerkbar machen. Im Sommer reicht meist einmal pro Woche, im Winter alle zwei bis drei Wochen. Wer unsicher ist, steckt einen Finger zwei Zentimeter tief in den Topf. Fühlt sich die Erde dort noch feucht an, wartet man besser noch ein paar Tage.
Nach dem Umtopfen braucht die Pflanze Ruhe. Zwei bis drei Wochen an einen hellen, aber schattierten Platz ohne direkte Mittagssonne, nicht düngen und nur gießen, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Ein leichtes Hängen der Blätter am ersten Tag ist normal. Kritisch wird es, wenn sich Blätter gelb färben, weich werden oder die Pflanze nach zwei Wochen noch keine neuen Triebe zeigt – dann wurde zu grob gearbeitet oder zu tief eingetopft. Wer behutsam austopft, den Ballen prüft und sauber einsetzt, erspart der Pflanze den Schock, den viele für unvermeidlich halten.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, Kaffeesatz mache den Boden dauerhaft sauer. Frisch ist er tatsächlich leicht sauer, nach dem Verrotten wirkt er aber neutral bis schwach basisch. Wer ihn als Säurelieferant für Rhododendren oder Hortensien nutzt, wird enttäuscht. Für kalkliebende Pflanzen wie Lavendel oder Salbei ist Kaffeesatz dagegen ungeeignet, weil er das Bodenmilieu ungünstig verschiebt. Auch auf Ameisenstraßen hilft er kaum, das ist ein Mythos.