Die Vermehrung über Kindel ist denkbar einfach. Die kleinen Ableger, die an langen Trieben hängen, lassen sich abschneiden, sobald sie eigene Wurzeln oder zumindest kleine Wurzelansätze haben. Man setzt sie in feuchte Anzuchterde oder stellt sie für ein paar Tage in ein Glas Wasser, bis sich kräftige Wurzeln gebildet haben. Ein häufiger Fehler ist, die Kindel zu früh von der Mutterpflanze zu trennen – dann vertrocknen sie, bevor sie anwachsen.
Entscheidend ist der Standort. Stellen Sie alle Pflanzen vor der Abreise von der Fensterbank weg, aber nicht in einen dunklen Raum. Ein heller Platz ohne direkte Mittagssonne reduziert die Verdunstung deutlich. Bei Süd- oder Westfenstern hilft ein provisorischer Schatten, etwa ein dünnes Tuch oder ein Stück Zeitungspapier. Pflanzen, die in der prallen Sonne stehen, verbrauchen in zwei Wochen ein Vielfaches an Wasser und vertrocknen selbst bei bester Vorbereitung.
Der unterschätzte Fehler: zu große Töpfe als Wasserspeicher Viele greifen zur einfachen Methode, den Topf in ein größeres Gefäß mit Wasser zu stellen. Das funktioniert nur bei Pflanzen mit hohem Wasserbedarf und nur, wenn der Topf nicht vollständig eintaucht. Steht der Wurzelballen dauerhaft im Wasser, faulen die Wurzeln innerhalb weniger Tage. Sicherer ist ein Docht aus Baumwollstoff: Ein Ende steckt in der Erde, das andere hängt in ein Gefäß mit Wasser. Der Stoff leitet Feuchtigkeit nach Bedarf, ohne zu überschwemmen. Diesen Docht testen Sie zwei Tage vor der Abreise, damit Sie sehen, ob die Wassermenge reicht.
Nicht abduschen sollte man Pflanzen mit filzigen oder behaarten Blättern, dazu Kakteen mit Wachsschicht und Arten, die gerade blühen. Wasser in den Blüten verursacht Flecken und Schimmel. Auch bei weichem Wasser aus der Leitung gilt: Kalk hinterlässt beim Trocknen weiße Ränder. Wer sehr kalkhaltiges Wasser hat, nimmt abgekochtes oder gefiltertes Wasser. Regenwasser ist die beste Wahl, aber nur, wenn es sauber aufgefangen wurde.
Typische Fehler sind zu nasse Tücher, die Wasser in den Blattachseln stehen lassen, und das Wischen mit trockenem Tuch, das den Staub nur aufwirbelt und wieder absetzt. Auch zu häufiges Abduschen stresst Pflanzen, die in kalkarmer Umgebung stehen. Ein Rhythmus von zwei bis vier Wochen reicht bei den meisten Arten. Im Winter, wenn die Heizung läuft, lieber öfter abwischen, aber weniger duschen. Wer diese einfachen Regeln befolgt, hält die Blätter sauber und die Pflanze gesund, ohne teure Mittel oder komplizierte Technik.
Beim Gießen gilt eine einfache Regel: erst dann Wasser geben, wenn die obersten fünf bis sieben Zentimeter Substrat vollständig trocken sind. Im Sommer bedeutet das je nach Topfgröße und Standort etwa alle zwei bis drei Wochen, im Winter deutlich seltener. Beim Gießen sollte das Wasser durch die Abzugslöcher ablaufen können. Steht der Topf ohne Abzug in einem Übertopf, muss überschüssiges Wasser nach zehn Minuten entfernt werden. Staunässe ist der häufigste Grund, warum die Wurzeln und Rhizome faulen – und Fäulnis erkennt man meist erst, wenn sich die unteren Blätter gelb verfärben und weich werden.
Der eigentliche Nutzen liegt nicht im Glanz. Entfernt man den Staub, steigt die Photosyntheseleistung wieder, weil Licht ungehindert auf die Chloroplasten trifft. Die Spaltöffnungen arbeiten normal, die Transpiration läuft gleichmäßig, und die Pflanze kann Nährstoffe besser verwerten. Ein zusätzlicher Effekt: Beim Abduschen werden Spinnmilben, Blattläuse und Wolläuse mechanisch entfernt, bevor sie sich ausbreiten. Wer regelmäßig alle zwei bis vier Wochen putzt, entdeckt Schädlinge früher und kann gezielt eingreifen.
Wann Abduschen sinnvoll ist – und wann nicht Abduschen ist die gründlichere Methode, aber nicht für jede Pflanze. Geeignet sind robuste Arten mit glatten, festen Blättern: Gummibaum, Monstera, Philodendron, Zamioculcas. Die Pflanze kommt in die Dusche oder Badewanne, die Erde wird mit einem Stück Plastikfolie abgedeckt, und dann wird mit lauwarmem, weichem Strahl von oben nach unten gespült. Der Strahl darf nicht auf die Erde prasseln, sonst schwemmt er Substrat aus und verdichtet es. Nach dem Duschen lässt man die Pflanze abtropfen und stellt sie erst zurück, wenn die Blätter trocken sind. Staunässe in den Blattachseln führt sonst zu Fäulnis.
Staub auf Blättern ist kein Schönheitsfehler, sondern ein handfestes Problem. Die feine Schicht aus Hausstaub, Küchenfetten und Pollen setzt sich auf der Blattoberfläche fest und verstopft die Spaltöffnungen, über die die Pflanze atmet und Wasser verdunstet. Besonders in trockener Heizungsluft haftet der Staub zäh, weil sich die Blätter statisch aufladen und jede Faser aufnehmen. Wer nichts tut, sieht nach Wochen mattere Blätter, kleinere Zuwächse und bei empfindlichen Arten wie Farnen oder Calathea braune Ränder.
Kontrollieren Sie vor der Abreise den Zustand der Erde, nicht nur die Oberfläche. Stecken Sie einen Finger oder einen Holzstab tief in den Topf. Ist die Erde in fünf Zentimetern Tiefe noch feucht, gießen Sie nicht nach. Trockene Erde hingegen braucht eine langsame, durchdringende Wassergabe, am besten in zwei Durchgängen mit kurzer Pause dazwischen. Vergessen Sie nicht, Untersetzer zu leeren, damit kein Restwasser stehen bleibt. Wer diese drei Punkte beachtet – richtiger Zeitpunkt, angepasster Standort, kontrollierte Wassergabe –, findet seine Pflanzen nach zwei Wochen in gutem Zustand vor.