Sockelleisten werden meist nach Optik ausgewählt, dabei entscheidet die Montage über das Ergebnis. Wer zu dickes Material auf unebenen Wänden verlegt, produziert Spalten, die sich später nicht mehr kaschieren lassen. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die Wand: Ist der Putz gerade, oder wellt er sich auf den letzten Zentimetern zum Boden? Eine Wasserwaage über zwei Meter zeigt die Abweichung. Bei Unebenheiten über drei Millimeter pro Meter sind dünne Leisten aus MDF oder Kunststoff riskant, weil sie sich nicht anschmiegen. Besser geeignet sind flexiblere Profile oder Leisten mit ausreichender Materialstärke, die sich beim Anschrauben leicht verformen lassen.
Die Stapelhöhe richtet sich nach der Raumhöhe und der Schuhgröße. Für ein Regal mit vier Ebenen reicht meist eine Gesamthöhe von etwa einem Meter. Höher stapeln nur, wenn das Regal an der Wand befestigt wird. Genau das wird oft vergessen: Ein freistehendes Regal aus Kisten kippt bei Belastung nach vorn. Deshalb das oberste Element mit einem Winkel an der Wand verschrauben. Bei Mietwohnungen vorher prüfen, ob Bohren erlaubt ist, sonst auf Klemmverbindungen zwischen Boden und Decke ausweichen.
Vor dem Anbringen sollten Rahmen und Glas gründlich entfettet werden, sonst hält weder Klett noch Klebeband. Beim Abziehen später langsam und parallel zum Rahmen arbeiten, damit keine Rückstände bleiben. Ein Test mit einer Taschenlampe am Abend zeigt sofort, wo Licht eindringt. Wer diese Stellen nachbessert, erreicht eine Dunkelheit, die an eine feste Montage heranreicht – und beim Auszug ohne Diskussion zurückgebaut werden kann.
Oberflächen entscheiden darüber, wie viel Licht im Raum bleibt. Hochglanzfliesen an den Wänden reflektieren stark, matte Fliesen und dunkle Fugen schlucken Licht. Wer nicht komplett neu fliesen will, kann mit einer großformatigen, hellen Wandverkleidung hinter dem Waschbecken oder mit fein strukturierten, aber hellen Paneelen arbeiten. Der Boden sollte hell bleiben, denn dunkle Böden ziehen den Raum nach unten und lassen ihn niedriger erscheinen. Ein häufiger Fehler ist der Einsatz von dunklen Akzenten an genau den Stellen, die Licht reflektieren könnten.
Drehregale: die runde Lösung für Ecken und hohe Fächer Drehregale, auch Karussells genannt, funktionieren am besten in Ecken, in denen rechteckige Behälter Platz verschenken. Vor dem Kauf den Durchmesser der Türöffnung messen und prüfen, ob der Teller vollständig drehbar ist, ohne an Rahmen oder Scharnier zu stoßen. Ein häufiger Fehler: ein zu großes Karussell einbauen, das sich nur halb drehen lässt. Ebenso wichtig ist die Beladung. Schwere Flaschen gehören nach innen, leichte Tuben und Gewürze nach außen, sonst kippt der Teller beim Drehen. Wer das Regal befüllt, sollte es vorher leer testen und die Höhe der Etage so wählen, dass die größte Packung noch passt. Zwei Etagen sind meist sinnvoller als drei, weil die oberste sonst nur mit einer Leiter erreichbar ist.
Die Höhe richtet sich nach der Nutzung des Raums. In Fluren und Wohnräumen reichen sechs bis acht Zentimeter, in Bädern und Küchen sollten es mindestens acht Zentimeter sein. Der Grund ist unspektakulär, aber entscheidend: Beim Wischen läuft Putzwasser am Boden entlang und zieht unter die Leiste. Steht diese zu niedrig, dringt Feuchtigkeit in die Wand und in den Bodenbelag. Ein Abstand von ein bis zwei Millimetern zwischen Leiste und Boden ist deshalb kein Fehler, sondern gewollt. Er verhindert, dass die Leiste im Wasser steht, und lässt zugleich Bewegungen des Bodens zu. Wer den Spalt optisch störend findet, kann ihn mit einer dünnen, elastischen Fuge schließen. Starre Acryl- oder Silikonfugen reißen dagegen bei Temperaturschwankungen auf.
Ein oft übersehener Punkt ist die Tür. Eine geschlossene, dunkle Tür wirkt wie eine Wand und nimmt dem Raum den letzten Rest Tiefe. Eine Glastür mit satiniertem Einsatz oder eine Tür mit einem hellen, reflektierenden Anstrich lässt Licht aus dem angrenzenden Flur ins Bad fallen. Wenn das nicht möglich ist, hilft ein heller Vorhang oder ein transparenter Sichtschutz an der Türinnenseite. Auch die Decke sollte hell und möglichst matt gestrichen sein, damit das Licht gleichmäßig zurückgeworfen wird.
Bei Holz prüfen Sie zuerst, ob die Platte geölt oder lackiert ist. Ein Wassertropfen zeigt es: Perlt er ab, liegt eine Lack- oder Wachsschicht vor; zieht er ein und dunkelt die Stelle nach, ist das Holz offenporig geölt. Lackierte Platten werden nur angeschliffen, nicht komplett abgebeizt, sonst zerstören Sie die Passgenauigkeit an den Kanten. Geölte Platten brauchen dagegen ein vollständiges Anschleifen mit Korn 120 bis 180, immer in Faserrichtung. Querschliff hinterlässt sichtbare Kratzer, die auch nach dem Ölen bleiben.
Zunächst die Kisten vorbereiten. Handelsübliche Obst- oder Weinkisten haben oft unterschiedliche Höhen und Dicken. Für ein stabiles Regal alle Kisten auf dieselbe Höhe bringen, überschüssiges Material an der Unterseite abschleifen oder unterfüttern. Die Auflageflächen gründlich abschleifen, damit sie plan aufliegen. Splitter und raue Kanten entfernen, sonst reißen später die Verbindungen auf. Wer die Kisten sichtbar lassen will, behandelt sie vor dem Stapeln mit einer Lasur oder einem Hartwachsöl, auch an den Innenseiten. Das erspart späteres Nacharbeiten im fertigen Regal.