Die Farbe ist der zweite entscheidende Punkt. Helle Badezimmerfliesen reflektieren das Licht und lassen den Raum atmen. Aber Vorsicht vor reinem Weiß. Das wirkt schnell wie ein Krankenhausflur, besonders wenn die Fliesen einen kühlen, bläulichen Unterton haben. Ich setze auf warme Naturtöne. Ein helles Sandbeige, ein zartes Grau mit einem Hauch von Oliv oder ein gebrochenes Weiß mit einem Stich ins Cremige. Diese Farben harmonieren wunderbar mit Holzakzenten oder Pflanzen und schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Ich habe einmal in einem Projekt matte Badezimmerfliesen in einem hellen Steinimitat verlegt. Das Ergebnis war so überzeugend, dass die Besucher immer dachten, der Boden sei aus echtem Naturstein, dabei war es nur eine pflegeleichte Feinsteinzeugfliese.
Ein weiteres Problem ist die Beleuchtung. Selbst die schönsten Badezimmerfliesen wirken trist, wenn das Licht falsch ist. Ich habe in meinem Bad eine Mischung aus Deckenfluter und Spiegelleuchten installiert. Die warmen LED-Streifen unter dem Spiegel lassen die Fliesen in einem goldenen Schimmer erstrahlen. Kaltes Licht dagegen betont jede Unebenheit und lässt den Raum ungemütlich wirken. Achte auch auf die Farbtemperatur – 3000 Kelvin ist mein Favorit für ein wohnliches Bad. Und vergiss nicht, dass die Fliesen selbst Licht reflektieren: Matte Fliesen schlucken Licht, glänzende werfen es zurück, was den Raum heller macht.
Dann kam der Albtraum jedes Stadtbewohners: der Mangel an Stauraum für Bettwäsche. Ich hatte keine Lust, stapelweise Decken und Kissen im Schrank zu horten. Die Lösung war eine Kombination aus einer Ottomanenbank und einem schmalen Regal hinter der Tür. In der Bank lagerte ich drei Sätze Bettwäsche und zwei Kissen. Das Regal nahm Handtücher und die zweite Decke auf. Plötzlich war der Flur nicht mehr zugestellt, und ich konnte die Tür wieder ganz öffnen. Die Ottomanenbank diente gleichzeitig als Sitzplatz beim Schuhe anziehen. So einfach kann Effizienz sein.
Ein Trick, den ich von einer Innenarchitektin gelernt habe: Verwende Küchenmöbel mit offenen Regalen, aber kombiniere sie mit geschlossenen Unterschränken für die sensiblen Sachen. So zeigst du deine schönen Teller und Gläser, während Bettzeug und Kissen hinter Türen verschwinden. In meiner Küche habe ich über der Sitzbank ein offenes Regal aus schwarzem Metall angebracht, in dem ich meine Lieblingskochbücher und ein paar hübsche Dosen ausstelle. Darunter befindet sich eine geschlossene Bank, in der ich die gesamte Bettwäsche für das Gästebett aufbewahre. So bleibt die Optik klar und aufgeräumt, und ich muss nicht ständig Sachen hin- und herräumen.
Ein Thema, das viele unterschätzen, ist die Reinigung. Glänzende Badezimmerfliesen sehen edel aus, aber jeder Wassertropfen ist sofort sichtbar. Nach dem Duschen musst du alles trockenwischen, sonst entstehen hässliche Kalkflecken. Deshalb schwöre ich inzwischen auf matte Fliesen mit einer leicht strukturierten Oberfläche. Sie sind nicht nur pflegeleichter, sondern fühlen sich auch wärmer an. Für die Dusche habe ich mich für einen Bodenbelag aus Feinsteinzeug entschieden, der rutschhemmend ist. Gerade bei ist das ein Segen. Und wenn ich mal eine Übernachtungsgästin habe, die morgens als erste duscht, sind die Fliesen schnell mit einem Wischer sauber – kein Stress mit hartnäckigen Flecken.
Die größte Hürde ist oft die Fliesengröße. Viele greifen zu kleinen Mosaikfliesen, weil sie denken, das wirkt edel. Dabei zerstückeln diese Unmengen an Fugen den Raum optisch und lassen ihn noch enger erscheinen. Ich empfehle stattdessen großformatige Fliesen, am besten 60 x 60 oder sogar 90 x 90 Zentimeter. Diese durchgehenden Flächen täuschen dem Auge vor, der Boden sei größer, als er ist. Weniger Fugen bedeuten zudem weniger Arbeit beim Putzen, ein nicht Ordnung zu Hause unterschätzender Vorteil. Wenn Sie Angst vor rutschigen Oberflächen haben, achten Sie auf die Rutschhemmungsklasse R10 oder R11 für den Bodenbereich. Das ist kein Kompromiss beim Design, denn viele Hersteller bieten matte Oberflächen mit genau dieser Eigenschaft an, die zudem weniger empfindlich gegen Fingerabdrücke sind.
Die Wahl des Materials für die Möbel war mir wichtig. Ich entschied mich für eine Kombination aus Echtholz und Metall, weil sie robust und pflegeleicht ist. Die Couch bekam einen Bezug aus Mikrofaser, der sich leicht abnehmen und waschen lässt. Die Bettwäsche war aus Baumwolle mit einer hohen Fadenzahl, damit sie nicht verrutscht. Die Teppiche waren aus Wolle, die Schmutz abweist. Nach einem Jahr Nutzung sieht alles noch fast wie neu aus, bis auf ein paar kleine Kratzer auf dem Holztisch, die aber zur Geschichte der Wohnung gehören.
Die größte Herausforderung war die Höhe der Küchenmöbel. Die meisten Schlafsofas sind viel zu niedrig für eine normale Küchenarbeitsplatte. Deshalb ließ ich mir eine massivholzgefertigte Konstruktion bauen, die auf 90 Zentimetern Höhe liegt – genau auf Höhe der anderen Arbeitsflächen. Tagsüber dient sie als Theke zum Frühstücken, abends als Sitzgelegenheit. Die Matratze ist fest mit dem Rahmen verbunden, sodass nichts verrutscht. Ich habe extra darauf geachtet, dass die Liegefläche 200 Zentimeter lang ist, damit auch mein großer Bruder mit seinen 1,90 Metern bequem liegen kann. Die Rückenkissen habe ich mit einem abnehmbaren Bezug aus Baumwolle versehen, der in der Waschmaschine gereinigt werden kann.