Wer eine Wohnung neu bezieht, erwartet einen Zustand, der vertragsgemäß nutzbar ist. Der Vermieter ist nicht verpflichtet, die Wohnung auf Luxusniveau zu bringen, aber er muss die vertraglich zugesicherte Beschaffenheit herstellen. Entscheidend ist, was im Mietvertrag steht und was bei der Besichtigung zugesichert wurde. Fehlt eine ausdrückliche Vereinbarung, gilt die Wohnung als in dem Zustand geschuldet, der bei Vertragsschluss üblich war. Renovierungen vor dem Einzug sind deshalb immer eine Frage des konkreten Vertrags und des tatsächlichen Zustands, nicht des allgemeinen Geschmacks.
Nach dem Entfernen der Tapeten bleibt oft eine klebrige Schicht aus Kleister und Papierfasern zurück. Diese Reste müssen mit warmem Wasser und einem Schwamm abgewaschen werden, sonst haftet später keine neue Tapete und keine Farbe. Bei sehr hartnäckigen Kleisterresten hilft eine Bürste mit weichen Borsten. Zum Schluss die Wand trocknen lassen und mit dem Handrücken prüfen, ob noch Feuchtigkeit austritt. Erst dann mit dem Spachteln oder Grundieren beginnen.
Ein typischer Fehler ist das Sortieren nach Farbe oder Form statt nach Nutzung. Wer selten getragene Kleidung nach vorne räumt und Alltagsstücke nach hinten, verliert täglich Zeit. Sinnvoller ist eine Aufteilung nach Anlass: Arbeit, Freizeit, Sport, besondere Anlässe. Innerhalb dieser Gruppen lässt sich weiter unterteilen, aber die Hauptkategorie sollte immer an derselben Stelle bleiben. So entsteht ein System, das auch nach einer stressigen Woche noch funktioniert.
Alte Tapeten lassen sich am schnellsten entfernen, wenn die oberste Schicht zuerst zerstört wird. Bei einfachen Papiertapeten reicht es oft, die Bahnen mit einem Tapetenritzer oder einer Spachtel kreuzweise einzuritzen. Danach wird die Wand großzügig mit warmem Wasser eingeweicht. Entscheidend ist, dass das Wasser tatsächlich in die Tapete eindringt und nicht nur an der Oberfläche abperlt. Bei wasserabweisenden oder mehrschichtigen Tapeten muss die obere Lage zuerst abgezogen werden, sonst bleibt die Feuchtigkeit wirkungslos.
Typische Fehler wiederholen sich. Häufig werden zu wenige, zu dünne Platten an einer einzigen Wand angebracht, während Decke und Boden unberührt bleiben. Ebenso problematisch ist das vollflächige Verkleiden eines ganzen Raums: Der Klang wird stumpf, Gespräche wirken gedämpft und unnatürlich. Paneele hinter Vorhängen oder Bildern sind verschwendetes Material. Wer Platten direkt neben einer Wärmequelle oder in der Küchenzeile montiert, riskiert Verformung und Fettablagerungen. Und wer billigen Schaumstoff ohne Brandschutzhinweis verwendet, handelt fahrlässig. Auf die Kennzeichnung zur Entflammbarkeit achten, nicht auf die Optik allein.
Lärm im Schlafzimmer kommt selten aus einer einzigen Quelle. Meist sind es mehrere Wege: die Tür zum Flur, das Fenster zur Straße, die Wand zum Nachbarn, der Boden zur Wohnung darunter. Wer nur eine Stelle dämmt, wundert sich, dass es kaum leiser wird. Schallschutz funktioniert nur, wenn man die tatsächlichen Übertragungswege kennt und nacheinander angeht. Bevor Geld in Material fließt, lohnt eine ehrliche Bestandsaufnahme.
Für hartnäckige Fälle hat sich eine Mischung aus warmem Wasser und einem Spritzer Spülmittel bewährt. Diese Lösung wird mit einer Sprühflasche oder Rolle aufgetragen und muss einige Minuten einwirken. Wer zu wenig Wasser verwendet, kratzt später trocken und beschädigt den Untergrund. Ein häufiger Fehler ist auch, die Tapete nur an einer Stelle zu durchweichen und dann sofort abzuziehen. Besser ist es, abschnittweise zu arbeiten: ein bis zwei Meter einweichen, kurz warten, dann mit dem Spachtel von unten nach oben lösen.
Viele unterschätzen die Dämmunterlage. Ein Teppich mit zehn Millimetern Flor, aber ohne darunterliegende Schicht dämpft den Trittschall kaum. Besser ist ein Teppich mit fünf bis acht Millimetern Flor plus einer Unterlage aus Filz, Kork oder Schaumstoff mit mindestens fünf Millimetern Dicke. Diese Unterlage muss vollflächig aufliegen, nicht nur an den Rändern. Ein weiterer typischer Fehler: Die Unterlage wird zu weich gewählt. Dann sinkt der Teppich beim Gehen ein, die Fasern brechen, und die Dämmwirkung lässt nach wenigen Monaten nach. Mittlere Härtegrade halten länger.
Ein typischer Fehler beim Arbeiten mit dem Dampfgerät ist zu hoher Druck. Wer die Düse fest aufdrückt, verteilt den Dampf ungleichmäßig und verbrennt sich leicht die Finger. Auch das Abziehen in einem Zug funktioniert selten. Besser ist es, die gelöste Bahn Stück für Stück mit beiden Händen nach unten zu führen. Reste, die hängen bleiben, werden erneut bedampft und mit dem Spachtel abgeschabt, nicht mit Gewalt abgerissen.
Wann ein Dampfgerät die bessere Wahl ist Bei mehreren Schichten, Farbresten oder sehr alter Dispersionsfarbe auf der Tapete ist ein Dampfgerät oft die schnellere Lösung. Der heiße Dampf löst den Kleister tiefenwirksam an, ohne die Wand zu durchfeuchten. Die Platte wird langsam über die Tapete geführt, bis sich die Bahn von selbst löst. Wichtig ist, das Gerät nicht zu lange auf einer Stelle zu halten, sonst kann Feuchtigkeit in den Putz ziehen und später zu Schimmel führen. Nach dem Dampfen sollte die Wand gut abtrocknen, bevor gespachtelt oder neu tapeziert wird.