Vor dem endgültigen Aufbau lohnt ein Provisorium: Stelle das Bett ohne Matratze auf, rüttle kräftig an allen Ecken und höre auf Geräusche. Knarzt es, lockere die Schrauben eine Vierteldrehung und ziehe sie erneut an. Wiederhole das, bis es leise ist. Erst dann kommt der Lattenrost hinein. Wer diese Reihenfolge ignoriert, sucht später mühsam die eine Schraube, die für das Knarren verantwortlich ist.
Die Elektrik ist der Punkt, an dem die meisten sparen und später teuer nachbessern. Waschmaschine und Trockner brauchen getrennte, abgesicherte Anschlüsse über Fehlerstromschutz. Eine Mehrfachsteckdose im feuchten Raum ist kein Provisorium, sondern ein Risiko. Wasseranschluss und Ablauf gehören so verlegt, dass die Schläuche nicht unter Zug stehen und der Siphon zugänglich bleibt. Wer den Ablauf hinter einer festen Blende versteckt, merkt eine Verstopfung erst, wenn das Wasser überläuft.
Seitenverhältnis und Türenbreite im Verhältnis zur Wandnische Die Breite richtet sich nach der Wandfläche, aber auch nach dem Öffnungswinkel der Türen. Ein Schrank mit 60 Zentimetern Breite braucht mindestens 70 Zentimeter lichte Weite zum nächsten Hindernis, sonst lassen sich die Türen nicht vollständig öffnen. Bei Schränken mit zwei Flügeln ist die mittlere Fuge entscheidend: Sie sollte nicht in der Mitte des Gesichts liegen, weil sonst der Blick genau auf die Kante fällt. Wer eine Nische von 80 Zentimetern hat, wählt besser 80 Zentimeter Schrankbreite ohne seitliche Blenden als 70 Zentimeter mit breiten Füllstücken – die Fugen sitzen dann sauber an der Wand.
Die Sichtachse verläuft von der Pupille über den Spiegel zum Objekt. Bei einem stehenden Erwachsenen liegt die Augenhöhe je nach Körpergröße zwischen 150 und 170 Zentimetern über dem Boden. Der Spiegel muss diesen Bereich vollständig abdecken, sonst wird der Kopf beim Blick nach vorn angeschnitten. Für die Höhe des Schrankunterbodens gilt: Oberkante Waschtisch plus Armaturenhöhe plus etwa 25 bis 30 Zentimeter. So bleibt genug Platz für den Wasserstrahl, ohne dass man sich beim Händewaschen den Kopf stößt.
Auch die Nachfüllmenge wird oft falsch gewählt. Zu wenig Granulat bedeutet, dass die Aufnahmekapazität schnell erschöpft ist. Ist das Salz verklumpt oder vollständig gelöst, muss es ersetzt werden. Ein weiterer typischer Fehler: den Behälter direkt neben die Dusche auf den Boden stellen. Dort spritzt Wasser hinein, die Sole verdünnt sich, und die Messung der Restfeuchte ist unbrauchbar. Besser ist ein trockener, erhöhter Platz mit Abstand zur Dusche.
Für Mietzimmer ist ein zerlegbares Bett die beste Wahl. Wer nicht dauerhaft wohnen bleibt, sollte auf Steck- oder Schraubverbindungen setzen, die sich ohne Spezialwerkzeug lösen lassen. Achte beim Aufbau auf Filzgleiter unter allen Füßen und auf Gummiauflagen zwischen Lattenrost und Rahmen. Diese Kleinigkeiten reduzieren Knarzgeräusche erheblich. Ein weiterer typischer Fehler: das Bett direkt an die Heizung oder an eine Außenwand zu stellen. Das fördert Schimmel und lässt das Holz arbeiten.
Lichtquellen gehören nicht in den Schrank, sondern daneben. Eine Beleuchtung direkt über dem Spiegel wirft Schatten auf das Gesicht, weil das Licht von oben auf die Augenbrauen trifft. Besser sind zwei Leuchten links und rechts auf Höhe der Augen oder eine indirekte Beleuchtung hinter dem Spiegel, die die Wand anstrahlt. Die Lichtfarbe sollte zwischen 3000 und 4000 Kelvin liegen, der Farbwiedergabeindex über 90 – sonst wirkt das Make-up im Tageslicht anders als im Bad.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, ein Granulat-Entfeuchter ersetze das Lüften. Das tut er nicht. Nach dem Duschen muss die feuchte Luft trotzdem nach draußen. Stoßlüften für einige Minuten bringt mehr als stundenlanges Laufenlassen eines kleinen Behälters. Der Entfeuchter senkt die Restfeuchte, die nach dem Lüften bleibt, und hilft in Räumen ohne Fenster. Wer ihn als alleinige Lösung nutzt und nie lüftet, bekommt feuchte Wände und Schimmel trotzdem.
Für die Tiefe gilt: 13 bis 15 Zentimeter reichen für Rasierapparat, Zahnbürste und Medikamente. Tiefere Schränke ab 20 Zentimetern nehmen dem Raum Licht und engen den Bewegungsradius vor dem Waschbecken ein. Wer mehr Stauraum braucht, plant besser einen Hochschrank neben der Tür statt eines tiefen Spiegelschranks.
Bevor ein Granulat-Entfeuchter aufgestellt wird, lohnt sich eine ehrliche Einschätzung des Bades. Kleine Bäder bis etwa acht Quadratmeter profitieren am deutlichsten, weil die Luftmenge überschaubar bleibt. Größere oder schlecht belüftete Bäder benötigen entweder mehrere Behälter oder zusätzlich technische Unterstützung. Wichtig ist, den Entfeuchter nicht in eine Ecke hinter dem Vorhang zu stellen. Dort zirkuliert die Luft kaum, und die Wirkung bleibt aus. Besser ist ein Standort auf halber Höhe, etwa auf einem Regal oder Fensterbrett, wo die feuchte Luft von allen Seiten an das Granulat gelangen kann.