Der übliche Fehler: Wachs schmelzen, Topf von der Platte ziehen und sofort das Öl hineingeben, solange die Masse noch deutlich über 80 °C heiß ist. Bei dieser Temperatur verflüchtigen sich die flüchtigen Bestandteile des Öls innerhalb von Sekunden. Was übrig bleibt, sind oft nur die schweren, teils kratzigen Anteile. Besser ist es, das Wachs auf die Einrührtemperatur abkühlen zu lassen, bevor das Öl dazukommt. Diese liegt je nach Wachsart und Öl zwischen etwa 55 °C und 70 °C, bei sehr empfindlichen Zitrusölen eher am unteren Rand.
Ein häufiger Fehler ist, zu viel Material auf einmal einzufüllen. Wer den Boden mit einer dicken Schicht Sand oder Wachs auffüllt, verliert Volumen für die eigentliche Kerze und verändert das Brennverhalten. Besser ist es, sich langsam an die optimale Höhe heranzutasten. Nach jeder dünnen Lage prüfen, ob der Boden bereits eben genug ist. Auch das Andrücken mit einem flachen Gegenstand kann helfen, aber nur mit leichtem Druck arbeiten, damit nichts verrutscht oder bricht.
Warum das Aushärten den Fehler nicht korrigie
Die einzige verlässliche Lösung ist Vorbeugung. Den Docht vor dem Eingießen mit einer festen Halterung fixieren, die ihn senkrecht hält. Ein Stab oder ein Draht über dem Gefäßrand, an dem der Docht befestigt wird, leistet gute Dienste. Vor dem Eingießen prüfen, ob der Docht lang genug ist und ob er wirklich gerade steht. Das Wachs langsam und gleichmäßig abkühlen lassen, nicht im Kühlschrank, weil schnelles Abkühlen die Schrumpfung verstärkt und den Docht verschieben kann. Wer diese Schritte einhält, muss später nichts korrigieren.
Auch das Trocknen von Wäsche in geschlossenen Räumen ohne Abluft ist problematisch. Ein einzelner Trockengang bringt mehrere Liter Wasser in die Luft. Wenn kein Abluftsystem vorhanden ist, sollte Wäsche nur in gut belüfteten Bereichen oder im Freien getrocknet werden. Bei einem 9f-Gebäude mit innenliegenden Bädern ohne Fenster ist ein leistungsfähiger Ventilator Pflicht. Prüfe, ob der Ventilator nachläuft – viele schalten sich zu früh ab und lassen die Restfeuchte in der Luft.
Ein weiterer typischer Fehler ist die Temperatur. Weiches Wachs sollte nur leicht über dem Schmelzpunkt verarbeitet werden, sprödes dagegen etwas wärmer, damit es nicht sofort erstarrt. Ein kalter Dorn in sprödem Wachs führt zu Spannung und Bruch. Umgekehrt kann ein zu heißer Dorn weiches Wachs so stark erweichen, dass die Kerze beim Abnehmen ihre Form verliert. Dorn und Wachs sollten in einem ähnlichen Temperaturbereich liegen.
Wer beide Wachsarten verarbeitet, kommt mit zwei Dornen unterschiedlicher Konizität und Oberfläche am besten zurecht. Ein flacher, glatter Dorn für weiche Kerzen, ein etwas stärker konischer mit feiner Struktur für spröde. Beschriftet oder getrennt aufbewahrt vermeidet Verwechslung. Nach jedem Gebrauch den Dorn von Wachsrückständen befreien – diese verändern die Haftung und damit das Ergebnis der nächsten Kerze.
Warum spröde Kerzen einen anderen Dorn verlangen Spröde Wachse – typisch bei Stearin, hochschmelzendem Paraffin oder Mischungen mit hohem Kristallanteil – neigen zum Splittern. Hier braucht es einen Dorn mit etwas größerem Durchmesser und einer Oberfläche, die minimal Haftung bietet, ohne zu kratzen. Eine feine Längsriffelung kann bei sprödem Material sogar von Vorteil sein, weil sie die Kerze beim Aufstecken führt und ein Verkanten verhindert. Der Dorn darf jedoch keine scharfen Kanten oder Grate haben, sonst entstehen beim Abnehmen Spannungsrisse, die erst Tage später sichtbar werden.
Ein häufiger Fehler ist, den Dorn nach Gefühl auszuwählen und erst beim Ziehen zu merken, dass er nicht passt. Besser ist eine einfache Prüfung vor dem ersten Gebrauch: Dorn leicht erwärmen, in ein Reststück des jeweiligen Wachses stecken und wieder herausziehen. Bleibt ein sauberes, rundes Loch ohne Risse zurück, passt der Dorn. Fransige Ränder deuten auf zu viel Haftung hin, ein zu weites Loch auf einen zu dünnen Dorn. Diese Probe dauert wenige Sekunden und erspart Ausschuss.
Für weiche Wachse – etwa reines Bienenwachs oder stark geöltes Paraffin – eignet sich ein Dorn mit leicht konischer Form und glatter, aber nicht polierter Oberfläche. Konisch deshalb, weil sich der Dorn im weichen Material besser löst, ohne das Wachs mitzuziehen. Glatt, damit die Kerze beim Abnehmen nicht aufreißt. Zu raue oder geriffelte Dorne greifen bei weichem Wachs zu stark, das Material legt sich um die Rillen und reißt beim Herausziehen ein. Ein zu dünner Dorn ist hier ebenfalls problematisch: Das Wachs schmiegt sich eng an, und die Kerze sitzt später zu locker auf dem Docht.
Die Wahl des richtigen Dorns beim Kerzenziehen hängt weniger von der Kerzengröße ab als von der Beschaffenheit des Wachses. Weiches Wachs verhält sich beim Aufstecken völlig anders als sprödes. Wer hier den falschen Dorn verwendet, riskiert Risse, abgebrochene Dochtlöcher oder Kerzen, die bereits nach kurzer Zeit vom Dorn rutschen. Entscheidend sind zwei Eigenschaften des Dorns: sein Durchmesser im Verhältnis zum Dochtloch und seine Oberflächenbeschaffenheit.