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Alte Küchenfronten lackieren statt bekleben: Was Sie vorher wissen müssen

Erst wenn Holz, Beschläge und Anschlüsse in Ordnung sind, lohnt sich der Blick auf die Verglasung. Einfachverglasung lässt sich durch eine dünne Isolierverglasung ersetzen, sofern die Flügel das Gewicht tragen. Bei denkmalgeschützten Fassaden bleibt oft nur die Kastenreparatur mit innerer Zusatzscheibe. Wer hier zu früh tauscht, verliert die historische Substanz und zahlt später doppelt.

Aufbauen lässt sich die Laibung mit einem Kalk-Zement-Mörtel, der für Feuchträume und Übergänge zum Außenbereich geeignet ist. Bei sehr tiefen Unebenheiten wird in mehreren Lagen gearbeitet, wobei jede Lage vor dem nächsten Auftrag leicht anziehen muss. Zum Ausgleichen dienen Lehren oder gerade Richtlatten, die seitlich an der Wand fixiert werden. Damit entsteht eine gerade Kante entlang der gesamten Laibungstiefe, ohne dass eine Trockenbauplatte nötig wird.

Zuerst werden alle Fronten demontiert und mit einem Entfetter gereinigt. Fett- und Silikonreste sind der häufigste Grund, warum Lack später abblättert. Danach wird angeschliffen: Bei lackierten oder folierten Oberflächen mit Körnung 240, bei Echtholz mit 180. Der Schliff muss matt und gleichmäßig sein, ohne durch die Deckschicht zu gehen. Wer zu stark schleift, legt den Rohspan frei, und der saugt Lack ungleichmäßig auf.

Erste und wichtigste Regel: Schuhe nie direkt nach dem Tragen in den Schrank stellen. Sie geben in den ersten zwei Stunden am meisten Feuchtigkeit ab. Stattdessen kommen sie auf ein offenes Regal oder einen Schuhständer im Flur, wo sie mindestens eine Stunde bei Raumtemperatur trocknen können. Erst danach dürfen sie in den Schrank. Wer diese Reihenfolge ignoriert, schließt die Feuchtigkeit ein und züchtet den Geruch regelrecht heran.

Was bei Wind wirklich zäh

Für den Decklack eignen sich wasserbasierte Acryl- oder Alkydharzlacke. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke. Zwischen den Schichten mindestens sechs Stunden trocknen lassen, bei kühler Umgebung länger. Gestrichen wird mit einer Schaumstoffrolle für glatte Flächen und einem Pinsel für Kanten und Profile. Läufer und Nasen entstehen, wenn zu viel Material auf einmal aufgetragen wird. Lieber dreimal dünn als einmal satt.

Grundierung entscheidet über die Haltbarkeit Auf die geschliffene Fläche kommt eine Haftgrundierung, die zum jeweiligen Untergrund passt. Für Kunststoff- und Folienfronten gibt es spezielle Primer, die eine Verbindung zwischen glatter Oberfläche und Decklack herstellen. Diese Schicht dünn auftragen, nicht fluten. Ein zu dicker Primer trocknet langsam, bildet Ränder und mindert die Haftung. Nach dem Trocknen wird leicht mit Körnung 320 überschliffen, um Staubeinschlüsse zu entfernen.

Fingerschutz für die Scharnierseite ist sinnvoller als der klassische Schaumstoffblock an der Türkante. Der Grund: Kinder greifen beim Öffnen oder Schließen meist in den Spalt zwischen Tür und Rahmen, nicht in die Mitte. Flexible Kunststoffprofile, die in den Spalt gesteckt oder auf die Bandseite geklebt werden, decken genau diese Zone ab. Bei Schubladen sind es weniger die Auszüge als der Spalt zwischen Frontblende und Korpus. Hier lässt sich mit schmalen U-Profilen arbeiten, die ohne Bohren in die Fuge gedrückt werden. Wichtig: Profile nicht kürzen, wenn dadurch scharfe Kanten entstehen.

Der Vorteil gegenüber Folie liegt auf der Hand: Lack lässt sich ausbessern, Folie nicht. Kratzer im Lack können nachgeschliffen und überstrichen werden. Folie wirft an Kanten Blasen oder löst sich bei Hitze. Wer sorgfältig arbeitet, verlängert die Lebensdauer der Küche um viele Jahre und erzielt ein Ergebnis, das einer neuen Front nahekommt.

Typische Fehler: fehlendes Anschleifen, unzureichende Trocknung zwischen den Schichten, zu kalte oder zu feuchte Umgebung. Auch das Mischen verschiedener Lacksysteme führt oft zu Haftungsproblemen. Wer im Freien oder in der Garage arbeitet, sollte auf Staub achten; ein staubfreier Raum mit guter Belüftung ist ideal. Nach dem Lackieren brauchen die Fronten mehrere Tage, bis sie vollständig durchgehärtet sind. Erst dann wieder montieren und mit feuchtem Tuch reinigen, nicht mit aggressiven Reinigern.

Alte Küchenfronten müssen nicht ausgetauscht werden. Wer die Türen und Schubladenblenden abschraubt und lackiert, spart viel Geld und bekommt eine Oberfläche, die sich deutlich wertiger anfühlt als eine Folie. Entscheidend ist die Vorarbeit. Ohne sauberen Untergrund hält weder Lack noch Klebefolie dauerhaft, und gerade an Kanten und Griffmulden zeigt sich nach wenigen Monaten, ob die Arbeit sorgfältig war.

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