Der erste Schritt ist die schnelle Reaktion. Sobald eine Flüssigkeit auf die Auflage gelangt, sollte sie sofort mit einem saugfähigen Tuch abgetupft werden – nicht gerieben, denn Reiben drückt die Feuchtigkeit tiefer in das Material. Anschließend kann man die Auflage mit einem trockenen Tuch abdecken und leicht pressen, um weitere Flüssigkeit aufzunehmen. Bei größeren Mengen hilft es, die Auflage hochzuheben und von der Unterseite her zu stützen, damit die Feuchtigkeit nicht durch die Schwerkraft weiter nach innen wandert. Wichtig: Keine Hitze wie Föhn oder Heizung direkt anwenden, denn das kann das Material beschädigen und die Feuchtigkeit noch tiefer treiben.
Typische Fehler passieren bei der Anwendung, nicht nur bei der Produktwahl. Zu viel Waschmittel ist der häufigste. Überschuss schäumt stark, lässt sich nicht vollständig ausspülen und verklebt die Füllung. Verwenden Sie maximal die Hälfte der empfohlenen Menge. Schleudern mit hoher Drehzahl presst die Füllung zusammen und kann Nähte beschädigen. Wählen Sie den Schon- oder Wollwaschgang mit höchstens 600 Umdrehungen pro Minute. Trocknen Sie Naturfüllungen flach liegend, nicht im Trockner mit hoher Hitze. Hitze macht Daunen und Wolle spröde. Ein Trockner auf niedriger Stufe mit Trocknerbällen kann helfen, die Füllung aufzulockern, aber nur wenn das Etikett es erlaubt.
Praktisch heißt das: Hygrometer aufstellen, morgens und abends ablesen, bei Werten über 60 Prozent lüften und die Ursache suchen. Kochtöpfe abdecken, Wäsche möglichst draußen oder in einem belüfteten Raum trocknen, Bäder nach dem Duschen lüften, bis die Feuchte wieder fällt. Wer diese Reihenfolge einhält, braucht weniger Heizenergie und bekommt ein Raumklima, das sich tatsächlich gut anfühlt. Die Temperatur stellt man danach ein, nicht davor.
Ein häufiger Fehler ist die Orientierung an der Größe der Waschmittelflasche statt an der Kleidungsmenge. Wer die Trommel nur zur Hälfte füllt, aber die volle Dosis nimmt, produziert überschüssigen Schaum. Dieser Schaum kann die Mechanik der Maschine belasten und die Fasern steif machen. Ein weiterer Fehler: Feinwaschmittel mit Weichspüler kombinieren. Weichspüler legt einen Film auf die Faser, der die Wirkung des Feinwaschmittels behindert und bei Wolle die natürliche Rückfederung zerstört. Besser ist es, auf Weichspüler ganz zu verzichten und stattdessen die richtige Dosierung zu wählen.
Bei Handwäsche gelten andere Regeln. Hier löst man die empfohlene Menge für die Wassermenge im Becken auf, nicht für die Kleidungsmenge. Ein üblicher Richtwert: ein Teelöffel flüssiges Feinwaschmittel auf fünf Liter Wasser. Zu viel Mittel im Handwaschbecken lässt sich kaum ausspülen und hinterlässt einen klebrigen Griff. Nach dem Waschen gründlich mit klarem Wasser spülen, bis keine Schlieren mehr im Wasser zu sehen sind. Bei Maschinenwäsche kontrolliert man nach dem Programm, ob sich noch Schaum in der Trommel befindet. Ist das der Fall, war die Dosis zu hoch – beim nächsten Mal reduzieren.
Vergilbte Stellen an Plastik, Papier oder Textilien entstehen meist durch Oxidation. UV-Licht beschleunigt diese Reaktion normalerweise, weshalb man annehmen könnte, Sonne sei das Letzte, was man auf vergilbtes Material lassen sollte. Bei bestimmten Materialien – vor allem bei Thermoplasten wie ABS und bei gebleichtem Papier – wirkt Sonnenlicht jedoch aufhellend statt schädigend. Entscheidend ist, welche Art von Vergilbung vorliegt und wie stark die Strahlung dosiert wird.
Typische Fehler sind: das Fenster nur kurz kippen und glauben, damit sei gelüftet; Wäsche in der Wohnung trocknen, ohne die Feuchte im Blick zu behalten; oder den ganzen Tag die Heizung aufdrehen, obwohl das Problem in der feuchten Luft liegt. Stoßlüften für fünf bis zehn Minuten mit weit geöffneten Fenstern bringt mehr als stundenlanges Kippen, weil dabei die Luft in kurzer Zeit komplett ausgetauscht wird, ohne die Wände auszukühlen. Kipplüften kühlt die Fensterlaibung aus, dort schlägt sich Feuchte nieder, und genau dort beginnt Schimmel.
Ein trockener Raum mit 22 Grad kann unangenehm kalt wirken, weil die Schleimhäute austrocknen und die Wärmeabgabe über die Haut gestört wird. Ein feuchter Raum mit 19 Grad fühlt sich dagegen schwül und drückend an, obwohl das Thermometer weniger anzeigt. Der Grund ist die Verdunstung: Je mehr Wasserdampf die Luft bereits enthält, desto langsamer verdunstet Schweiß auf der Haut, und desto weniger kühlt der Körper sich selbst. Wer also nur am Thermostat dreht, bekämpft das falsche Problem.
Wer heizt, sollte zuerst lüften, dann heizen. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Heizt man feuchte Luft auf, sinkt die relative Feuchte scheinbar, aber die absolute Wassermenge bleibt im Raum. Beim Abkühlen, etwa nachts, steigt die relative Feuchte wieder, und die Feuchtigkeit sucht sich die kälteste Fläche. Das sind meist Außenwände, Fensterlaibungen oder Schränke an Außenwänden. Deshalb gehört der Blick auf die Feuchte immer mit dem Blick auf die kältesten Stellen im Raum zusammen.