Ein häufiger Irrtum: Regenwasser sei automatisch sauber. Auf Dächern mit alten Bitumenbahnen oder Zinkrinnen können Schwermetalle und organische Verbindungen ins Wasser gelangen. Für Zierpflanzen ist das meist unkritisch, bei Kräutern und Gemüse sollte man auf das Dachmaterial achten. Wer sein Wasser aus einer Regentonne mit Metallhahn entnimmt, prüft den Hahn einmal im Jahr auf Korrosion. Kalkablagerungen im Hahn sind harmlos, grüne Rückstände aus Kupfer oder Zink dagegen ein Warnsignal.
Menge und Dauer richtig einschätz
Leitungswasser ist für Zimmerpflanzen und Blumenbeete selten ideal. Es enthält Kalk, der den pH-Wert im Boden langsam nach oben treibt, sowie Chlor und je nach Region Fluorid, die empfindliche Wurzeln belasten. Regenwasser dagegen ist nahezu kalkfrei, leicht sauer und enthält gelösten Stickstoff aus der Atmosphäre. Wer regelmäßig mit Regenwasser gießt, merkt das nach einigen Wochen an kräftigeren Blättern und besserer Blütenbildung, besonders bei Hortensien, Rhododendren, Kamelien und Farnen.
Für den Alltag genügt meist eine einfache Routine: Nach jeder längeren Abwesenheit alle Hähne nacheinander kalt und warm spülen, bis die Temperatur wechselt. Wer regelmäßig lüftet und die Leitungen nicht stilllegt, verhindert die schlimmsten Ablagerungen. Wichtig ist auch, nicht nur die Armaturen zu spülen, sondern die gesamte Installation. Wer diese Schritte beherzigt, muss kein abgestandenes Wasser trinken und schützt zudem die Rohre vor Korrosion und Keimen.
Für leichte bis mittlere Kalkbeläge reicht meist ein handelsüblicher Badreiniger mit saurem pH-Wert. Aufsprühen, kurz warten, mit weichem Schwamm abwischen, abspülen, trocken polieren. Bei starken Verkrustungen an der Auslauföffnung oder am Duschkopf hilft ein Bad in Zitronensäurelösung über Nacht. Armaturen mit sichtbaren Dichtungen oder Kunststoffteilen sollten nicht in Säure eingelegt werden, weil Dichtungen porös werden können. Hier besser gezielt mit einem Tuch arbeiten.
Zur regelmäßigen Entkalkung reicht eine Mischung aus warmem Wasser und einem Schuss Essig oder Zitronensäure. Die Lösung im Gerät erhitzen, zehn bis fünfzehn Minuten einwirken lassen, dann mit einer weichen Bürste nachhelfen und gründlich klar nachspülen. Bei starken Ablagerungen den Vorgang wiederholen. Wichtig: Nie mit einem Schraubenzieher oder Messer den Kalk abschaben, das zerstört die Heizplatte. Wer sein Gerät zweimal im Monat so behandelt, hat kaum noch Probleme.