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4 Dinge, die beim Kochen mit kalkhaltigem Wasser passieren

Für die tägliche Küchenpraxis heißt das: Wasser zum Trinken oder für Tee kurz aufkochen, wenn es aus hygienischen Gründen nötig ist. Auf Vorrat abkochen und dann stehen lassen bringt nichts außer einer Schicht Kalk am Boden. Wer den Kalkgehalt senken will, misst ihn einmal mit Teststreifen oder fragt beim Wasserversorger nach der Gesamthärte. Erst dann lässt sich entscheiden, ob ein Enthärter sinnvoll ist oder ob ein Entkalkungsintervall genügt.

Wer weicheres Wasser möchte, kommt um eine andere Lösung nicht herum. Möglich sind ein Ionenaustauscher, eine Umkehrosmoseanlage oder der Bezug von enthärtetem Wasser. Gegen Kalkablagerungen in Geräten hilft regelmäßiges Entkalken mit geeigneten Mitteln, nicht das Kochen. Beim Entkalken sollte man die Herstellerangaben zum Material beachten, weil Säuren Aluminium und manche Kunststoffe angreifen. Nach dem Entkalken gründlich mit klarem Wasser spülen, sonst gelangen Rückstände in den nächsten Kaffee oder Tee.

Wenn Sie diese Reihenfolge einhalten – prüfen, verdünnt einweichen, klar spülen, trocknen, pflegen –, entfernen Sie Kalk zuverlässig, ohne das Material zu zerstören. Die Dichtung bleibt elastisch, dichtet weiter ab und muss seltener ersetzt werden. Aggressive Mittel wirken schneller, kosten aber am Ende mehr, weil sie das Gummi innerhalb weniger Anwendungen ruinieren.

Eine Vase mit schmalem Hals ist ein Ärgernis, sobald sich innen Beläge bilden. Die Öffnung ist zu klein für die Hand, der Flaschenbürstenkopf oft zu breit, und Wasserreste trocknen unbemerkt am Grund zu einem grauen Film. Wer Blumen länger als ein paar Tage stehen lässt, bekommt zusätzlich einen schleimigen Biofilm aus Bakterien und abgestorbenen Pflanzenteilen. Der entscheidende Punkt ist nicht die Kraft, mit der geschrubbt wird, sondern die Kombination aus Füllmaterial, das die Wandung erreicht, und einer Chemie, die den Belag löst, ohne das Glas zu zerkratzen.

Vorbeugen ist einfacher als Entfernen. Nach jeder Nutzung, besonders im Badezimmer, die Fläche mit einem Abzieher in einem Zug trockenziehen. Das dauert wenige Sekunden und verhindert, daß sich überhaupt ein Film bildet. Wer hartes Wasser hat, kann zusätzlich einen Wasserfilter am Zulauf installieren oder zum Nachspülen destilliertes Wasser verwenden. Ein dünner, unsichtbarer Abperlfilm aus einer Mischung von destilliertem Wasser und einem Tropfen Spülmittel, hauchdünn aufgetragen und auspoliert, hält etwa eine Woche. Nicht zuviel auftragen, sonst entstehen genau die Schlieren, die man vermeiden will.

Tischfilter mit Kartusche sind kleine Wasseraufbereiter, die direkt auf der Arbeitsfläche stehen und das Leitungswasser durch eine austauschbare Filterpatrone leiten. Sie arbeiten meist mit Aktivkohle, teils zusätzlich mit Ionenaustauscherharz. Der typische Aufbau: ein Behälter für das Rohwasser, eine Kartusche im Deckel oder Sockel und ein Auslauf für das gefilterte Wasser. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, kann den Nutzen realistisch einschätzen und vermeidet Fehlkäufe.

Praktisch bedeutet das: Wer sein Wasser abkocht, um Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Warmwasserbereiter zu schonen, beschleunigt deren Verkalkung sogar. Die feinen Kalkpartikel setzen sich in Dichtungen, Sieben und Heizstäben fest und lassen sich dort nur schwer wieder entfernen. Besonders problematisch ist das bei geschlossenen Systemen wie Durchlauferhitzern, an denen man nicht ohne Werkzeug arbeitet.

Einweichen statt schrubben Legen Sie ein weiches Tuch oder Küchenpapier auf die verkalkte Stelle und tränken Sie es mit der verdünnten Essiglösung. Lassen Sie das Ganze zehn bis fünfzehn Minuten liegen. Der Kalk löst sich dabei auf, ohne dass Sie mit Bürste oder Schwamm nachhelfen müssen. Bei starken Ablagerungen wiederholen Sie den Vorgang lieber zwei- bis dreimal, statt die Säurekonzentration zu erhöhen. Nach dem Einweichen spülen Sie die Dichtung gründlich mit klarem Wasser ab. Rückstände von Säure greifen das Gummi sonst weiter an, auch wenn die Reinigung zunächst erfolgreich aussieht.

Bevor Sie irgendein Mittel ansetzen, prüfen Sie die Dichtung. Läuft sie bereits grau an, fühlt sie sich klebrig an oder zeigen sich feine Risse, ist der Weichmacher schon teilweise entwichen. In diesem Fall lohnt sich keine aufwendige Reinigung mehr – tauschen Sie die Dichtung aus. Bei intaktem Gummi genügt meist eine Mischung aus lauwarmem Wasser und einem Schuss Essigessenz im Verhältnis etwa 1:10. Reine Zitronensäure wirkt ähnlich, ist aber als Pulver schwerer zu dosieren. Wichtig: keine Essigsäure mit hoher Konzentration pur auftragen, keine Chlorreiniger und keine scheuernden Pasten verwenden.

Ein häufiger Fehler ist heißes Wasser. Es beschleunigt zwar die Kalklösung, beschleunigt aber auch das Ausdunsten der Weichmacher aus dem Gummi. Lauwarm reicht völlig aus. Ebenso problematisch ist es, die Dichtung nach der Reinigung nass stehen zu lassen. Kalk entsteht immer wieder, wenn Wasser verdunstet – also trocknen Sie die Dichtung nach jeder Nutzung kurz ab, besonders in der Dusche und an der Waschmaschinentür. Das ist die wirksamste Vorbeugung überhaupt und kostet nur wenige Sekunden.

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