So gehen Sie vor, ohne die Dichtung zu ruinieren Legen Sie ein Stück Küchenpapier oder einen Lappen auf die verkalkte Stelle und tränken Sie ihn mit der Säurelösung. Das hält die Flüssigkeit dort, wo sie wirken soll, statt sie über die ganze Dichtung laufen zu lassen. Nach zehn bis fünfzehn Minuten den Belag mit einer weichen Zahnbürste lösen – niemals mit Drahtbürste, Schaber oder Scheuermilch. Anschließend gründlich mit klarem Wasser nachspülen, sonst frisst die Säure weiter am Material. Zum Schluss trocken wischen.
Die Wahl des Reinigungsmittels hängt vom Belag ab. Weiße, krustige Ränder sind Kalk aus hartem Wasser; hier wirkt Säure, also Essigessenz verdünnt oder Zitronensäure in warmem Wasser aufgelöst. Einweichen über Nacht löst auch dicke Krusten, ohne dass mechanisch nachgeholfen werden muss. Dunkle, glitschige Rückstände stammen dagegen von Pflanzen und Bakterien – dagegen hilft ein Tropfen Spülmittel im Wasser, weil es Fette und Proteine bindet. Beides gleichzeitig zu mischen bringt nichts: Spülmittel und Säure heben sich in ihrer Wirkung teilweise auf. Erst säuern, ausspülen, dann mit Spülmittel nachreinigen.
Nach dem Entkalken lohnt sich eine Pflege mit Silikonöl oder einem glycerinhaltigen Pflegestift. Das Öl dringt in die oberflächlichen Poren ein und hält das Gummi geschmeidig. Wichtig: Nur dünn auftragen und vorher sicherstellen, dass die Dichtung trocken ist. Wer regelmäßig – etwa alle vier bis sechs Wochen – entkalkt, braucht keine aggressive Behandlung. Vorbeugen ist wirksamer als jede Rettungsaktion: Nach dem Duschen die Dichtungen abziehen oder kurz trocken wischen, damit Wasser gar nicht erst verdunstet und Kalk zurücklässt.
Ein häufiger Fehler ist es, sofort den Wasserversorger zu kontaktieren, ohne die eigene Anlage zu prüfen. Dabei liegt die Ursache oft hinter dem Hausanschluss. Ein weiterer Fehler: das Wasser nur kurz laufen zu lassen. Bei längerer Standzeit reichen wenige Sekunden nicht aus, um frisches Wasser aus der Leitung zu bekommen. Lassen Sie mindestens drei bis fünf Minuten laufen, bevor Sie erneut kosten. Achten Sie auch auf Veränderungen an Armaturen: Wenn sich an den Ausläufen grüne oder blaue Ablagerungen bilden, ist das ein Hinweis auf Korrosion.
Ein metallischer oder muffiger Geschmack im Leitungswasser ist mehr als nur ein Ärgernis. Er kann auf Probleme in der eigenen Hausinstallation hinweisen, die sich oft mit einfachen Mitteln eingrenzen lassen. Wichtig ist, systematisch vorzugehen und nicht sofort die gesamte Anlage in Frage zu stellen. Oft liegt die Ursache in einem einzelnen Bauteil oder in einer Veränderung, die erst kürzlich vorgenommen wurde.
Bevor Sie entkalken, prüfen Sie zwei Dinge. Erstens: Tropft es aus dem Auslauf, also direkt nach dem Brühvorgang? Dann sitzt der Kalk im Brühkopf oder im Ventil. Zweitens: Tropft es unten aus dem Gehäuse? Dann ist wahrscheinlich eine Dichtung porös oder ein Schlauch undicht. In diesem Fall hilft Entkalken nur begrenzt; Sie müssen die Dichtung tauschen. Entkalken Sie also nicht blind, sondern beobachten Sie, wo das Wasser austritt.
Am zuverlässigsten arbeitet Essigessenz, also konzentrierter Essig mit etwa 25 Prozent Säure. Einen Teil Essigessenz mit zwei Teilen Wasser mischen und die Lösung in den Wasserkocher füllen, bis die Kalkränder vollständig bedeckt sind. Das Gerät einschalten und aufkochen lassen. Danach ausschalten und die Flüssigkeit mindestens 30 Minuten, bei starker Verkalkung mehrere Stunden, stehen lassen. Die Säure löst den Kalk, ohne das Metall anzugreifen.
Ein Kalkrand in der Thermoskanne entsteht nicht durch falsche Pflege, sondern durch die Chemie des Wassers. Beim Erhitzen fällt der gelöste Kalk als feste Kruste aus und setzt sich an der Innenwand fest. Kochendes Wasser allein löst diese Schicht nicht, weil Calciumcarbonat in neutralem Wasser praktisch unlöslich ist. Wer nur mit heißem Wasser ausspült, verteilt den Belag höchstens dünner, entfernt ihn aber nicht. Nötig ist eine Säure, die den Kalk in eine lösliche Verbindung umwandelt.
Ein häufiger Fehler ist es, den Kalk nur oberflächlich abzuwischen und die Heizplatte zu vergessen. Gerade dort sitzt die härteste Schicht, weil die Hitze den Kalk regelrecht einbrennt. Ein weiterer Fehler: Essig oder Zitronensäure unverdünnt und über Nacht einwirken lassen. Das kann Dichtungen porös machen und bei manchen Kunststoffen zu Rissen führen. Die verdünnte Mischung ist wirksamer und schonender.
Bei Maschinen mit eingebautem Mahlwerk und Brühgruppe, etwa Vollautomaten, sollten Sie nach dem Entkalken die Brühgruppe herausnehmen und unter warmem Wasser abspülen. Trocknen Sie sie ab, bevor Sie sie einsetzen. Achten Sie darauf, dass keine Kalkbrösel im Gehäuse liegen bleiben; sie können die Mechanik blockieren. Wenn die Maschine nach dem Entkalken immer noch tropft, liegt es fast immer an einer verschlissenen Dichtung am Ventil oder am Auslauf. Diese Teile kosten wenig und sind oft ohne Werkzeug wechselbar. Ein Blick in die Bedienungsanleitung zeigt, ob Ihre Maschine dafür vorgesehen ist.