Typische Fehler machen den Unterschied zwischen Fortschritt und Rückschritt. Dazu gehört, das Tier aus dem Wasser zu reißen, es fest zu drücken oder bei Flucht festzuhalten. Ebenso falsch ist es, mehrere Tiere gleichzeitig zu trainieren oder nach dem Füttern zu üben, wenn der Magen voll ist. Zu häufige Wiederholungen führen zu Stress, sichtbar an gekrümmtem Schwanz, hektischem Schwimmen oder Fressverweigerung. Weniger ist hier mehr.
Die Intensität ist genauso wichtig wie die Dauer. Axolotl haben keine Augenlider und können sich nicht wie Fische an grelles Licht gewöhnen. Eine zu starke Lampe führt zu Verbrennungen an der empfindlichen Haut. Verwende deshalb eine Leuchtstoffröhre oder LED-Leiste mit geringer Leistung und montiere sie nicht direkt über dem Becken, sondern seitlich oder mit Abstand. Ein Dämmerungslicht am Morgen und Abend – etwa über eine dimmbare Steuerung – hilft den Tieren, zur Ruhe zu kommen.
Frisches Wasser muss vor dem Einfüllen auf die Beckentemperatur gebracht werden. Axolotl vertragen keine Sprünge von mehr als ein bis zwei Grad. Leitungswasser wird mit einem geeigneten Wasseraufbereiter entchloriert, sonst greift Chlor die Kiemen an. Ein Eimer, der nur für das Aquarium verwendet wird, verhindert Rückstände von Reinigungsmitteln. Beim Absaugen mit einem Schlauch wird der Mulm vom Boden gezogen, ohne das Tier zu berühren. Bodengrund vorsichtig absaugen, nicht aufwühlen, da sonst Schadstoffe aus tiefen Schichten ins Wasser gelangen.
Die Umgebungstemperatur spielt ebenfalls eine Rolle. Bei kühlem Wasser um achtzehn Grad Celsius ist der Stoffwechsel langsamer, und die Tiere ziehen sich ohnehin in schattige Verstecke zurück. Eine zu lange Lichtphase in Kombination mit warmem Wasser führt schnell zu Pilzinfektionen. Kontrolliere deshalb täglich die Wassertemperatur und passe die Beleuchtungsdauer im Sommer eher nach unten an – auf acht bis zehn Stunden. Im Winter, wenn die Tage kürzer sind, kann man auf zehn Stunden gehen, aber nie unter acht.
Beginne mit dem Becken selbst. Für einen adulten Axolotl reicht eine Grundfläche von mindestens 80 mal 40 Zentimetern, besser mehr. Die Höhe spielt keine Rolle, denn Axolotl schwimmen selten in obere Bereiche. Stelle das Aquarium an einen Ort ohne direkte Sonne und ohne Heizung. Ein Unterschrank muss das Gewicht tragen. Kies ist ungeeignet, weil Axolotl alles verschlucken, was in den Mund passt. Ein feiner Sand mit maximal einem Millimeter Korngröße ist sicher. Alternativ kann der Boden komplett frei bleiben, was die Reinigung erleichtert.
Bevor überhaupt eine Hand ins Wasser kommt, muss das Becken stimmen. Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad Celsius, weiches, sauberes Wasser und Rückzugsorte wie Höhlen oder Pflanzen geben Sicherheit. Ein Axolotl, der sich im Becken ständig versteckt, ist nicht bereit für Körperkontakt. Beobachte über einige Wochen, wann das Tier aktiv wird, frisst und ruhig sitzt. Diese Momente nutzt man später für kurze Übungen.
Nach dem Schlupf ernähren sich die Larven zunächst von ihrem Dotter. Erst wenn dieser aufgebraucht ist, füttert man mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder kleinen Wasserflöhen, mehrmals täglich in kleinen Portionen. Die Larven wachsen unterschiedlich schnell, deshalb müssen größere Tiere früh von kleineren getrennt werden, sonst fressen sie ihre Geschwister. Wasserwechsel mit temperiertem, entchlortem Wasser sind in dieser Phase häufiger nötig als bei adulten Tieren.
Vertrauen aufbauen statt greifen Der erste Schritt ist keine Berührung, sondern Nähe ohne Zwang. Setze dich regelmäßig vor das Becken, bewege dich langsam und füttere mit einer Pinzette an einer festen Stelle. So verbindet der Axolotl deine Anwesenheit mit Futter und nicht mit Störung. Später hältst du die Hand flach ins Wasser, zunächst in einigem Abstand. Bleibt das Tier ruhig, darf die Hand näher kommen. Zuckt es zusammen oder schwimmt weg, brich die Übung sofort ab und wiederhole sie am nächsten Tag kürzer.
Ein häufiger Fehler ist ein zu kleines Becken für mehrere Axolotl. Sie sind Einzelgänger und beißen sich bei Platzmangel die Gliedmaßen ab. Ein weiterer Fehler ist grober Kies, der zu Darmverschluss führt. Viele unterschätzen den Sauerstoffbedarf. Eine Sprudelfontäne allein reicht nicht, wenn die Temperatur über 22 Grad steigt. Kontrolliere die Temperatur täglich mit einem Thermometer, nicht mit Schätzen. Achte darauf, dass der Bodengrund nicht faulig wird. Mulm absaugen gehört zur Routine. Reinige den Filter nur mit Beckenwasser, sonst sterben die nützlichen Bakterien.
Die Eier brauchen kühles, sauerstoffreiches Wasser, eine leichte Strömung und absolutes Sauberkeitsgebot. Tote oder verpilzte Eier erkennt man an einer weißen, watteartigen Umhüllung; sie müssen sofort entfernt werden, sonst stecken sie gesunde Eier an. Typische Fehler sind zu warmes Wasser über 20 Grad, starke Filterströmung, die Larven gegen die Scheiben drückt, und Fütterung erst nach dem vollständigen Verbrauch des Dottervorrats.