[custom_add_property_button]
[custom_sign_button]

Apfelbaum auslichten: Was zuerst fällt und was bleibt

Die Forsythie gehört zu den ersten Sträuchern, die im Frühjahr Farbe in den Garten bringen. Ihr leuchtend gelber Flor erscheint noch vor dem Laubaustrieb, meist zwischen März und April. Wer den Strauch direkt nach der Blüte schneidet, sichert sich nicht nur eine üppige Blüte im nächsten Jahr, sondern hält die Pflanze auch kompakt und gesund. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Ein Schnitt zu spät im Jahr entfernt bereits angelegte Blütenknospen für die kommende Saison.

Zuerst wird die Höhe festgelegt. Dafür spannt man eine Schnur zwischen zwei Pfosten auf die gewünschte Endhöhe. Anschließend werden an beiden Enden der Hecke senkrechte Latten oder Stäbe eingesteckt und mit einer zweiten Schnur die Schräge markiert. Diese Schnur verläuft oben näher an der Heckenmitte als unten. Als Faustregel gilt: Die untere Schnur liegt bündig mit der gewünschten Basisbreite, die obere Schnur wird um die Neigung nach innen versetzt. Nun schneidet man entlang der gespannten Schnur mit einer scharfen Heckenschere – elektrisch oder manuell – von unten nach oben. Wichtig ist, in mehreren Durchgängen zu arbeiten und nicht in einem Zug zu viel wegzunehmen.

Typische Fehler: zu viel auf einmal wegnehmen, den Mitteltrieb komplett entfernen oder nur die äußeren Spitzen einkürzen. Wer nur außen schneidet, fördert das Wachstum genau dort und lässt das Innere weiter verkahlen. Ein weiterer Fehler ist der Schnitt bei Frost. Unter minus fünf Grad splittert das Holz, und die Wunden heilen schlecht. Nach dem Auslichten sollte die Krone so offen sein, dass ein Vogel mühelos hindurchfliegen könnte – das ist ein brauchbares Maß für den richtigen Grad.

Der Blattaustrieb ist die Phase, in der sich die Knospen öffnen und das junge Laub sichtbar wird. Wer in dieser Zeit schneidet, greift in den empfindlichsten Moment der Pflanze ein. Der ideale Schnittzeitpunkt liegt deshalb nicht mitten im Austrieb, sondern davor oder danach. Entscheidend ist, ob der Schnitt das Wachstum fördern oder bremsen soll.

Was tatsächlich weg muss – und was stehen blei

Für den Förderschnitt, also den Rückschnitt, der Verzweigung anregt, gilt: direkt nach dem Austrieb schneiden, wenn die jungen Triebe etwa bleistiftdick sind. Für den Brems- oder Erhaltungsschnitt an Ziergehölzen ist der Moment unmittelbar vor dem Knospenschwellen besser. Wer beides vermischt, bekommt lange, weiche Triebe, die im nächsten Winter zurückfrieren.

Nach dem Schnitt wird die Schnur nicht sofort entfernt. Man lässt die Stäbe stehen, bis die gesamte Hecke fertig ist, und prüft ein letztes Mal mit dem Auge entlang der gespannten Linie. Erst wenn keine Beule und keine Senke mehr sichtbar ist, zieht man Stäbe und Schnur heraus. Diese Reihenfolge verhindert, dass man nach dem Abbau doch wieder freihändig nachbessert und die mühsam erreichte Gerade zerstört. Mit zwei Stäben, einer straffen Schnur und etwas Geduld steht die Kante so gerade, dass sie auch nach Wochen noch hält.

Ein Apfelbaum, der über Jahre nie geschnitten wurde, bildet eine dichte Krone. Das Innere verkahlt, die Früchte hängen nur noch außen, und die Qualität sinkt. Beim Auslichten geht es nicht darum, radikal alles wegzunehmen, sondern gezielt Licht und Luft ins Kroneninnere zu lassen. Wer zum ersten Mal vor einem verwilderten Baum steht, sollte sich klarmachen: Ein zu starker Eingriff kostet mehrere Jahre Ertrag. Deshalb gilt: lieber über zwei bis drei Jahre verteilt auslichten als in einer Saison alles auf einmal.

Zuerst weichen immer die Äste, die eindeutig krank, abgestorben oder gebrochen sind. Ebenso entfernt man alle Triebe, die nach innen wachsen, sich kreuzen oder aneinander reiben. Solche Reibungsstellen sind Eintrittspforten für Pilze und Bakterien. Auch sogenannte Wasserreiser – senkrecht nach oben schießende, unverzweigte Triebe – kommen zuerst weg. Sie tragen kaum Früchte und nehmen nur Licht. Ein weiterer Kandidat für den ersten Schnitt: Äste, die steil nach oben wachsen und mit dem Stamm einen spitzen Winkel bilden. Sie brechen später leichter unter der Fruchtlast.

Beim Schnitt selbst gelten ein paar Regeln. Große Äste nie bündig am Stamm absägen, sondern auf Astring setzen – der Wulst am Stammansatz bleibt stehen. Schwere Äste zuerst von unten einsägen, dann von oben durchtrennen, sonst reißt die Rinde ab. Schnittstellen mit mehr als drei Zentimetern Durchmesser glatt nachschneiden, aber nicht mit Baumwachs verschmieren, das behindert die Wundheilung eher. Die beste Zeit für den Auslichtungsschnitt ist das Spätwinterende, kurz bevor die Knospen schwellen. Ein Sommerschnitt im August bremst das Wachstum zusätzlich, ist aber nur bei sehr stark wachsenden Bäumen sinnvoll.

Welche Äste bleiben und warum Stehen bleiben alle gesunden, flach abgehenden Leitäste, die die Grundgerüstform tragen. Ein guter Apfelbaum hat drei bis fünf solcher Hauptäste, die möglichst gleichmäßig um den Stamm verteilt sind. Auch kurze, gut verzweigte Fruchttriebe bleiben – daran hängen die Äpfel der nächsten Jahre. Wichtig: Nicht jeder nach innen wachsende Ast ist automatisch schlecht. Einzelne kurze Triebe im Inneren, die genug Licht bekommen, können durchaus Früchte tragen. Wer sie alle entfernt, schneidet ins Leere. Entscheidend ist das Licht: Ein Ast, der im Schatten liegt und keine Blütenknospen ansetzt, hat keine Zukunft.

Please Sign In Before Adding a Property Or Sign Up If You Don't Have An Account