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Wann bringt ein Drittel pro Jahr den alten Strauch wieder in Form?

Nach dem Schnitt braucht der Strauch Pflege, aber kein Übermaß. Eine dünne Schicht Kompost um die Basis, bei Trockenheit zusätzlich wässern, und die verbliebenen Triebe können kräftig durchtreiben. Düngen mit stickstoffbetonten Mitteln ist kontraproduktiv, weil es weiches Wachstum fördert. Wer im selben Jahr einen Formschnitt obendrauf setzt, nimmt der Pflanze die gerade gebildeten Blätter und damit die Energie für das nächste Drittel. Besser ist es, die neuen Triebe erst im folgenden Winter leicht auszulichten.

a ladder and buckets of paint in a room under constructionPflaumen und Zwetschgen tragen am zweijährigen Holz. Wer im Winter oder zeitigen Frühjahr zu viel von den langen, einjährigen Trieben wegschneidet, entfernt genau die Knospen, aus denen im Folgejahr die Früchte kommen. Das ist der häufigste Fehler: Ein starker Rückschnitt sieht sauber aus, kostet aber die nächste Ernte. Auslichten heißt deshalb nicht kürzen, sondern gezielt das Dickicht lichten.

Ein typischer Fehler ist der Kahlschlag auf einmal: alle alten Triebe auf den Stock setzen und hoffen, dass alles neu ausschlägt. Das funktioniert nur bei wenigen robusten Arten. Bei den meisten reagiert der Strauch mit langen, weichen Schossen, die im Winter zurückfrieren oder auseinanderfallen. Ebenso falsch ist es, nur die Spitzen zu kürzen. Dadurch verzweigt sich der Strauch oben noch dichter, während die Basis leer bleibt. Der Schnitt muss tief ansetzen, sonst ändert sich nichts.

Typische Fehler beim Schärfen: ungleicher Druck auf beide Zahnflanken, dadurch schneidet die Säge nach einer Seite. Feilen ohne Fixierung des Sägeblatts, wodurch der Winkel wandert. Zu grob feilen und die Zahnspitzen abrunden. Wer eine Säge mit gehärteten Zähnen besitzt, kann diese nicht nachfeilen, sondern muss das Blatt tauschen. Das ist kein Mangel, sondern eine Eigenschaft. Gehärtete Zähne halten länger, lassen sich aber nicht korrigieren. Für Totholz mit Sandeinlagerungen ist eine wechselbare Säge oft die bessere Wahl als eine teure, nachschärfbare.

Bei rhizombildenden Gräsern, die sich über Ausläufer ausbreiten, schneidet man nicht in Büscheln. Hier entfernt man die alten Halme einzeln oder zieht sie vorsichtig heraus. Ein zu tiefer Schnitt schädigt die Ausläufer und öffnet Pilzen den Weg. Wichtig ist sauberes Werkzeug: Eine stumpfe Schere quetscht die Halme, statt sie zu trennen. Gequetschte Stellen faulen leicht und ziehen Schimmel an. Desinfizieren Sie die Klingen vor dem Schnitt, besonders wenn Sie mehrere Horste bearbeiten.

Bevor irgendetwas verstellt wird, muss der Aufstellort stimmen. Eine Waage auf weichem Untergrund, neben einer Heizung oder in Zugluft liefert unbrauchbare Werte. Die Libelle – sofern vorhanden – wird über die Stellfüße justiert, bis die Blase mittig sitzt. Bei Balkenwaagen kontrolliert man zuerst, ob die Schneiden sauber in den Pfannen sitzen und ob die Arretierung vollständig gelöst ist. Ein häufiger Fehler: Man dreht an der Justierschraube, während der Balken noch arretiert ist. Das verstellt die Nullage dauerhaft und führt zu Drift.

Der richtige Zeitpunkt liegt im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, kurz bevor der neue Austrieb beginnt. Je nach Region ist das zwischen Ende Februar und Anfang April. Ein sicheres Zeichen: Die alten Halme sind strohig, aber der Boden ist noch nicht durchgehend erwärmt. Bei milder Witterung treiben die ersten grünen Spitzen aus der Basis. Wer bis dahin wartet, lässt den natürlichen Schutz so lange wie möglich wirken. Ein späterer Schnitt ist weniger riskant als ein früher.

Welche Triebe zuerst dran sind Zuerst werden die ältesten, dunkelsten und dicksten Triebe entfernt, am besten bodennah oder knapp über einer jungen, kräftigen Seitenachse. Ein Drittel der Gesamtzahl ist die Richtgröße, nicht das Maßband. Bei einem Strauch mit zwölf Grundtrieben bleiben also acht stehen. Schneidet man mehr weg, treibt die Pflanze oft nur noch schwach aus und kümmert jahrelang. Lässt man weniger stehen, zieht sich die Verjüngung über ein Jahrzehnt und der untere Bereich bleibt weiter kahl.

Nach dem Schnitt braucht die Forsythie keine spezielle Pflege. Ein leichter Ausgleich von Nährstoffen, etwa durch Kompost oder organischen Dünger, unterstützt den Neuaustrieb. Wer auf chemische Dünger setzt, sollte sparsam dosieren, da ein Überangebot an Stickstoff zwar das Wachstum fördert, aber die Blütenbildung hemmen kann. Gießen ist nur bei längerer Trockenheit notwendig. Der Strauch ist robust und verträgt auch einen stärkeren Rückschnitt, solange er direkt nach der Blüte erfolgt.

Ziergräser schneiden viele im Herbst zurück, weil der Garten dann aufgeräumt wirkt. Das ist der häufigste Fehler. Die Halme sind kein Abfall, sondern ein Schutzmantel. Sie fangen Frost ab, halten Schnee von den empfindlichen Knospen fern und verhindern, dass Wasser in den Wurzelstock eindringt und dort fault. Wer im Oktober alles abschneidet, setzt die Pflanze dem Winter direkt aus. Das Herz liegt dann frei und erfriert bei strengem Frost oder verrottet bei Nässe.

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