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5 Regeln beim Auslichten von Pflaume und Zwetschge

Vor dem Häckseln müssen Äste von Laub, Nadeln und Erde befreit werden. Sand und Steine stumpfen die Messer schnell ab, und verrottete Reste können Krankheitserreger enthalten. Wer Rosen oder Obstbäume geschnitten hat, sollte das Material dieser Pflanzen nicht auf Beete geben, auf denen dieselben Arten wachsen. Pilzsporen überleben im Häckselgut monatelang. Besser ist es, solches Material zu kompostieren oder einer Heißrotte zu unterziehen.

Haftwurzeln mit Gefühl statt mit Kraft lösen Efeu haftet nicht mit Dornen, sondern mit kleinen Haftwurzeln, die sich in feine Poren des Untergrunds klammern. Diese Haftwurzeln lassen sich mit einem flachen Spachtel oder einem Kunststoffschaber untergreifen. Das Werkzeug wird flach an die Wand angesetzt und mit leichtem Druck nach oben geschoben. Wichtig ist ein stumpfer Winkel von etwa 30 Grad. Zu steil angesetzt, gräbt sich die Klinge in den Putz. Bei rauem Mauerwerk arbeitet man in kurzen Bewegungen über die Fläche, nicht in die Tiefe.

Ein Obstbaum erzählt seine eigene Geschichte, man muss nur wissen, wo man hinschaut. Der Leittrieb ist die Triebverlängerung der Stammachse nach oben, die dem Baum die Wuchsrichtung vorgibt. Wer ihn mit einem kräftigen Konkurrenztrieb verwechselt, schneidet später an der falschen Stelle und wundert sich über eine schiefe Krone. Deshalb lohnt es sich, den Aufbau vom Boden bis zur Spitze systematisch abzulesen, bevor die Schere überhaupt in die Hand genommen wird.

Der Gerüststamm ist nicht der Stamm im botanischen Sinn, sondern die tragende Achse, aus der die späteren Gerüstäste hervorgehen. Beim Jungbaum erkennt man ihn an der durchgehenden, senkrecht nach oben strebenden Verlängerung. Alles, was diese Achse in einem spitzen Winkel überholt, ist ein Konkurrenztrieb und muss früh entfernt oder zumindest stark zurückgenommen werden. Typischer Fehler: Man lässt zwei gleich starke Spitzen stehen, weil beide gesund aussehen. Der Baum entscheidet dann selbst, welche er bevorzugt, und die andere verkümmert mit schrägem Ansatz — eine spätere Sollbruchstelle.

Ein häufiger Fehler ist der Schnitt in der Vegetationsruhe ohne Kontrolle der Triebrichtungen. Besser ist es, den Baum im belaubten Zustand zu lesen und erst dann zu markieren, was weg soll. Auch das Entfernen aller Konkurrenztriebe auf einmal ist riskant: Der Baum antwortet mit verstärktem Austrieb an genau diesen Stellen. Besser über zwei Jahre verteilt ausdünnen. Und wer den Leittrieb zu stark einkürzt, fördert steile Neutriebe, die wiederum zu Konkurrenten werden — ein Kreislauf, der die Krone verdichtet.

Pflaume und Zwetschge tragen am mehrjährigen Holz. Wer im Winter zu viel wegschneidet, entfernt genau die Triebe, an denen im nächsten Jahr die Früchte hängen. Auslichten heißt deshalb nicht kräftig zurückschneiden, sondern gezielt das entnehmen, was dem Baum Licht und Luft nimmt, ohne die Fruchttriebe zu zerstören. Der beste Zeitpunkt liegt im Spätwinter, kurz vor dem Austrieb, wenn die Knospen sichtbar, aber noch geschlossen sind. Ein Schnitt im Herbst oder während der Vegetation kostet den Baum mehr Kraft und öffnet Wunden für Krankheiten.

Vertrocknete Efeuranken an einer Mauer sehen unordentlich aus, doch der Versuch, sie einfach abzureißen, endet meist mit abgeplatzter Farbe, herausgerissenen Fugen oder beschädigten Steinen. Wer die Triebe ohne Zugkraft entfernen will, muss sie zuerst vom Untergrund lösen, statt an ihnen zu ziehen. Das gelingt mit wenigen Werkzeugen und etwas Geduld.

Zuerst wird der trockene Bewuchs auf ganzer Länge freigelegt. Mit einer Gartenschere werden die Ranken in handliche Abschnitte von etwa einer Armlänge geschnitten. Ein Schnitt alle 40 bis 50 Zentimeter reicht. So hängt später kein langes Gebilde an der Wand, das beim Anfassen unkontrolliert reißt. Die abgeschnittenen Stücke bleiben zunächst vor Ort liegen, denn sie stützen sich oft gegenseitig ab.

Krone, Stammverlängerung und Fruchtäste richtig auseinanderhalten Zwischen Leittrieb und den flach abgehenden Seitenästen liegt ein klarer Unterschied im Winkel. Flache Abgänge von etwa 45 bis 60 Grad zur Senkrechten sind erwünscht, weil sie stabil anwachsen und später gut tragen. Steile, fast parallele Triebe zum Leittrieb sind Konkurrenten und keine Gerüstäste, auch wenn sie kräftig wirken. Beim Lesen des Baumes hilft eine einfache Prüfung: Den Stamm mit den Augen nach oben verfolgen und fragen, welcher Trieb die natürliche Verlängerung darstellt. Der stärkste senkrechte Trieb ist nicht automatisch richtig — entscheidend ist die Position in der Achse, nicht die Dicke.

Zum Schluss bleiben kleine Reste an der Wand. Diese werden nicht abgekratzt, sondern mit einer weichen Bürste trocken abgefegt. Sind noch dunkle Umrisse sichtbar, liegt das an Rückständen in den Poren. Ein feuchtes Tuch mit etwas Essigwasser entfernt sie, ohne die Mauer anzugreifen. Nach dem Trocknen zeigt sich, ob die Fläche ausgebessert werden muss. Wer diese Reihenfolge einhält, entfernt trockene Efeuranken ohne Zugkraft und ohne Schaden am Mauerwerk.

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