[custom_add_property_button]
[custom_sign_button]

4 Regeln für das Gießen, wenn die Pflanzen in den Wintermodus gehen

Nach dem Einsetzen gießt du durchdringend, bis Wasser unten austritt. Stell die Pflanze für ein bis zwei Wochen an einen hellen, aber schattigen Platz ohne direkte Sonne. In dieser Zeit düngst du nicht – frische Erde enthält genug Nährstoffe, und zusätzlicher Dünger reizt die verletzten Wurzeln. Erst wenn neue Blätter oder Triebe erscheinen, kehrst du zur gewohnten Pflege zurück. Wer die Pflanze direkt nach dem Umtopfen in die pralle Sonne stellt oder sofort düngt, riskiert genau den Wurzelschock, den ein behutsames Vorgehen verhindert.

Verzeiht die Glücksfeder also fast alles? Sie verzeiht vergessenes Gießen, dunkle Ecken und monatelange Vernachlässigung. Nicht verzeiht sie liebevolles Übergießen und verdichtete Erde. Wer den Gießkanal selten in die Hand nimmt, das Substrat locker hält und auf Staunässe verzichtet, hat jahrelang eine Pflanze, die weder Aufmerksamkeit noch Pflegeaufwand einfordert – und das ist genau ihre Stärke.

Auch die Wassertemperatur spielt jetzt eine größere Rolle als im Sommer. Kaltes Leitungswasser direkt auf einen durchgewurzelten Ballen kann bei empfindlichen Arten Wurzelschäden verursachen. Das Wasser sollte mindestens Zimmertemperatur haben. Wer kalkarm gießen muss, sammelt Regenwasser oder lässt Leitungswasser einige Stunden stehen. Gedüngt wird ab dem Beginn des Wintermodus gar nicht mehr oder nur noch in sehr geringer Konzentration, und zwar ausschließlich bei Pflanzen, die weiter aktiv wachsen. Wer jetzt noch regelmäßig düngt, treibt die Pflanze zu einem Austrieb, den sie mit dem wenigen Licht nicht versorgen kann.

Nach dem Reinigen sollte die Pflanze nicht sofort gegossen werden. Das Substrat ist durch das Abtropfwasser oft schon feucht genug, und Staunässe ist schädlicher als ein trockener Tag. Wer diese einfachen Regeln beachtet, tut seiner Pflanze etwas Gutes, ohne viel Aufwand zu betreiben.

Was der Ballen vor dem Einsetzen zeigen muss Nach dem Austopfen prüfst du den Wurzelballen, bevor du irgendetwas tust. Gesunde Wurzeln sind hell, fest und riechen nach Erde. Braune, matschige Stränge und ein fauliger Geruch bedeuten, dass du sie herausschneidest – bis ins gesunde Gewebe, mit einer sauberen Schere. Verfilzte Außenwurzeln lockerst du mit den Fingern oder einem Holzstab, indem du sie vom Rand zur Mitte hin vorsichtig auseinanderziehst. Schneide höchstens ein Drittel der verfilzten Außenwurzeln ab. Ein häufiger Fehler ist, den Ballen komplett zu zerpflücken: Die Pflanze verliert dann zu viele Wurzeln und gleichzeitig zu viel Feuchtigkeit über die Blätter.

Die Umstellung selbst erfolgt in Stufen. In der ersten Woche nach dem ersten Kältereiz gießt man noch normal, aber seltener. In der zweiten Woche verlängert man die Abstände deutlich. Ab der dritten Woche wird nur noch so viel Wasser gegeben, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Bei immergrünen Pflanzen, die auch im Winter assimilieren, darf die Erde nie ganz trocken fallen. Bei laubabwerfenden Arten dagegen darf das Substrat zwischen den Wassergaben fast abtrocknen. Wer das verwechselt, verliert entweder Blätter durch Trockenheit oder Wurzeln durch Fäulnis.

Schildläuse sitzen fest am Stamm, oft in Ritzen, unter toten Rindenstücken oder dicht über dem Boden. Weil sie einen harten Panzer aus Wachs und Chitin bilden, perlt jedes Spritzmittel daran ab. Wer auf Chemie verzichtet, muss deshalb mechanisch arbeiten: Die Tiere müssen physisch entfernt, zerdrückt oder erstickt werden. Entscheidend ist, die Kolonie vollständig zu treffen, denn jedes übersehene Weibchen legt innerhalb weniger Wochen neue Brut an.

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, stellen die meisten Pflanzen ihren Stoffwechsel um. Das gilt für Zimmerpflanzen am Fenster genauso wie für Kübelpflanzen auf dem Balkon und für alles, was im Gewächshaus überwintert. Das Gießen ist der Punkt, an dem in dieser Übergangszeit die meisten Fehler passieren. Wer einfach weiter gießt wie im Sommer, ertränkt die Wurzeln. Wer zu früh aufhört, lässt die Pflanze austrocknen, bevor sie sich angepasst hat. Die Umstellung läuft nicht an einem Tag, sondern über mehrere Wochen.

Gieße die Pflanze ein bis zwei Tage vor dem Umtopfen mäßig, damit der Ballen zusammenhält. Trockene Ballen zerbröseln, zu nasse verlieren die Erde. Zum Austopfen legst du die Handfläche flach auf die Erdoberfläche, drehst den Topf um und klopfst mit der anderen Hand kräftig gegen den Topfboden und die Seitenwand. Sitzt der Ballen fest, hilft ein stumpfer Gegenstand am Innenrand entlang – niemals mit einem Messer am Ballen hebeln. Hält er immer noch, rollst du den Kunststofftopf vorsichtig zwischen den Händen, statt zu ziehen. Keramik lässt sich nicht rollen; hier löst ein dünner Plastikstreifen am Rand die Haftung.

Wann der Wintermodus beginnt und woran man ihn erkennt Der Auslöser ist nicht der Kalender, sondern das Wachstum. Sobald kein neuer Austrieb mehr erscheint und die Blätter kleiner oder matter werden, fährt die Pflanze herunter. Bei vielen Arten passiert das, wenn die Tageslänge unter etwa zehn Stunden fällt und die Temperaturen nachts dauerhaft unter zehn Grad bleiben. Jetzt ist der Moment, den Wasserverbrauch zu drosseln. Ein häufiger Fehler ist, weiter nach festem Wochenplan zu gießen. Besser ist es, den Topf zu prüfen: Steckt man einen Finger zwei bis drei Zentimeter tief in das Substrat und fühlt dort noch Feuchtigkeit, wird nicht gegossen. Das gilt besonders für Pflanzen mit dicken Blättern oder Speicherorganen, die Wasser lange halten.

Please Sign In Before Adding a Property Or Sign Up If You Don't Have An Account