Beim Einkleben der Gipskartonplatten gehen Sie am besten von der Zarge aus nach außen. Schneiden Sie die Platten so, dass sie bündig an der Zargenkante enden, aber nicht auf der Zarge selbst aufliegen. Ein Spalt von etwa 5 Millimetern ist ideal, denn er verhindert, dass Spannungen aus der Wand auf die Zarge übertragen werden. Diese Fuge füllen Sie später mit elastischem Acryl oder einem speziellen Fugenspachtel, der Bewegungen aufnimmt. Ein typischer Fehler ist, die Platten direkt an die Zarge zu stoßen – dadurch entstehen Risse, sobald das Haus sich setzt oder die Zarge arbeitet.
Ein weiterer Punkt, den viele unterschätzen: Die Heizung sollte nach dem Lüften wieder auf eine möglichst gleichmäßige Temperatur gestellt werden, idealerweise zwischen 18 und 20 Grad Celsius in Schlafräumen und 20 bis 22 Grad in Wohnräumen. Wenn die Temperatur stark schwankt, bildet sich an kalten Stellen – etwa hinter Schränken oder in Ecken – schneller Kondenswasser. Stellen Sie Möbel deshalb nicht direkt an Außenwände, sondern lassen Sie mindestens fünf bis zehn Zentimeter Abstand, damit die Luft hinter dem Schrank zirkulieren kann. Sonst entsteht genau dort ein Mikroklima, das Schimmel förmlich anzieht.
Die Nachrüstung einer Badlüftung wirft sofort die Frage auf, welcher Luftwechsel für kleine Bäder ausreicht. Einfach den größten Ventilator zu kaufen, ist selten die Lösung. Zu viel Abluft erzeugt Zugluft und erhöht die Heizkosten, zu wenig führt zu Schimmel. Für Räume bis etwa fünf Quadratmeter genügt meist ein Volumenstrom von 40 bis 60 Kubikmetern pro Stunde. Das entspricht einem Luftwechsel von vier bis sechs Mal pro Stunde – ein Wert, der für normale Nutzung wie Duschen oder Baden völlig ausreicht.
Achten Sie bei der Montage auf die richtige Einbaurichtung. Der Lüfter muss so eingebaut werden, dass er die Luft aus dem Bad absaugt und nach draußen befördert. Ein häufiger Fehler ist der Einbau in der falschen Drehrichtung, was zu einer massiven Leistungsminderung führt. Prüfen Sie vor dem endgültigen Befestigen, ob die Luft spürbar nach außen strömt. Verwenden Sie zum Abdichten ein dauerelastisches Material, das Feuchtigkeit verträgt. Normale Bauschaum kann sich mit Wasser vollsaugen und seine Dämmwirkung verlieren.
Die Beplankung mit Gipskartonplatten ist der letzte Schritt, aber auch hier gibt es Stolperfallen. Schrauben Sie die Platten nie direkt an die Profile, sondern beginnen Sie mit einer horizontalen, vollflächigen Verklebung auf den Profilen mit Montagekleber. Das klingt ungewöhnlich, sorgt aber für eine kraftschlüssige Verbindung, die Risse verhindert. Alternativ verwenden Sie für die erste Lage eine raue Platte und für die zweite Lage eine feinere. Die Stöße der Platten müssen immer über einem Profil liegen – versetzen Sie die Stöße in der zweiten Lage um mindestens 40 cm. Lassen Sie an den Rändern 10 mm Luft zum Boden und zur Decke, damit die Wand arbeiten kann. Diese Dehnungsfuge wird später mit Acryl verfüllt, nicht mit Gips – Gips ist zu starr und reißt.
Die wichtigste Regel lautet: Stoßlüften statt Dauerkippstellung. Ein gekipptes Fenster über Stunden lässt die Wände auskühlen, während die Luftfeuchtigkeit im Raum kaum sinkt. Die kalte Wandoberfläche wird zum Kondensationspunkt, an dem sich Wasser niederschlägt – der ideale Nährboden für Schimmelsporen. Besser ist es, morgens und abends jeweils fünf bis zehn Minuten lang alle Fenster weit zu öffnen, sodass ein Durchzug entsteht. Dabei sollte die Heizung während des Lüftens ausgeschaltet sein, damit die warme Luft nicht unnötig nach außen strömt.
Schimmel in der Wohnung entsteht fast nie durch Zufall. Meist liegt es an einem falschen Umgang mit Feuchtigkeit, und genau da beginnt das Problem: Viele Menschen lüften zu selten, aber auch zu lange. Wer dreimal am Tag für zehn Minuten das Fenster öffnet, macht es oft richtig – doch die Dauer allein entscheidet nicht. Entscheidend ist, ob die Luft im Raum tatsächlich ausgetauscht wird und ob die Wände warm genug sind, um keine Feuchtigkeit zu kondensieren.
Die Reihenfolge entscheidet – Zarge oder Ständerwerk zuerst? Montieren Sie zuerst das Ständerwerk und lassen Sie die Öffnung für die Türzarge bewusst etwas größer. Die Zarge sollte erst nach dem Einputzen der Profile eingesetzt werden. Dazu schneiden Sie die U-Profile für die seitlichen Wandpfosten so zu, dass sie bündig an der späteren Zargenkante enden. Verwenden Sie eine Wasserwaage und richten Sie die Pfosten in beide Richtungen aus. Ein häufiger Fehler ist, die Profile einfach auf den Boden zu stellen, ohne die Bodenunebenheiten zu berücksichtigen. Legen Sie daher zuerst eine Ausgleichsschicht aus Mörtel oder eine passende Unterlegplatte, damit die Zarge später im Lot steht.
Eine Gipskartonwand sieht solide aus, ist aber ein Verbundwerkstoff, der nur wenig Punktlast verträgt. Wer hier einfach einen handelsüblichen Dübel einschlägt und das Regal aufhängt, riskiert, dass die Wand nachgibt – oft erst nach Wochen oder Monaten. Der entscheidende Fehler liegt nicht am Dübel selbst, sondern an der Wahl des falschen Typs und der falschen Montagetechnik.