Wenn der Boiler laut wird und mehr verbraucht: Kalk entfernen

Wer nach dem Urlaub, nach einer Krankheit oder nach einem längeren Aufenthalt woanders den Wasserhahn aufdreht, sollte nicht sofort davon trinken. In den Rohren steht das Wasser oft wochenlang still. Was während dieser Zeit passiert, ist unspektakulär, aber nicht harmlos: Sauerstoff entweicht, die Temperatur schwankt, und an den Innenwänden der Leitungen können sich Ablagerungen lösen. Auch wenn das Wasser klar aussieht, ist es kein frisches Trinkwasser mehr.

Viele greifen zu falschen Mitteln. Scheuermilch oder Sandpapier wirken nur oberflächlich, zerstören aber die Schutzschicht der Keramik. Danach haftet jeder neue Urintropfen besser. Ein weiterer Fehler: nur die sichtbaren Stellen behandeln und den Bereich unter dem Spülrand vergessen. Dort sitzt der Urinstein oft am dicksten, weil er ständig mit frischem Urin in Kontakt kommt. Auch zu kurze Einwirkzeiten sind ein Problem. Wer die Säure nur fünf Minuten einwirken lässt, erreicht nur die oberste Schicht. Besser über Nacht arbeiten, wenn der Raum gut gelüftet werden kann.

Raumteiler Trennwand Montage schnell und einfachWarum die Dosierung über den Mineralstoffgehalt entscheidet Viele Entkalkungsanlagen arbeiten mit einer Bypass-Einstellung. Dabei wird ein Teil des Wassers am Austauscher vorbeigeleitet und anschließend wieder gemischt. Wer den Bypass zu weit öffnet, entkalkt nur halbherzig und wundert sich über Kalkflecken. Wer ihn ganz schließt, bekommt praktisch mineralstofffreies Wasser. Der häufigste Fehler ist, den Bypass nach Gefühl einzustellen, statt die Resthärte mit einem Teststreifen oder Tropftest zu prüfen. Ohne Messung bleibt der tatsächliche Mineralstoffgehalt reine Vermutung.

Wie sich der Eindruck im Glas tatsächlich verschiebt Bei frisch gezapftem Wasser ist Kohlendioxid gelöst, das einen leicht säuerlichen, manchmal prickelnden Eindruck erzeugt und die Wahrnehmung von Mineralstoffen überdeckt. Steht das Wasser offen, entweicht das Gas, der pH-Wert steigt in Richtung 8, und die im Wasser gelösten Calcium- und Hydrogencarbonationen treten geschmacklich stärker hervor. Das Ergebnis ist ein trockener, leicht seifiger oder kreidiger Nachgeschmack, der gerne mit „mehr Kalk” verwechselt wird. In einem verkalkten Wasserkocher oder einer Kanne mit sichtbarem Belag wird dieser Effekt zusätzlich verstärkt, weil sich beim Stehen feine Partikel lösen und die Oberfläche des Wassers mit dem Belag in Kontakt bleibt.

Umgekehrt gilt: Wer glaubt, entkalktes Wasser sei grundsätzlich mineralstoffarm, irrt. Bei einer Umkehrosmose werden tatsächlich über 90 Prozent aller gelösten Stoffe entfernt, also auch Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat. Bei einem reinen Ionenaustauscher bleibt der Gesamtgehalt an gelösten Mineralien ähnlich, nur die Zusammensetzung verschiebt sich. Das ist ein wichtiger Unterschied, der oft übersehen wird.

So entfernen Sie Kalk richtig – ohne das Gerät zu beschädigen Bevor Sie loslegen, trennen Sie den Boiler vom Strom und schließen Sie das Wasser ab. Lassen Sie das Gerät vollständig abkühlen. Entleeren Sie den Tank über das Ablassventil. Nehmen Sie den Heizstab vorsichtig heraus – bei manchen Modellen ist er mit einer Dichtung und einer Mutter gesichert. Legen Sie den Heizstab in eine Mischung aus Wasser und Zitronensäure oder Essigessenz. Verwenden Sie etwa eine Handvoll Zitronensäure auf einen Liter Wasser. Lassen Sie das Ganze mehrere Stunden einweichen, bis sich der Kalk löst. Bürsten Sie vorsichtig mit einer weichen Bürste nach. Spülen Sie den Heizstab gründlich ab, bevor Sie ihn wieder einbauen.

Wer den kreidigen Eindruck dauerhaft loswerden will, beginnt bei der Quelle: Wasser frisch zapfen, kurz laufen lassen, in einem sauberen Gefäß kalt stellen und innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen. Gefäße mit sichtbarem Kalkbelag regelmäßig mit verdünnter Säure entkalken und gründlich spülen. Wer empfindlich auf Hydrogencarbonat reagiert, kann stark kalkhaltiges Wasser auch einfach mischen oder für Tee und Kaffee weicheres Wasser verwenden – der Unterschied im Geschmack ist deutlicher als jede Diskussion über abgestandenes Wasser.

Wenn die Dichtung bereits Kalkränder zeigt, hilft eine mechanische Reinigung mit einem Zahnstocher oder einer weichen Zahnbürste. Damit lassen sich die Ablagerungen aus den Falten kratzen, ohne den Gummi zu beschädigen. Keine Drahtbürste oder Metallschwämme verwenden. Nach dem Entfernen des Kalks die Dichtung mit klarem Wasser abspülen und trocken wischen. Bei tiefen Rissen oder wenn die Dichtung hart und spröde ist, hilft nur der Austausch. Eine neue Dichtung ist günstig und in der Regel ohne Werkzeug wechselbar. Darauf achten, dass das Modell zur Maschine passt.

Vorbeugen ist einfacher als entkalken. Installieren Sie einen Wasserfilter oder eine Enthärtungsanlage, wenn Ihr Wasser sehr kalkhaltig ist. Stellen Sie die Wassertemperatur nicht höher als nötig ein – bei über 60 Grad fällt Kalk schneller aus. Prüfen Sie den Boiler einmal im Jahr auf Ablagerungen, besonders wenn Sie hartes Wasser haben. So vermeiden Sie teure Reparaturen und sparen Energie.