Zunächst das Gewicht realistisch einschätzen. Ein Spiegel mit sechs Millimeter Glas wiegt pro Quadratmeter etwa fünfzehn Kilogramm, bei acht Millimeter sind es rund zwanzig. Rahmen, Rückwand und Montagematerial kommen hinzu. Ab etwa zehn Kilogramm reicht eine einzelne Schraube im Fliesenleim nicht mehr aus. Bei Mietwohnungen lohnt der Blick in den Mietvertrag: Größere Bohrlöcher in Fliesen gelten oft als Schaden, der beim Auszug repariert werden muss.
Bevor irgendeine Schicht aufgetragen wird, muss der Untergrund stimmen. Lose Partikel, alte Wachsreste und Fettreste verhindern, dass ein neuer Anstrich haftet. Schleifen Sie die Trittflächen mit mittlerer Körnung, entfernen Sie Staub gründlich mit einem Sauger und wischen Sie anschließend mit einem leicht feuchten Tuch nach. Achten Sie darauf, dass das Holz vollständig trocknet – mindestens einen Tag. Wer bei feuchtem Holz arbeitet, schließt Feuchtigkeit ein, und später blättert die Oberfläche genau an diesen Stellen ab. Prüfen Sie außerdem, ob einzelne Stufen knarren oder sich bewegen. Ein loser Tritt sollte vor dem Anstrich nachgeschraubt oder neu verkeilt werden, sonst reißt die Versiegelung an der Fuge wieder auf.
Anschlüsse für Kalt- und Warmwasser gehören an die Wand, nicht auf den Boden. Ein Wandanschluss mit Absperrventil und Rückflussverhinderer lässt sich leichter sichern und friert bei Kälte im Keller nicht so schnell ein. Für die Waschmaschine reicht ein Eckventil mit Geräteanschluss, für ein Becken kommt ein zweiter Anschluss hinzu. Achte darauf, dass die Zuleitungen nicht hinter dem Trockner verlaufen: Ein geöffnetes Ventil muss jederzeit erreichbar sein. Typischer Fehler ist die Verlegung in einer Nische, die später mit Regalen zugestellt wird.
Typische Fehler sind ein zu früher zweiter Auftrag, eine zu dünne Schichtdicke und das Überstreichen mit Dispersionsfarbe. Auch das Verputzen mit gipshaltigem Mörtel nach der Abdichtung führt zu Schäden, weil Gips Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk bindet. Wer die Fläche später fliesen will, muss die Abdichtung als Verbundabdichtung ausführen und die Herstellerangaben beachten. Eine Innenabdichtung ist keine dauerhafte Lösung für drückendes Wasser von außen; sie hält die Wand trocken, verlagert aber die Feuchtigkeit in andere Bereiche. Deshalb gehört zur Planung immer eine Kontrolle der Entwässerung und der Außenanlagen.
Nach dem Anbringen prüft man den Sitz mit leichtem Zug. Ein Spiegel, der nachgibt oder knackt, ist falsch befestigt. Bei Unsicherheit lieber eine Fachperson hinzuziehen, bevor teures Glas und Fliesen zu Bruch gehen.
Bohren ohne Bruch: Fliesen brauchen einen speziellen Ansatz Für Fliesen verwendet man einen Fliesenbohrer, der nicht schlägt. Der Schlagbohrmodus ist tabu, er sprengt die Glasur. Am besten klebt man die Bohrstelle mit einem Stück Kreppband ab, zeichnet den Punkt an und bohrt mit niedriger Drehzahl und wenig Druck. Ein kleiner Körnerpunkt aus einem Nagel verhindert das Abrutschen. Sobald die Fliese durchbohrt ist, wechselt man auf einen Beton- oder Universaldübel im dahinterliegenden Untergrund. Wichtig: Der Bohrer muss lang genug sein, um die Fliese plus Putz zu durchdringen und im tragenden Material zu landen.
Alternativ lässt sich ein schwerer Spiegel kleben, sofern die Fliesen sauber, fettfrei und tragfähig sind. Spiegelkleber auf MS-Polymer-Basis hält dauerhaft, benötigt aber eine Fixierzeit von mindestens vierundzwanzig Stunden. Die Klebefläche muss groß genug sein, und der Spiegel darf nicht unter Spannung stehen. Bei großen Formaten ist eine Kombination aus Kleben und zusätzlicher mechanischer Sicherung sinnvoll – etwa eine Schraube in der Mitte, die den Spiegel gegen Abrutschen hält.
Mehrere Schichten statt einer einzig
Die Verarbeitung folgt einem klaren Muster. Nach dem Anrühren wird die Schlämme gleichmäßig aufgetragen, wobei die erste Lage dünn und kreuzweise gestrichen wird. Nach dem Abbinden folgt die zweite Lage in entgegengesetzter Richtung. Im Sockelbereich wird die Abdichtung mindestens bis zur Höhe der Bodenplatte geführt und mit der Bodenabdichtung überlappt. Ecken und Wandanschlüsse erhalten eine Hohlkehle aus Mörtel, damit die Schlämme nicht abreißt. Trockenzeit und Mindesttemperatur richten sich nach dem Produkt und müssen eingehalten werden, sonst entstehen Risse.
Für ein sauberes Ergebnis zählt weniger die Anzahl der Schichten als deren gleichmäßiger Auftrag. Eine Schaumstoffrolle hinterlässt feine Strukturen, ein Pinsel ist an Kanten und Profilen unverzichtbar. Beide Werkzeuge sollten für Lack geeignet sein. Zu dicke Schichten trocknen nur oberflächlich und bleiben darunter weich – typische Folge sind Fingerabdrücke, die sich später nicht mehr entfernen lassen. Besser zwei bis drei dünne Schichten als eine satte. Zwischen den Gängen leicht anschleifen, damit die nächste Lage greift.
Hält die Wand keinen Dübel – etwa bei dünnem Trockenbau – kommen spezielle Hohlraumdübel zum Einsatz. Diese spreizen sich hinter der Platte auf und verteilen die Last. Ein einzelner Hohlraumdübel trägt je nach Ausführung zehn bis dreißig Kilogramm, aber nur bei korrekter Montage. Zu kurze Dübel oder zu große Bohrlöcher sind die häufigsten Fehler: Der Dübel dreht durch, und der Spiegel hängt schief.