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Wenn die Spree ruhig wird, beginnt die Paddelsaison im Spreewald

Zuerst die Wegzeit. Ein Kanalufer liegt selten direkt vor der Tür. Wer zehn Minuten hin und zehn Minuten zurück braucht, hat bei einer halben Stunde Pause nur zehn Minuten am Wasser. Das reicht zum Durchatmen, aber nicht zum Essen und Entspannen. Besser ist es, die Pause auf mindestens 45 Minuten zu legen oder den Weg mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ein häufiger Fehler: die Wegzeit unterschätzen und dann in Hektik geraten. Wer die Strecke vorher einmal abgeht, weiß, wie lange sie dauert.

Die richtige Kleidung ist der halbe Erfolg. Regenjacke und Regenhose gehören dazu, aber nicht die leichte Sommerjacke. Nasse Baumwolle kühlt den Körper schnell aus, auch im Sommer. Wasserdichte Schuhe mit Profil verhindern, dass du auf nassen Planken ausrutschst. Eine Kopfbedeckung mit Schirm hält Regen aus dem Gesicht, ohne die Sicht zu nehmen. Nimm eine trockene Wechselkleidung in einem wasserdichten Sack mit. Handy und Papiere gehören in eine wasserdichte Hülle, nicht in die offene Jackentasche. Wer eine Schwimmweste vom Verleih bekommt, legt sie an, bevor das Boot ablegt, nicht erst bei Wellen.

Die Kahnfahrten starten meist in Lübbenau, Lehde oder Burg. Viele Besucher buchen eine Fahrt und wollen anschließend direkt weiter zum nächsten Ort. Genau hier entsteht der zweite typische Fehler: Man verlässt sich auf den Bus, ohne den Fahrplan zu prüfen. Die Busse fahren im Spreewald außerhalb der Saison selten, oft nur alle ein bis zwei Stunden, und am Wochenende noch unregelmäßiger. Wer eine Kahnfahrt am späten Nachmittag macht, sollte vorher klären, wie er danach zurückkommt. Eine realistische Alternative ist, Hin- und Rückweg mit dem Rad zu fahren und den Kahn nur für eine Teilstrecke zu nutzen. Das klingt umständlich, spart aber lange Wartezeiten.

Die Natur im Frühling verlangt Rücksicht. Zwischen März und Juni brüten Graugänse, Haubentaucher und Rohrdommeln in den Uferzonen. Wer dicht am Schilf entlangstreicht, scheucht die Tiere auf und zerstört Gelege. Der richtige Abstand zum Ufer beträgt mindestens fünf Meter, besser zehn. Auch das Anlanden an unbefestigten Ufern ist im Frühling problematisch: Die Böden sind aufgeweicht, Trittspuren bleiben jahrelang sichtbar. Nutze die ausgewiesenen Einstiegsstellen, auch wenn sie einen Umweg bedeuten.

Für die erste Tour im Jahr reichen zwei bis drei Stunden. Der Körper ist nach dem Winter nicht an längeres Sitzen gewöhnt, und die Wassertemperatur liegt selten über zehn Grad. Ein flaches, breites Boot ist im Frühling die bessere Wahl: Es kentert schwerer, und man kann bei einem Unfall leichter wieder einsteigen. Wer zum ersten Mal im Spreewald paddelt, sollte nicht die langen Rundkurse wählen, sondern eine Strecke mit mehreren Ausstiegsmöglichkeiten. Typischer Fehler: die Entfernung auf der Karte mit der Paddelzeit gleichsetzen. Im Spreewald gilt: drei Kilometer pro Stunde sind realistisch, bei Gegenwind und engen Fließen weniger.

Der Spreewald im Herbst ist kein Ort für Hektik. Wer zwischen Ende September und Anfang November anreist, trifft auf leere Wege, neblige Fließe und eine Stille, die es im Sommer nicht gibt. Genau das macht die Region für ruhige Ausflüge attraktiv – vorausgesetzt, man plant anders als in der Hauptsaison.

Typische Fehler kosten nur Nerven und Zeit. Dazu gehört, die Fahrt trotz Unwetterwarnung zu beginnen, weil sie lange geplant war. Ebenso falsch: die Regenjacke erst anziehen, wenn der Regen durch die Kleidung gedrungen ist. Ein weiterer Fehler ist, das Boot am Ufer festzubinden und im Regen zu warten, statt umzukehren. Wer sich unsicher fühlt, bricht ab. Das ist keine Niederlage, sondern die einzig vernünftige Entscheidung. Nach der Fahrt alles trocknen: Boot, Paddel und Ausrüstung. Nasse Ausrüstung, die liegen bleibt, riecht muffig und wird beim nächsten Mal zur Belastung.

Wer die Regeln beachtet, erlebt den Spreewald als entspanntes Revier. Die größten Fehler sind zu lange Tagesetappen, fehlende Pausen und das Ignorieren der Schleusenzeiten. Plant lieber eine Stunde mehr ein, legt zwischendurch an einem Uferabschnitt an und fahrt die gleiche Strecke nicht zweimal am selben Tag, wenn die Strömung dreht. Mit dieser Einstellung wird aus der Paddeltour das, was sie sein soll: eine ruhige Fahrt durch ein Landschaftsbild, das sich nur vom Wasser aus richtig erschließt.

Die Fahrweise passt sich dem Wetter an. Kurze, kräftige Paddelschläge halten das Boot stabiler als lange, langsame Bewegungen. Halte Abstand zu anderen Booten, denn bei Regen siehst du Hindernisse später. Uferbereiche mit überhängenden Ästen meiden: nasse Zweige brechen leichter. Wenn ein Gewitter aufzieht, sofort ans Ufer und das Boot verlassen. Ein Blitz auf dem offenen Wasser ist lebensgefährlich, auch wenn der Regen nur leicht ist. Warte mindestens dreißig Minuten nach dem letzten Donner, bevor du weiterfährst.

Das Essen sollte einfach sein. Suppen, Salate mit Dressing oder warme Gerichte sind am Ufer unpraktisch. Besser sind belegte Brote, Obst, Nüsse und Wasser. Ein typischer Fehler ist der große Kaffeebecher: Er kühlt schnell ab, kippt leicht um und macht den Weg zurück unangenehm. Wer Tee oder Kaffee will, nimmt eine verschließbare Thermosflasche. Auch das Tempo beim Essen ist wichtig. Wer in fünf Minuten isst und dann zwanzig Minuten aufs Wasser starrt, hat nichts gewonnen. Langsamer essen, bewusst kauen, dann erst aufstehen.

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