Für leichten bis mäßigen Regen gehört wasserdichte Kleidung ins Gepäck. Eine Regenjacke mit Kapuze, die sich am Kinn schließen lässt, und eine wasserdichte Hose halten trocken. Normale Baumwollkleidung saugt sich voll und kühlt den Körper gefährlich aus. Wechselshirt und Handtuch in einem wasserdichten Beutel verpackt, dazu eine Mütze. Auf keinen Fall Regenschirme benutzen: Sie wirken wie Segel, kippen den Kahn und stören die Balance. Wer rudert, sollte rutschfeste Schuhe tragen. Auch das Sitzpolster aus Schaumstoff speichert Wasser, deshalb vorab prüfen, ob der Verleih wasserfeste Sitzauflagen oder Plastikplanen anbietet. Getränke in Thermoskannen halten warm, kalte Getränke kühlen zusätzlich aus.
Die kurze Runde um Burg herum führt durch mehrere kleine Fließe, die sich mehrfach teilen. Halte dich an die Hauptströmung, wenn du keine Karte dabei hast. Diese Strecke ist ideal, wenn du nur zwei Stunden Zeit hast und trotzdem verschiedene Uferbilder sehen willst. Die zweite Tour ab Lübbenau nach Lehde und zurück ist bekannter, deshalb früh am Tag. Die dritte Variante ab Schlepzig läuft über offene Gräben mit Blick auf Wiesen, hier ist der Wind stärker. Die vierte Runde ab Straupitz verbindet breite Kanäle mit schmalen Durchfahrten, die nur bei niedrigem Wasserstand passierbar sind. Die fünfte Tour ab Leipe eignet sich für alle, die das Paddeln schon beherrschen, weil sie zwei enge Biegungen und eine seichte Stelle enthält.
Gegen Ende der ersten Frühlingswochen wird die Geräuschkulisse dichter und lauter. Das Plätschern verliert seine Regelmäßigkeit, weil die Strömung durch Schmelzwasser zunimmt. Gleichzeitig mischen sich Insektenlaute hinein, etwa das leise Summen von Köcherfliegen und Steinfliegen. Wer die Ufer betritt, sollte auf weichen, wassergesättigten Boden achten, denn Trittschäden und aufgewirbelter Schlamm stören die Tiere. Ein häufiger Fehler ist, zu nah an die Laichplätze zu gehen und die Rufe dadurch zu ersticken. Besser ist ein Abstand von mehreren Metern und ein Standort hinter Büschen oder Steinen. Wer diese Reihenfolge der Geräusche einmal bewusst verfolgt hat, kann den Fortschritt des Naturerwachens an jedem Fließgewässer sicher einschätzen.
Wer ohne Auto unterwegs ist, sollte außerdem die Tageszeiten beachten. In den frühen Morgenstunden sind die Wege angenehm leer, aber Kahnbetrieb und Gastronomie starten oft erst gegen zehn Uhr. Am späten Nachmittag wird es auf den Hauptwegen voll, während die letzten Busse früh fahren. Der dritte häufige Fehler ist, den letzten Bus zu verpassen und dann auf gut Glück zu trampen. Das funktioniert im Spreewald nur selten, weil der Verkehr auf den Nebenstraßen gering ist.
Routenwahl: kurz denken, nicht lang Die klassische Spreewald-Runde mit dem Kahn führt über viele Kilometer, für das SUP ist das zu viel. Realistisch sind zehn bis fünfzehn Kilometer pro Tag, bei Gegenwind und Strömung deutlich weniger. Gute Einsteigerrouten verlaufen zwischen Lübben und Lübbenau sowie rund um Burg und Leipe, wo die Fließe breit genug sind und regelmäßig Ausstiegsstellen existieren. Wer eine längere Strecke plant, sollte Schleusen und Wehre einrechnen – dort muss man aufs Board, das Board tragen oder umtragen. Das kostet Zeit und Kraft. Typischer Fehler: eine Route nach Kilometern wählen, ohne die Umtragestellen zu prüfen.
Wer diese Punkte beachtet, erlebt den Spreewald als das, was er ist: ein ruhiges, dichtes Wasserlabyrinth, das langsames Paddeln belohnt. Die schönsten Abschnitte liegen früh am Morgen, wenn die Kahnflotten noch nicht unterwegs sind und der Nebel über den Fließen steht. Planen, prüfen, gegen die Strömung starten – dann bleibt die Tour in Erinnerung, weil sie schön war, und nicht, weil sie anstrengend endete.
Was bei Bootsreparaturen am Ufer schiefgeht Bei kleinen Holzbooten beginnt die Arbeit mit dem Wenden des Rumpfes an Land, nicht im Wasser. Vor dem Abdichten muss das Holz vollständig trocknen, sonst hält keine Naht. Kalfatern erfordert Geduld: Werg wird in dünnen Strähnen mit dem Stemmeisen in die Fugen getrieben, Schicht für Schicht, nie in einem Zug. Danach folgt das Aufquellenlassen im Wasser, bevor das Boot wieder belastet wird. Ein klassischer Fehler ist das sofortige Einbringen von Dichtmasse auf feuchtes Holz. Sie haftet kurzfristig, reißt aber nach wenigen Wochen auf.
Traditionelles Handwerk am Wasser lebt vom Rhythmus der Jahreszeiten. Im Frühjahr wird geprüft, im Sommer gearbeitet, im Herbst gesichert, im Winter repariert. Wer diese Reihenfolge ignoriert und bei Frost dichtet oder bei Hochwasser gräbt, produziert Arbeit, die keine Saison übersteht. Die wichtigste Regel lautet: erst beobachten, dann Material wählen, dann arbeiten. Wer das beherzigt, hält Stege, Boote und Ufer länger instand als mit jedem schnellen Ersatz.
Ein typisches Beispiel ist die Instandsetzung eines Holzstegs. Zuerst werden morsche Pfähle nicht einfach herausgerissen, sondern freigelegt, damit man den Übergang zum gesunden Holz erkennt. Der Schnitt erfolgt einige Zentimeter oberhalb der Schadstelle, nie direkt an der Wasserlinie. Neues Holz wird aus derselben Richtung eingesetzt, aus der es gewachsen ist, damit die Fasern später nicht aufstehen. Verbindungen werden mit Holznägeln oder verzinkten Schrauben gesetzt, wobei die Schraubenköpfe versenkt und mit Holzpfropfen verschlossen werden. Ein häufiger Fehler ist zu tiefes Einbringen der Befestigung, wodurch Wasser eindringt und das Holz von innen fault.