Bei Löchern bis etwa Daumengröße reicht fertige, gebrauchsfertige Spachtelmasse in der Tube. Für tiefere Hohlräume füllt man in zwei dünnen Schichten, nicht in einer dicken. Eine zu dicke Schicht schrumpft beim Trocknen und reißt oder sinkt ein. Zwischen den Schichten wartet man, bis die Oberfläche trocken und hell ist – je nach Raumtemperatur mehrere Stunden.
Vor dem Kauf lohnt sich eine Pappschablone in den geplanten Maßen. Diese wird mit Kreppband an die Wand geklebt, dann werden Türen, Duschvorhang und Lichtschalter probehalber bewegt. So zeigt sich sofort, ob der Schrank mit der Klobürste oder dem Handtuchhalter kollidiert. Ebenfalls prüfen: die Lage der Steckdose. Ein Schrank mit integrierter Steckdose oder Lichtanschluss braucht eine Stromquelle in Reichweite, sonst hängt später ein Kabel sichtbar über den Spiegel.
Zuerst die Wand. Raufaser verzeiht keine Unebenheiten, sie betont sie. Kleine Risse, Löcher und Farbnasen vorher spachteln, trocknen lassen, abschleifen. Dann grundieren. Ein Tiefengrund auf der Wand verhindert, dass der Kleister zu schnell wegzieht. Ohne Grundierung saugt der Untergrund den Kleister an, die Bahn haftet schlecht und die Naht öffnet sich später. Grundierung auch auf alten Tapeten, wenn darauf tapeziert wird. Die trockene Wand muss staubfrei sein – Staub ist der häufigste Grund für Blasen.
Glanzgrad steuert, wie die Wand alte
An Wänden gilt: Masse dämpft. Eine zusätzliche Schicht aus schweren Platten bringt mehr als dünne Noppenmatten. Aber Vorsicht – kleben Sie nichts direkt auf die Wand, das kann Schall sogar besser übertragen. Besser ist eine entkoppelte Vorsatzschale mit Abstand. Für Mietwohnungen ohne Umbau bleibt oft nur eine mobile Lösung: ein hohes Regal, randvoll mit Büchern, direkt an der Wand. Es wirkt als Diffusor und schluckt einen Teil des Schalls. Ein leerstehendes Regal dagegen verstärkt bestimmte Frequenzen.
Wenn die Dichtung selbst spröde ist, wird sie ersetzt. Dafür die alte Dichtung an einer Ecke vorsichtig herausziehen, die Nut reinigen und die neue Dichtung mit passendem Profil in die Nut drücken – nicht kleben, sondern einziehen. Auf Stoßstellen an den Ecken achten und dort mit etwas Überlappung arbeiten. Falsch ist es, die Dichtung zu dehnen: Sie zieht sich später zusammen und reißt an den Ecken wieder auf. Nach dem Einbau das Fenster mehrmals schließen und prüfen, ob der Flügel noch leichtgängig ist.
Wer diese vier Maße – Breite, Tiefe, Höhe und Öffnungsradius – vorher festlegt, kauft keinen Schrank, der nur auf dem Foto passt. Ein Zollstock, ein Stück Pappe und fünf Minuten Zeit verhindern den teuren Fehlkauf, der sonst mit Bohrlöchern in der falschen Wand endet.
Die Tiefe entscheidet über Kopf und Wasserhahn Die Tiefe wird oft unterschätzt. Ein Schrank mit 15 Zentimetern Tiefe reicht für Spiegel und schmale Fächer, aber nicht für einen Föhn oder größere Flaschen. Wer mehr Stauraum braucht, wählt 20 bis 30 Zentimeter. Dabei muss der Abstand zur Waschbeckenarmatur stimmen: Ragt der Schrank zu weit nach vorn, stößt man sich beim Zähneputzen den Kopf. Ein einfacher Test: Mit ausgestreckten Armen vor dem Becken stehen und prüfen, ob die Stirn den Schrank berührt. Ein weiterer Fehler ist die fehlende Prüfung der Wasseranschlüsse. Ein tiefes Modell kann die Eckventile verdecken, sodass Reparaturen nur noch mit abgebautem Schrank möglich sind.
Zuerst wird die Breite des Waschbeckens gemessen, nicht die der Wand. Der Spiegelschrank sollte höchstens so breit sein wie das Becken darunter oder minimal darüber hinausragen. Ein breiterer Schrank wirkt optisch erdrückend und verhindert, dass seitlich noch Handtuchhalter oder Lichtschalter Platz finden. Zwischen Schrankkante und Wand oder Dusche sollten mindestens zehn Zentimeter Luft bleiben, damit die Türen vollständig aufschwingen können. Bei Schränken mit zwei Flügeln addiert man die Öffnungsbreite beider Türen, sonst kollidiert die eine Hälfte mit dem Duschglas.
Die Höhe hängt von der Körpergröße und der Nutzung ab. Für Erwachsene liegt die Unterkante des Schranks üblicherweise zwischen 110 und 130 Zentimetern über dem Boden. Wer häufig Kinder im Bad hat, montiert ihn tiefer, damit auch die Kleinen an Zahnbürste und Zahnpasta kommen. Bei einem Schrank mit Beleuchtung kommt die Höhe der Lichtaustrittsfläche hinzu: Sie sollte auf Augenhöhe liegen, nicht darüber. Ein häufiger Fehler ist die Montage direkt unter der Decke, weil dann die oberen Fächer nur mit Leiter erreichbar sind.
Ein Spiegelschrank im Bad wirkt wie ein Möbelstück, das man einfach an die Wand hängt. Genau diese Annahme führt zu den meisten Fehlkäufen. Wer erst nach dem Auspacken merkt, dass die Tür gegen den Duschkopf schlägt oder der Schrank die Steckdose verdeckt, hat Geld und Nerven verloren. Die entscheidenden Maße lassen sich in fünf Minuten am Waschbecken abnehmen, bevor man überhaupt bestellt.