Zuerst wird die lichte Weite des Rahmens gemessen, also der Abstand zwischen den Innenkanten. Diese Maße müssen zum Lattenrost passen, sonst klemmt er oder hat zu viel Spiel. Bei einem durchgehenden Rahmen ist außerdem die Höhe der umlaufenden Kante entscheidend: Ist sie zu niedrig, liegt der Rost nur auf dem Boden auf und die Matratze kommt zu tief. Ist sie zu hoch, passt der Rost nicht hinein. Ein Blick auf die Rahmenkonstruktion zeigt, ob seitliche Auflagen vorhanden sind oder ob der Rost flächig aufliegen soll.
Ein Bett direkt unter einer Dachschräge wirkt auf den ersten Blick gemütlich. Das eigentliche Problem entsteht nicht durch die Schräge selbst, sondern durch den Abstand zur Wand. Steht das Bett zu dicht an der Kniestockwand oder unter der niedrigen Traufe, bildet sich dort ein Mikroklima, das auf Dauer Matratze, Bettzeug und nicht zuletzt die Bausubstanz belastet. Wer den Abstand falsch wählt, merkt das oft erst nach Monaten an Schimmelgeruch oder feuchten Flecken.
So gehst du beim Nachziehen richtig v
Wer unsicher ist, misst den vorhandenen Rost: Zähle die Latten und teile die Innenbreite durch die Anzahl minus eins. So erhältst du den tatsächlichen Abstand. Liegt er über 5 cm bei einem breiten Bett, ist das ein Warnsignal. Ein passender Lattenrost hat nicht nur den richtigen Abstand, sondern auch eine stabile Auflage und genug Belüftung. Tausche ihn aus, bevor die Matratze Schaden nimmt.
Abstände für 140 cm, 160 cm und 180 cm Bei 140 cm Bettbreite sind 4 bis 5 cm Lattenabstand üblich, also etwa 28 bis 35 Latten. Hier schlafen oft zwei Personen, das Gewicht verteilt sich ungleichmäßig. Ein zu großer Abstand führt dazu, dass die Matratze in der Mitte eine Kuhle bildet, besonders bei Kaltschaum. Prüfe, ob der Rost eine Mittelstrebe hat, die den Druck aufnimmt.
Nach dem Einlegen wird die Matratze aufgelegt und das Bett kurz getestet. Drückt man sich auf die Kante, darf der Rost nicht kippen. Knarzt oder quietscht es, liegt der Rost nicht gleichmäßig auf – dann Auflagen nachjustieren oder Filzgleiter unterlegen. Bei verstellbaren Lattenrosten muss der Verstellmechanismus frei bleiben und darf nicht am Rahmen anstoßen. Wer diese Punkte beachtet, hat einen sicheren und langlebigen Schlafkomfort, auch ohne werkseitige Auflageleisten.
Ein niedriges Bett und ein Bettkasten lassen sich kombinieren, aber nur, wenn die Höhe des Rahmens zum Stauraum darunter passt. Ein Bettkasten ist ein flacher Kasten, der unter das Bett geschoben wird und als Schublade oder offene Wanne dient. Bei einem niedrigen Bett von etwa 25 bis 35 Zentimetern Rahmenhöhe bleibt oft kaum Platz zwischen Matratze und Boden. Wer dennoch Stauraum will, muss entweder den Bettkasten flacher wählen oder das Bettgestell höher setzen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob es geht, sondern wie viel Millimeter Luft tatsächlich bleiben.
Beim Einlegen selbst wird der Lattenrost zuerst an einer Seite auf die Auflage gelegt, dann vorsichtig auf die gegenüberliegende Seite abgesenkt. Dabei darauf achten, dass keine Kabel, Gurte oder Matratzenhalter eingeklemmt werden. Der Rost sollte satt aufliegen und nicht wackeln. Ein häufiger Fehler ist, den Rost einfach auf den Rahmenboden zu legen, ohne ihn seitlich zu fixieren. Das führt dazu, dass er bei jeder Bewegung verrutscht und die Matratze nicht mehr richtig aufliegt.
Am Ende hilft nur eins: Bettgestell probehalber mit Kreppband auf dem Boden markieren und die Höhen mit einem Zollstock abgehen, bevor gekauft oder umgestellt wird. Zwei Minuten Messen ersparen monatelangen Ärger mit einem Bett, das in der Nische steckt oder unter der Schräge zu niedrig ist.
Als Faustregel gilt: An der Längsseite des Bettes sollte mindestens 60 cm freie Höhe über der Matratzenoberkante bleiben, gemessen an der Stelle, an der tatsächlich jemand sitzt oder sich dreht. An der Kopfseite sind 90 cm deutlich angenehmer, weil dort gelesen, das Kissen aufgeschüttelt oder ein Glas abgestellt wird. Bei einer Schräge zählt immer die lichte Höhe senkrecht über dem Bett, nicht der Abstand zur schrägen Wand gemessen in der Waagerechten. Dieser Denkfehler führt regelmäßig dazu, dass Betten zu weit in den Raum hineinragen.
Nischen richtig ausmessen, bevor das Bett gestellt wird Eine Nische hat drei Maße, die zusammenpassen müssen: Breite zwischen den begrenzenden Wänden, Tiefe bis zur Rückwand und Höhe an der niedrigsten sichtbaren Kante. Gemessen wird an der fertigen Wand, also nach Putz und Farbe, nicht am Rohbau. Besonders bei Altbauten weichen die Nischenwände oft um mehrere Zentimeter voneinander ab, weil sie nicht parallel verlaufen. Wer nur einmal mittig misst, wundert sich später, warum das Bettgestell an einer Seite anstößt. Sinnvoll ist es, die Breite oben, in der Mitte und unten zu prüfen und den kleinsten Wert zu verwenden.
Ein weiterer Punkt ist die Belüftung. In Nischen und unter Schrägen staut sich warme Luft, weil die Luftzirkulation eingeschränkt ist. Ein Abstand von mindestens 5 cm zwischen Matratze und Wand sowie ein offenes Bettgestell ohne geschlossenen Bettkasten wirken dem entgegen. Wer zusätzlich regelmäßig querlüftet und die Matratze alle paar Wochen wendet, verhindert Schimmel an der kalten Außenwand. Ein Kopfteil aus Stoff direkt an der Schräge ist ungünstig, weil es die Luft noch stärker blockiert.