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Was passiert, wenn du die falsche Tapete wählst

Nimm eine Farbkarte oder einen abgetönten Probestrich mit an die Wand und betrachte sie bei Tageslicht, am späten Nachmittag und abends bei eingeschaltetem Licht. Halte ein rein weißes Blatt daneben. Kippt der Ton ins Rosé oder Beige, ist er warm. Erscheint er leicht grünlich oder bläulich, ist er kühl. Erst danach sollte über Begleitfarben entschieden werden – nicht vorher.

Der sicherste Kontrast ist der zwischen hell und dunkel innerhalb einer Farbfamilie. Ein sandiger Grundton an drei Wänden und ein tiefes Anthrazit oder Dunkelgrün an der Stirnwand wirken ruhig und dennoch spannungsvoll. Auch der Kontrast zwischen matt und glänzend funktioniert: matte Wandfarbe, dazu eine glänzend lackierte Sockelleiste oder ein Rahmen. Ein häufiger Fehler ist der Kontrast zwischen zwei gesättigten Farben, die sich gegenseitig bekämpfen – etwa kräftiges Rot neben kräftigem Blau. Besser ist es, eine Farbe dominant zu setzen und die zweite nur in kleinen Flächen, etwa an der Innenseite der Tür oder als schmaler Streifen.

Erdige Rottöne sind oft pigmentiert und decken unterschiedlich gut. Auf saugfähigem Putz oder Rigips ist eine Grundierung mit passendem Haftgrund sinnvoll, sonst entstehen fleckige Stellen. Zwei bis drei dünne Schichten bringen ein gleichmäßigeres Ergebnis als ein dicker Auftrag. Zwischen den Anstrichen vollständig trocknen lassen, sonst bleibt die Oberfläche klebrig. Typische Fehler: streifiger Auftrag mit der Rolle in nur eine Richtung, ungenügend abgeklebte Kanten und das Ignorieren der vorhandenen Boden- und Möbelfarben. Terrakotta verträgt sich gut mit Leinen, Holz, Messing und gedecktem Grün, weniger mit kühlem Chrom oder reinem Schwarz.

Raufaser ist im Kinderzimmer verbreitet, weil sie kleine Unebenheiten kaschiert. Für abwaschbare Farbe ist sie dennoch nur bedingt geeignet: Die Struktur sammelt Staub und Schmutz, und beim Abwischen nutzt sich die Oberfläche schneller ab. Besser ist es, die Tapete zu entfernen, die Wand zu spachteln und zu schleifen, bevor gestrichen wird. Wer die Raufaser behalten will, sollte sie zuerst mit einer Grundierung behandeln, damit die Farbe nicht unterschiedlich stark einsaugt. Gipskartonplatten wiederum brauchen eine spezielle Grundierung, sonst zieht die Feuchtigkeit der Farbe in den Karton und die Platten quellen auf. Die Fugen und Schraubenköpfe vorher mit geeigneter Spachtelmasse glätten und nach dem Trocknen anschleifen.

Die Wahl des Tapetenmaterials entscheidet darüber, wie lange eine Wand gut aussieht und wie viel Arbeit das Tapezieren macht. Drei Grundtypen decken fast alle Fälle ab: Vlies, Papier und Textil. Jedes Material verhält sich anders beim Zuschnitt, beim Kleister und beim Trocknen. Wer das vorher weiß, vermeidet Blasen, Wellen und abgelöste Bahnen.

Der Anschnitt ist der Bereich des Motivs, der beim Zuschneiden verloren geht. Plane ihn großzügig, sonst verschwinden Himmel, Berge oder architektonische Linien. Als Faustregel gilt: Oben und unten mindestens die halbe Bahnenbreite als Reserve einplanen, seitlich an jeder Kante etwa eine Handbreit. Wichtige Bildelemente – Horizont, Gesichter, markante Gebäude – sollten nie in diesen Randzonen liegen. Prüfe das Motiv vor der Bestellung in einer einfachen Skizze: Zeichne die Wandsegmente auf, markiere Fenster und Podeste und lege darüber, welcher Bildbereich sichtbar bleibt. So erkennst du früh, ob das Panorama überhaupt passt.

Für die Praxis gilt: Prüfe vor dem Kauf, ob der Untergrund saugfähig, sauber und trocken ist. Trockene, kreidende Wände mit Tiefengrund vorbehandeln. Bei Vlies den Kleister satt und gleichmäßig mit der Rolle auftragen, bei Papier dünn und zügig arbeiten. Textil nur in trockenen Wohnräumen einsetzen und genügend Kleister verwenden. Nach dem Tapezieren die Nähte mit einer Nahtrolle andrücken, aber nicht zu fest, sonst quillt Kleister heraus.

Papiertapeten sind die klassische Variante. Sie sind dünn, nehmen Feuchtigkeit stark auf und dehnen sich beim Einweichen aus. Deshalb muss der Kleister gleichmäßig aufgetragen werden, und die Bahnen dürfen nach dem Einkleistern nicht zu lange liegen. Ein typischer Fehler: zu viel Kleister auf dünnem Papier. Die Bahn reißt beim Anlegen, oder sie wirft nach dem Trocknen Falten. Papier eignet sich für glatte Untergründe und Räume mit gleichbleibender Luftfeuchtigkeit. In Küche und Bad ohne gute Lüftung quillt es auf und löst sich an den Nähten.

Textiltapeten sind gewebte oder kaschierte Stoffe. Sie fühlen sich warm an und dämpfen Schall, sind aber empfindlich. Staub setzt sich in der Struktur fest und lässt sich kaum absaugen. In Räumen mit Rauch oder Fettdämpfen nehmen sie Gerüche auf. Beim Tapezieren muss der Kleister vollflächig und dick genug sein, sonst hängen die schweren Bahnen durch. Textilien dürfen nicht gestoßen, sondern müssen mit Überlappung verklebt und dann sauber geschnitten werden. Ein häufiger Fehler ist, Textiltapeten in Feuchträumen zu verwenden. Sie schimmeln von innen, ohne dass man es sofort sieht.

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