Schärfen mit Feile oder Schleifstein – auf den Winkel kommt es an Zum Schärfen eignet sich eine feine Diamantfeile oder ein Wasserstein mit mittlerer Körnung. Die Schere wird auseinandergenommen, sofern der Hersteller das vorsieht. Die Klinge wird mit der Schneide nach unten in einem Schraubstock fixiert. Nun wird die Feile im gleichen Winkel geführt, in dem die ursprüngliche Fase geschliffen war – üblich sind etwa 20 bis 25 Grad. Entscheidend ist, dass die Feile in eine Richtung über die Schneide gezogen wird, nicht hin und her. Fünf bis zehn gleichmäßige Züge pro Seite genügen meist. Zu viel Schleifen trägt Material ab und verkürzt die Lebensdauer der Klinge.
Frisches Holz aus dem Winterschnitt enthält viel Zucker und Feuchtigkeit. Wird es sofort gehäckselt und dick auf Beete aufgebracht, beginnt es zu gären. Dabei entziehen Mikroorganismen dem Boden Stickstoff, und die Pflanzen darüber hungern. Der typische Fehler: eine dicke Schicht reinen Holzhäcksels direkt an Stauden oder junge Gehölze. Besser ist es, das Material einige Wochen abzulagern, damit es vorreif, oder es mit weichem Grünmaterial zu mischen.
Warum die Krone mehr bewegt als die Libel
Eine Gartenschere, die statt sauberer Schnitte nur noch Gewebe quetscht, richtet an Pflanzen mehr Schaden an als so mancher Schädling. Quetschwunden reißen auf, das Gewebe stirbt ab, und Pilze oder Bakterien haben leichtes Spiel. Bevor Sie also über eine Neuanschaffung nachdenken, lohnt sich ein Blick auf Klinge, Gegenklinge und Schraube. In den meisten Fällen ist das Werkzeug nicht verschlissen, sondern falsch eingestellt oder stumpf.
Um die Gruppe zu bestimmen, hilft ein Blick auf die Triebe. Bauernhortensien haben dicke, oft rötlich überlaufene Triebe mit großen, sichtbaren Knospen schon im Winter. Rispenhortensien zeigen dünnere, grüne Triebe ohne auffällige Winterknospen. Ein sicheres Zeichen ist auch der Blühzeitpunkt: Blüten am alten Holz erscheinen ab Juni, Blüten am neuen Holz ab Juli bis in den Herbst. Wer unsicher ist, schneidet im ersten Jahr gar nicht und beobachtet, wo die Blüten sitzen.
Ein häufiger Fehler ist das Schärfen der flachen Klingeninnenseite. Diese darf nur leicht abgezogen werden, um den Grat zu entfernen. Wer hier zu viel Material abträgt, verändert den Schnittwinkel und die Schere schneidet nicht mehr gerade. Nach dem Schärfen wird die Klinge mit einem feuchten Tuch gereinigt und leicht geölt. Ein Tropfen harzfreies Öl am Gelenk verhindert Reibung und Rost.
Eine stumpfe Gartenschere hinterlässt keine sauberen Schnitte, sondern Quetschwunden. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem: Gequetschte Triebe heilen schlechter, bieten Krankheitserregern eine Eintrittspforte und treiben oft unkontrolliert wieder aus. Wer regelmäßig schneidet, sollte deshalb den Zustand der Klinge kennen und sie rechtzeitig nacharbeiten. Der Unterschied zwischen einem sauberen Schnitt und einer Quetschung liegt meist nur an wenigen Grad des Schleifwinkels.
Der Schnitt selbst erfolgt schräg, etwa einen halben Zentimeter über einem nach außen weisenden Auge. Die Schnittfläche zeigt vom Auge weg, damit Wasser ablaufen kann. Ein gerader Schnitt direkt über dem Auge oder ein Schnitt, der das Auge verletzt, führt zu Fehltrieben. Triebe, die sich kreuzen oder nach innen wachsen, werden entfernt, damit Licht und Luft in den Strauch kommen. Das beugt Sternrußtau und Mehltau vor. Bleibt ein Trieb zu lang und wird nur an der Spitze gekürzt, entsteht ein Besen aus dünnen Zweigen – auch das ist ein Fehler, der die Blüte im Sommer kostet.
Neben dem Schärfen ist die Einstellung der Schere entscheidend. Zwischen den beiden Klingen muss ein minimales Spiel vorhanden sein, damit sie sich nicht gegenseitig berühren. Gleichzeitig darf der Spalt nicht zu groß sein, sonst werden dünne Zweige eingeklemmt statt durchtrennt. Die Einstellung erfolgt über die zentrale Schraube oder eine Kontermutter. Hier gilt: erst die Mutter lösen, dann die Schraube gefühlvoll drehen und die Mutter wieder festziehen. Anschließend testen, ob die Schere über die gesamte Länge gleichmäßig schneidet.
Nach dem Gebrauch sollten Reste von Pflanzensaft entfernt werden, da diese die Klinge angreifen. Ein trockener Lappen genügt meist. Bei hartnäckigen Rückständen hilft lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel. Anschließend wird die Schere gründlich getrocknet und mit einem Korrosionsschutzöl behandelt. Wer diese Pflege zwei- bis dreimal pro Saison durchführt, hat länger Freude an sauberen Schnitten und gesünderen Pflanzen.
Erste Anzeichen für eine stumpfe Klinge sind weiße, ausgefranste Schnittflächen, ein erhöhter Kraftaufwand beim Schneiden dünner Zweige und ein rutschiges Gefühl, wenn die Schere das Holz nicht greift. Auch ein leichtes Knacken oder ein seitliches Verdrehen der Klinge deutet auf Verschleiß hin. Prüfen lässt sich der Zustand mit einem simplen Test: Ein Blatt Papier sollte sich mit einer Hand und wenig Druck sauber durchtrennen lassen. Reißt es stattdessen, ist die Klinge zu stumpf.